Trotz des Stillstands im Tunnel werden die Einfahrtrampen, hier bei Niederbühl, weitergebaut.
Trotz des Stillstands im Tunnel werden die Einfahrtrampen, hier bei Niederbühl, weitergebaut. | Foto: Collet

Warten beim Rastatter Tunnel

Der Betonpfropfen ist weg

Der harte Betonpfropfen im Bahntunnel von Rastatt ist inzwischen komplett weggemeißelt. Wie es nun mit dem einbetonierten Tunnelbohrer weiter geht, hängt vom Schlichterspruch ab. Bahnsprecher Michael Breßmer erklärt im Gespräch mit den Badischen Neuesten Nachrichten, dass mit diesem nicht vor Jahresende zu rechnen sei. „Derzeit werden die Sondierungsbohrungen im Umfeld der Röhre bei Niederbühl vergeben“, so Breßmer weiter.

Bau des Schachts verzögert sich

Der für Ende Mai geplante Bau eines Schachts aus der Tunnelröhre verzögere sich allerdings. Man habe ein anderes Bauverfahren geplant, dieses müsse zunächst genehmigt werden, erklärt der Bahnsprecher. Der Schacht ist für den Innenausbau des Tunnels nötig, damit es zwei Fluchtwege gibt. Normalerweise beginnt dieser Ausbau, wenn die Röhre komplett durchgegraben ist und damit zwei Ausgänge hat. Da aktuell aber beide Röhren kurz vor ihrem Ziel enden, muss ein künstlicher Ausgang über einen Schacht geschaffen werden, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten.

Der Betonpfropfen wurde seit März herausgemeißelt.
Der Betonpfropfen wurde seit März herausgemeißelt. | Foto: Collet

Mit den bevorstehenden Bohrungen im Umfeld der Havarie will die Bahn den Boden genauer erkunden, um zu klären, warum sich die Röhre am 12. August 2017 absenkte. Nach dem Schlichterspruch muss entschieden werden, wie die einbetonierte Maschine entfernt wird und auf welche Weise der zweite Bohrer unter der Rheintalstrecke weiterbohren kann. Dieser wartet derzeit im Untergrund kurz vor der Trasse.

Havarie im Sommer 2017

Die Oströhre des Rastatter Tunnels hatte sich im vergangenen Sommer unter der Rheintalbahn abgesenkt. Sieben Wochen lang war die Strecke gesperrt, der Tunnelbohrer wurde kurzerhand einbetoniert. Damit sich der Beton nicht in der ganzen Röhre ausbreitet, wurde ein harter Betonpfropfen eingegossen, der inzwischen wieder entfernt wurde. Die Bahn und die Baufirmen wollen sich mit einem Schiedsverfahren einigen, wie das Projekt weitergebaut wird und wie sich die Kosten verteilen. Die Eröffnung des Tunnels verschiebt voraussichtlich sich um zwei Jahre bis 2024.