Auch für die toten Tiere in Gernsbach-Reichental ist der Wolf „GW852m“ verantwortlich. Hier wurde er von einer Fotofalle aufgenommen. | Foto: FVA Baden-Württemberg

Unzureichender Herdenschutz

Bestätigung in Gernsbach: Schafe wurden durch Wolf getötet

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Es ist bestätigt: Die zwei Schafe, die Anfang September an Bisswunden in Gernsbach-Reichental starben, sind von einem Wolf getötet worden. Die genetische Untersuchung des Senckenberg-Institutes belegt, dass die Bisse vom Wolf mit der Bezeichnung GW852m stammen, der bereits eine Schafherde Ende April in Bad Wildbad angegriffen hatte.

Insgesamt starben bei dem Wolfsangriff im Landkreis Rastatt vier Tiere. Eines davon war in den Sumpf gerannt, ein weiteres wurde später im Gebüsch gefunden. Für die Risse verantwortlich war laut dem Umweltministerium Baden-Württemberg ein unzureichender Herdenschutz. Kurz vor dem Angriff war der Wolf mittels einer Fotofalle erneut gesichtet und bildlich festgehalten worden.

Wolfsprävention des Umweltministeriums

Lücken im Herdenschutz machen den Angriff eines Wolfs wahrscheinlicher. Um Nutztierhalterinnen und -halter bei den notwendigen Schutzmaßnahmen zu unterstützen, gibt es die sogenannte Förderkulisse Wolfprävention des Umweltministeriums, die das Revier des GW852m einschließt. Innerhalb dieser Kulisse fördert das Land umfangreiche Herdenschutzmaßnahmen, darunter auch Elektrozäune und die erforderliche Erdung, mit 90 Prozent der Kosten.

Kritiker der Wolfsprävention

Viehhalter kritisierten die Maßnahmen. So hatte Hans-Jörg Wiederrecht, Vorsitzender der Ziegenfreunde Bermersbach, im BNN-Interview angeprangert, die Wolfsprävention gehe „komplett an der Realität vorbei“. Der Verein verfüge nicht über das notwendige Personal, um die mehr als 20 Kilometer langen Zäune an seinen Weiden zu installieren.

Zur schnellen Absicherung: Ausleihe möglich

Kurzfristig stellt die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, FVA, Zaunsets sowie Flatterband mit Stangen für 1,20 Meter Höhe auch zum Ausleihen zur Verfügung.

Ansprechpartner für Hinweise oder Fragen zum Wolf: Martin Hauser, Wildtierbeauftragter des Landkreises Rastatt, Telefon (07085)7216 oder (0175)2232698