Die Bretterverschläge sind immer noch an der Pagodenburg. Mitte November sollen die neuen Scheiben eingebaut werden. | Foto: Collet

Neue Fenster für Pagodenburg

Durchblick kommt erst Mitte November

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Die Überbleibsel des Vandalismus an der Pagodenburg sind noch zu sehen: Die eingeworfenen Fenster des barocken Schmuckkästchens sind immer noch verbrettert. Dabei war man bei der städtischen Pressestelle doch zuversichtlich, dass die neuen Fenster vor Anfang der Sommerferien eingebaut werden können.

Vorarbeiten haben Zeit gekostet

Nun, die Sommerferien sind vorüber und es wird klar, dass die neuen entspiegelten Gläser auch nicht vor den Herbstferien die provisorischen Bretterverschläge ersetzen. „So wie es aussieht, können Mitte November die Gläser eingebaut werden“, sagt Heike Dießelberg, Pressesprecherin der Stadt Rastatt. Die handwerklichen Vorarbeiten hätten Zeit gekostet – nun gehe es aber an die Produktion der Scheiben.

Fenster kosten 35.000 Euro

Sieben Fenster sind es, die der Pagodenburg ihr altes Gesicht wieder zurückgeben. Und die sind nicht von der Stange. „Jedes Fenster ist unterschiedlich“, sagt Dießelberg. Für die rund 35.000 Euro teuren Schutzfenster seien extra Schablonen gefertigt und eingebaut worden. Diese mussten begutachtet und freigegeben werden. Dazu kam die Ausmessung mittels Laser. Die spezielle Entspiegelung habe das Landesamt für Denkmalschutz vorgeschrieben, erklärt die Pressesprecherin.

Mehrfach Ziel von Zerstörungswut

Schon mehrfach ist die Pagodenburg Ziel mutwilliger und brachialer Zerstörungswut geworden: Herausgerissene Metallpfosten, Schmierereien an der Burgwand, ein beschädigtes Regenfallrohr an der Einsiedelner Kapelle, um ein paar Beispiele zu nennen. Im Oktober 2016 wurde jedoch auch in das Galeriegebäude eingebrochen und Kunstwerke zertrümmert oder aufgeschlitzt. Die Täter hatten damals einen Fensterrahmen beim Eingang zur Pagodenburg herausgetreten und gelangten so ins Gebäude.

Kunstverein musste Ausstellungen absagen

Wegen der jüngsten Attacke auf das Schlösschen – die eingeworfenen Fenster – musste der Kunstverein Rastatt, der in der Pagodenburg seine Ausstellungen organisiert, auch fest im Kalender eingeplante Werkschauen absagen. Der Vorsitzende des Rastatter Kunstvereins, Jörn Kausch, hat aber Mitte Juni angekündigt, dass die Ausstellungen im kommenden Jahr nachgeholt werden sollen. Auch im Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur der Stadt sorgte das Thema Vandalismus schon für Diskussionsstoff.

Vertrag mit Wachdienst verlängert

Die Stadtverwaltung hatte im Mai einen privaten Wachdienst beauftragt, der zwischen Kapellenstraße, Herrenstraße, hinter der Badner Halle und auf dem Murgdeichweg unterwegs ist. Die Sicherheitsvorkehrung sollte in einer Testphase nur bis Ende August laufen. Diese ist aber, wie Dießelberg bestätigt, bis Ende Oktober verlängert worden. Danach soll ein Resümee gezogen und die Wachberichte im Detail ausgewertet werden. Nach Feststellungen des Wachdienstes sei die Zahl der Besucher im Spätsommer und im Herbst zurückgegangen. „Es gab zwar ein paar Zwischenfälle auf dem Gelände, aber nichts Hochdramatisches“, betont sie. Im Gemeinderat werde dann beschlossen, wie man 2019 verfährt.