Hat die Tunnelkreuzung im Blick: Der Blitzer am Knotenpunkt von B462 und B3 erwischt sowohl Rotlicht- als auch Temposünder. Im Vergleich zum Testbetrieb ist die Anzahl der Verstöße mittlerweile deutlich gesunken. | Foto: Hans-Jürgen Collet

Zahlen sind gesunken

Weniger Raser in Rastatt: Blitzer an der Tunnelkreuzung wirkt

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Als der neue Blitzer an der Tunnelkreuzung in Rastatt in Betrieb ging, erwischte er in nur einer Woche 400 Verkehrssünder. Ihr Glück: Am Anfang lief die Anlage im Testbetrieb. Mittlerweile ist sie scharf gestellt. Die Anzahl der Verstöße hat sich seitdem deutlich reduziert.

Das Blitzlichtgewitter an der Tunnelkreuzung in Rastatt hat sich abgeschwächt. Als die Stadtverwaltung am Knotenpunkt B462, B3 und L77a im Oktober den Testbetrieb der Überwachungsanlage startete, erwischten die Kameras in nur einer Woche 400 Verkehrssünder. Inzwischen sind die Zahlen deutlich zurückgegangen. „Der Blitzer hat gefruchtet“, lautet die Bewertung der Stadtverwaltung.

Bernd Münster, der Leiter der Bußgeldstelle Rastatt, hatte die Zahlen des Testbetriebs damals mit den Worten eingeordnet: „Für die erste Woche ist das viel, aber nicht überwältigend viel.“ Die Anlage blitzt in Ost-West-Richtung, sprich von der A5 kommend in Richtung Tunnel und andersherum.

Die Leute haben reagiert

Stadt-Pressesprecherin Heike Dießelberg

Nachdem die Anlage scharf gestellt wurde, hat die Stadtverwaltung noch keine genaue Statistik vorliegen. Die Auswertung erfolgt nach Angaben der Pressestelle immer vierteljährlich. Im Dezember, als die Verstöße bereits Geld kosteten, seien die Zahlen im Vergleich zum Testbetrieb aber um etwa die Hälfte gesunken. Pressesprecherin Heike Dießelberg sagt: „Die Leute haben reagiert.“

Die meisten Verkehrssünder sind zu schnell

Die Überwachungsanlage erwischt sowohl Rot- als auch Temposünder. Während in der Testphase noch etwa zwei Drittel der geblitzten Fahrer zu schnell war, sind es mittlerweile rund 80 Prozent. Nur auf jedem fünften Foto ist also ein Fahrzeug zu sehen, das bei Rot über die Ampel brettert.

Die Verwaltung erklärt sich den deutlichen Rückgang der Zahlen mit zwei Gründen. Zum einen habe sich der Blitzer herumgesprochen. Hinzu komme aber auch ein technischer Aspekt. An der Kreuzung gebe es mittlerweile eine verlängerte Gelbphase, nämlich fünf, statt der üblichen drei Sekunden.

Mehr zum Thema: Neuer Blitzer in Rastatt: Unfallschwerpunkt soll entschärft werden

Ziel der Verkehrsüberwachung ist es, die teils schweren Unfälle zu reduzieren, die sich an der Tunnelkreuzung ereignen. Der Bereich gilt als Unfallschwerpunkt. Das belegt eine Statistik des Polizeipräsidiums Offenburg. Zwischen Januar 2015 und Dezember 2017 ereigneten sich dort 14 Unfälle. Dabei gab es einen Schwer- und 19 Leichtverletzte. Der Sachschaden addierte sich auf insgesamt rund 111.000 Euro. Daraufhin hatte der Gemeinderat im Dezember 2018 grünes Licht für eine kombinierte Überwachungsanlage gegeben. Die Kosten beliefen sich auf rund 128.000 Euro.

Es drohen bis zu 200 Euro Bußgeld und ein Fahrverbot

Wer in Deutschland bei Rot über eine Ampel fährt, muss 90 Euro Bußgeld bezahlen und bekommt einen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Falls die Rotphase bereits länger als eine Sekunde dauert, muss der Fahrer 200 Euro Bußgeld bezahlen. Zudem erhält er zwei Punkte in Flensburg, und er muss einen Monat lang seinen Führerschein abgeben.