Die drei Damen der Kabarett-Revue "Dreist“ – Sissi Gouveia, Julia Vukelic und Antje Schumacher – landen heute als singende Flugbegleiterinnen zum Schnick-Schnack Kultursommer in Niederbühl. | Foto: pr

„Dreist“ in Rastatt

Dreisatzgesang in komödiantischen Höhen

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An diesem Mittwoch startet im Schnick-Schnack der Kultursommer. Den Bühnen-Auftakt liefern im Biergarten um 20 Uhr bei hoffentlich grandiosem Wetter die drei Damen der Kabarett-Revue „Dreist“. Meike Paul hat mit den Frauen, die zum Interview in ihre Rollen schlüpften, über Höhenflüge, Lieblingssongs und den perfekten Sommer gesprochen. Aus Sissi Gouveia, Julia Vukelic und Antje Schumacher wurden so Elisabeth Gracias Olé, die nassforsche Flugnovizin im Ausbildungsflug, Desire Spekt, die Purserette und strenge Chefin und ihres Zeichens distinguierte Dame von Welt und Irmgard Bohne, „Altachtundsechzigerin“ und preußisch-orthodox erzogene Pazifistin, die sich zur Mutter aller Kabinen und Blumen gemausert hat.

Singende Flugbegleiterinnen, auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Ist auf dem Weg in den Urlaub entstanden, oder?

Irmgard: … Viel besser: Als wir mal wieder gemeinsam im Hochsommer mit der Bahn unterwegs waren, die Klimaanlage ausfiel und wir einfach im Nirgendwo stehen blieben, weil die Oberleitungen defekt waren. Das war ein Spaß …
Elisabeth: Wir dachten, „Die singenden Zugbegleiterinnen“ – das klingt einfach nicht so cool.
Desire: Und da sind wir eben Flugbegleiterinnen geworden. Natürlich nicht zuletzt, weil die Flugkapitäne so attraktiv sind.

Klingt logisch. Könnten Sie sich diesen Beruf auch im wahren Leben vorstellen?

Irmgard: Wir verstehen die Frage nicht. Wir sind doch Flugbegleiterinnen …
Desire: Also im echten Leben – ehrlich gesagt, nein.
Irmgard: NEIN!!

Warum denn nicht?

Desire: Mir ist die Luft da oben zu stickig. Aber meine mangelnde Körpergröße hätte mir da sowieso einen Strich durch die Rechnung gemacht. Man sollte schon an die Gepäckablagen rankommen.
Okay! Was war der schlimmste Flug, denn Sie je erlebt haben?
Irmgard: Als Elli den gesamten Flug brechenderweise auf der Bordtoilette verbracht hat. Dabei hatten wir ihr noch gesagt; „Fisch soll nach Fisch schmecken, nicht riechen …“ (lacht)
Desire: Deshalb fliegt die Crew im Programm auch mit der Reiherair.

Verstehe. Mit der bereisen Sie ja die ganze Welt. Wo gefällt es Ihnen den persönlich am besten?

Desire: Auf Hawaii!
Irmgard: Im indischen Bundesstaat Goa.
Elisabeth: In Lloret de Mar!

Und warum ausgerechnet dort?

Desire: Ich sag nur Aloha!
Irmgard: Na, Curry – zur Wurst!
Elisabeth: Party, Party, Party!

Sie reisen gemeinsam in den Urlaub, das heißt, Sie sind auch privat befreundet?

Desire: Klar, wer miteinander den gleichen Humor teilt, ist sich automatisch nahe. Bei unseren Treffen müssen erstmal die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht werden. Daraus entstehen dann auch oft neue Ideen für unsere Show.

Ist das ihr Rezept, für eine erfolgreiche Kombi? Sich leiden und riechen können?

Irmgard: Als Künstler ist es ungemein wichtig, dass Sympathie füreinander besteht. Gerade bei unserer Show merkt der Zuschauer, dass wir auch untereinander viel Spaß haben. Das überträgt sich dann auch wieder auf unser Publikum.

Welche Songs dürfen bei so einem Rundflug Ihrer Meinung nach nicht fehlen? Über den Wolken von Reinhard Mey vielleicht?

Elisabeth: Da dürfen einige nicht fehlen. Etwa „Einmal um die ganze Welt“ von Karel Gott, „Somewhere over the rainbow“, „New York, Rio, Tokyo“ von Rio natürlich auch nicht. Um nur einige zu nennen …

Und Ihre Show ist auch etwas für Menschen mit Flug- und Höhenangst?

Irmgard: Auf jeden Fall. Wir drei Mädels verlieren nie die Bodenhaftung und Lachen ist sowieso die beste Therapie!

Therapie? Da spielt ihnen das tolle Sommerwetter sicher in die Karten. Wie sieht denn der perfekte Sommer für Sie aus?

Irmgard: Sonne, eine leichte Brise und ab an den Baggersee!
Elisabeth: Im Garten chillen und Pool-Partys feiern.
Desire: Sonnenuntergänge in der Karibik anschauen und dabei Cocktails schlürfen.

Und das alles haben Sie in Ihre Koffer gepackt und bringen es mit nach Rastatt?

Desire: (lacht) Die Rastatter erwartet auf jeden Fall eine Menge Spaß mit einem abwechslungsreichen Bordprogramm. Dreisatzgesang auf hohem Niveau, dargeboten in komödiantischen Höhen – eine Reise der unterhaltsamen Art also.

Service
Die Veranstaltung heute (1. August) ist restlos ausverkauft. Für die Wiederholung am Donnerstagabend, 2. August, 20 Uhr, gibt es an der Abendkasse im Schnick-Schnack noch Restkarten. Reservierungen unter (0 72 22) 82 02 10.