Starker Damm: Stehen die Häuser wie in Plittersdorf (Richtung Schützenhaus) direkt hinter dem Damm, ist dieser im Innern durch Spundwände verstärkt, also in Sonderbauweise errichtet.
Starker Damm: Stehen die Häuser wie in Plittersdorf (Richtung Schützenhaus) direkt hinter dem Damm, ist dieser im Innern durch Spundwände verstärkt, also in Sonderbauweise errichtet. | Foto: Holbein

Hochwasserschutz

Dämme in Rastatt sind in Ordnung

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Von Martina Holbein

Auf dem Rheindamm blühen jetzt Anfang November noch Kapuzinernelken. „Das sind typische Trockengewächse“, sagt Rainer Ell, Flussbaumeister am Regierungspräsidium Karlsruhe. Er ist verantwortlich für 220 Damm-Kilometer im Landkreis Rastatt.

Jetzt ist er mit den Mitarbeitern der unteren Wasserbehörde vom Landratsamt, Plittersdorfs Ortsvorsteher Mathias Köppel und Mitgliedern des Ortschaftsrates, Mitarbeitern des Forstes und interessierten Bürgern auf dem Rhein-Hochwasserdamm bei Plittersdorf unterwegs in Richtung Steinmauern und dokumentiert die Befunde.

Wiese wird zum Schwamm

Am Gewann „Hildenbrag“ hält die kleine Gruppe erstmals an. Hier hatte es im Januar Probleme gegeben, als in kurzer Folge zwei Hochwasserwellen den Damm aufweichten. „Hildenbrag“ ist eine Senke, die als Biotop ausgewiesen ist und in der das Grundwasser schnell nach oben drückt. In nassen Jahren wirkt die jetzt trockene Wiese wie ein Schwamm.

Hier haben wir Befürchtungen.

2007 und 2008 wurde der Damm an dieser Stelle „aufgelastet“, die „Quelltöpfe“ verschoben sich in Richtung Wiese. Sie müssten jetzt untersucht werden, so Ortsvorsteher Matthias Köppel, ob sich etwa Sand oder Geröll gesammelt haben. „Hier haben wir wirklich Befürchtungen, dass bei Hochwasser der Damm hält“, sagt er und erzählt, dass im Januar die Situation für die Dammwache der Freiwilligen Feuerwehr richtig schwierig war. Vor allem auch, weil es keinen befestigten Zufahrtsweg gibt und der Damm bei Hochwasser nicht befahren werden darf.

Spundwand verstärkt

Flussbaumeister Ell beruhigte und verwies auf die Spundwand, die an dieser Stelle im Innern den Damm verstärkt. Sie sei mit einem Metalldetektor aufzufinden. Die Quelltöpfe werde ein Geotechniker in Augenschein nehmen.

Klares Wasser

Wenn bei Hochwasser das Wasser, das der Damm durchlässt, klar ist, können die Verantwortlichen damit leben. Wenn es aber trüb wird, werden sie nervös, denn dann spült es Sand oder Geröll aus dem Damm. Ein paar hundert Meter weiter entdeckt Ell Wühlspuren. „Hier waren Wildschweine zu Gange“, erklärt er. In diesem Jahr seien es aber weniger Schäden gewesen als in den Vorjahren.

Dammschau am Rhein

Das war bereits auf den Gemarkungen von Wintersdorf und Ottersdorf so, wo die Rhein-Dammschau am Vormittag begonnen hatte. Hier stieß noch die Wasserschutzpolizei zu der Gruppe, und knüpfte Kontakte zu den Verantwortlichen in den verschiedenen Ämtern. Das war auch für Forstdirektor Clemens Erbacher ein wichtiger Beweggrund, bei der Rhein-Dammschau mit zu marschieren.

Keine Schäden

Auch auf den Streckenabschnitten Wintersdorf und Ottersdorf – letzterer wurde nach Diskussionen im Ortschaftsrat besonders gründlich unter die Lupe genommen – war alles in Ordnung, der Flussbaumeister stellte erfreulicherweise keine Schäden am Rhein-Hochwasserdamm fest.