Die Fläche zwischen Autobahn und Möbel Ehrmann wird schon bald eine Großbaustelle sein: Hier entsteht – wenn alles nach Plan läuft – ab 2019 das neue Edeka-Zentrallager. Parallel zur Autobahn wird die Gebäudefassade schallabsorbierend sein. | Foto: Kraft

Edeka baut in Rastatt

Bau des Zentrallagers beginnt wohl 2019

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Von Ralf Joachim Kraft

Logistikzentrum kostet 140 Millionen Euro

Edeka Südwest hat beim geplanten Bau seines Zentrallagers „sportliche Ziele“, wie der Edeka-Vertreter Wolfgang Seiler in der Sitzung des Rastatter Gemeinderates am Montag sagte. Gewünschter Baubeginn für das 140 Millionen Euro teure Logistikzentrum südlich der Rauentaler Straße, östlich der Baulandstraße/K 3716 und westlich der A5 ist im Frühjahr 2019. Der Rohbau könnte im Herbst 2020 stehen. In Betrieb genommen werden sollen Gebäude und Außenanlage im Herbst 2021.

Baugesuch zur Prüfung übergeben

„Nach einer Hochlaufphase von etwa sechs Monaten könnte der Volllastbetrieb im Frühjahr 2022 starten“, berichtete Seiler dem Gemeinderat. Dieser beschloss den Durchführungsvertrag zwischen Edeka und der Stadt, in dem Rechte und Pflichten der Vertragspartner geregelt sind, mithin die Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Edeka, B/C-Lager“. Laut Seiler wurde der Kaufvertrag Anfang Oktober notariell beurkundet. Das Baugesuch sei der Stadt bereits zur Prüfung übergeben worden.

Edeka übernimmt alle Kosten für den Bau

Gemäß Durchführungsvertrag zahlt Edeka alle Kosten im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben und teilt sich die Aufwendungen für Planung und Bau einer Ampel im Bereich Woogseestraße/Ein- und Ausfahrtbereich des Zentrallagers/Einmündung in die K 3716 mit der Stadt. Diese wird sich ihrerseits für den Um- und Ausbau des Autobahnanschlusses Rastatt-Nord (eventuell ab 2024), den Bau einer Parallel-Auffahrt „Stockfeld“ und eine „zeitnahe Umsetzung“ einsetzen. Laut Verwaltung ist der Umbau des Kreisel K 3716/Im Baisert/Im Wöhr zu einem „signalisierten Knotenpunkt“ nicht oder nur bedingt der Edeka-Ansiedlung geschuldet, sondern wurde schon vorher forciert.

Zentrallager hat Grundfläche von 36.300 Quadratmetern

In einem ersten Bauabschnitt sollen auf dem 105.400 Quadratmeter großen Grundstück ein Zentrallager mit einer Gebäudegrundfläche von 36.300 Quadratmetern und ein offenes Parkdeck mit bis zu 360 Parkplätzen errichtet werden. Abschnitt zwei soll auf einer 10.150 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche realisiert werden, „sobald wirtschaftlicher Bedarf besteht“. Die Verkehrserschließung erfolgt über den Anschlusspunkt an die K 3716. Der Wareneingang- und -ausgang wird über Lkw-Andockrampen organisiert. Ferner soll im Bereich der Hoffläche parallel zur K 3716 eine Pforte errichtet werden.

Schallabsorbierende Fassade

Parallel zur A5 wird das Gebäude gemäß Schallgutachten eine bis zu 15 Meter hohe schallabsorbierende Fassade erhalten. Harald Ballerstaedt (SPD) erfuhr auf Nachfrage, dass alle Dächer des Zentrallagers extensiv begrünt werden und auf dem Hauptdach eine Fotovoltaikanlage vorgesehen sei. Auf den Freiflächen der Außenanlage wird Edeka mindestens 60 hochstämmige Laubbäume pflanzen und unterhalten. Auf den Gebäudefassaden sind beleuchtete Werbeanlagen zulässig.

Logo mit LED-Beleuchtung

Auf der östlichen Seite zur A5 hin ist das Werbelogo laut Vertrag mit dimmbarer LED-Beleuchtung auszuführen. Es sei dafür Sorge zu tragen, dass für Rauental „keine wesentlichen Lichtimmissionen“ entstehen. Nach Angaben von Stadt- und Grünplaner Markus Reck-Kehl müssen mit Baubeginn die Artenschutzmaßnahmen ausgeführt sein. Entsprechende Ersatzmaßnahmen seien auf städtischen Grundstücken außerhalb des Bebauungsplanes teils schon umgesetzt worden.

Räte sprechen über Lärm- und Verkehrsbelastung

Roland Walter (Grüne) erfuhr auf Nachfrage, dass bis 2019 ein neues Bruthabitat für Feldlerchen auf einem städtischen Pfandgrundstück geschaffen werden soll. Roy Zilius (SPD) brachte mit Blick auf die Größe des Bauvorhabens seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Lärm- und Verkehrsbelastung so in Grenzen hält wie von Edeka dargestellt. Gudrun Eisenhauer (Grüne) erfuhr, dass nicht mit Lastwagenverkehr über die Niederbühler Brücke zu rechnen sei und dass die Baulandstraße während der Bauphase nicht gesperrt werden müsse.