Zwischen Kassen und Gemüsetheke: Viele Passanten bekommen von Bürgermeisterkandidat Christian Schmid einen kleinen Block geschenkt, einige von ihnen bleiben auch für ein kurzes Gespräch stehen. | Foto: Collet

Bürgermeisterwahl in Iffezheim

Wahlkampf im Supermarkt

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„Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Wahl“, sagt eine ältere Dame, legt Christian Schmid dabei kurz die Hand auf den Arm und geht anschließend weiter in Richtung der Obst- und Gemüsetheke. Der Iffezheimer Hauptamtsleiter und Kandidat für die Bürgermeisterwahl strahlt.
Seit 8 Uhr morgens steht er zwischen dem Eingang und den Kassen im Supermarkt der Renngemeinde und macht Werbung, damit möglichst viele am kommenden Sonntag für ihn abstimmen. Auch am nächsten Samstag will er am gleichen Ort wieder seinen Infostand aufbauen und weiter für sich werben.

Gummibärchen für die Kleinen

Draußen regnet es schon seit einer ganzen Weile und die meisten beeilen sich, ins Trockene zu kommen. Doch viele von ihnen nehmen, drinnen angekommen, gerne einen der kleinen Blöcke, die Schmid verteilt, oder bleiben zum Gespräch stehen. Auch die Kinder kriegen eine kleine Tüte Gummibärchen geschenkt. Wenn mal jemand vorbeiläuft, liegt es meistens daran, dass er nicht aus Iffezheim kommt.

Schmids Vorteil ist seine bisherige Arbeit im Ort

Von Zeit zu Zeit tauchen für Schmid bekannte Gesichter auf. Ein Paar mit Kind begrüßt er herzlich und unterhält sich mit den beiden. Danach erzählen Sarah und Patrick Wingert, dass Schmid ihr Kandidat bei der Wahl sei. Sie kennen ihn schon länger persönlich. Seinen klaren Vorteil sehen sie, wie auch viele andere an diesem Morgen, darin, dass er in Iffezheim schon eingearbeitet ist und über die dortigen Strukturen und Probleme Bescheid weiß. „Man kennt ihn“, sagen die beiden.

Viele sehen Verkehrslage als drängendes Problem in Iffezheim  an

Dabei ist ihnen ein Thema besonders wichtig: die Verkehrssituation im Ort. Die „Blechschlange“, die sich vor allem am Morgen bilde, sei ein Problem – gerade für die zahlreichen Kinder, die auch zu Fuß unterwegs sind. Mit dem neuen Kindergarten, für den sich Schmid einsetzt und den sie auch sehr befürworten, werde die Verkehrsproblematik noch drängender. Da sind sie ganz einer Meinung mit Mike Göhringer. Auch er tauscht sich eine Weile mit Schmid aus und bekennt danach: „Christian Schmid ist für mich der Kandidat Nummer eins.“ Göhringer sieht in ihm denjenigen, der die „tolle Arbeit“ des scheidenden Peter Werler fortsetzt und der sich der Verkehrsfrage annimmt.

Schmid will „alles festhalten“

Nach einigen Gesprächen geht Schmid kurz zu seinem Tisch, um sich ein paar Notizen zu machen. „Ich will alles festhalten“, erklärt er. So zum Beispiel, nachdem er sich von Waltraud Riek verabschiedet hat. Sie ist der Meinung, dass die Renngemeinde dringend einen „Raum für die Allgemeinheit“ braucht, in dem beispielsweise Geburtstage oder Hochzeiten gefeiert werden können. Ob sie Schmids Antwort auf ihr Anliegen überzeugte? „Jein“, sagt sie. Aber er mache „einen netten Eindruck“.

Viele Supermarktbesucher rechnen mit einem engen Rennen

Einig sind sich die meisten, die an diesem Morgen einkaufen, darin: Die Wahl „wird verdammt eng“, wie Klaus Gress sagt, der Schmid auch schon länger kennt.
Allerdings beziehen sie dies nur auf Schmid und Johannes Kopp. Denn: „Die Dame zählt nicht“, meint Gress und ist damit nicht alleine. Doch bis Schmid weiß, ob seine Anstrengungen von Erfolg gekrönt sind, stand und steht noch viel Wahlkampfarbeit an: Am gleichen Tag war noch jeweils ein Termin beim Tischtennisclub und beim Iffezheimer Carnevals Club auf dem Programm. Tags drauf sollte es zur Anglerkameradschaft gehen.