Der Mittelbahnsteig am Durmersheimer Bahnhof wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern und dann durch eine Treppe oder einen Aufzug erreichbar sein. | Foto: Collet

Baubeginn im Jahr 2023

Durmersheim: Neue Unterführung geplant

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Mit etwas mehr Zuspruch hatte Bürgermeister Andreas Augustin schon gerechnet. „Die Resonanz ist geringer als erhofft“, konstatierte der Rathauschef bei der Bürgerinformationsveranstaltung mit Vertretern der Deutschen Bahn, bei der über die Zukunft der Bahnübergänge im Ort gesprochen wurde.

Unterführung in der Triftstraße

Dabei räumte der Rathauschef ein, dass sich gegenüber den im Gemeinderat bereits erörterten Planungen eigentlich nichts verändert habe. Es sei aber das Bestreben, die Bürger so früh wie möglich über die Vorhaben zu informieren. Neben der seit 2015 bestehenden Bahnunterführung in der Malscher Straße soll in der Triftstraße eine weitere Unterführung gebaut werden, die mit sechs Prozent Gefälle für Pkw, Radfahrer und Fußgänger geeignet ist – nicht aber für Lkw.

Der Bahnübergang in der Triftstraße wird durch eine Unterführung ersetzt. | Foto: Collet

Info-Veranstaltung mit Bahn-Vertretern

Dafür soll eine Höhenbegrenzung von 3,20 Metern sorgen, die allerdings eine Durchfahrt für Feuerwehrfahrzeuge noch ermögliche. Wolfgang Weber von der DB Netz AG erläuterte nochmals die Grundzüge dieser Planung, die unter anderem eine Gehwegüberführung über die Triftstraße, den Abbruch des Foyers der Hardtsporthalle und auch eine Erweiterung der Park-and-Ride-Anlage mit 60 neuen Stellplätzen in diesem Bereich vorsieht.

Bahnübergang in Ettlinger Straße entfällt

Zudem soll der Anschlussast zur B36 vorfahrtsberechtigt gegenüber der Triftstraße werden. Während der Bahnübergang in der Ettlinger Straße zurückgebaut wird und an dieser Stelle im Ort ersatzlos entfällt, wird sich die Szenerie am Bahnhof deutlich verändern.

Auch am Bahnhof wird sich etwas ändern

Hier soll nicht nur eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Auch der Mittelbahnsteig wird nach der vorliegenden Konzeption verbreitert und mit einem Wartehäuschen ausgestattet. Der Zugang erfolgt über Treppen und einen Aufzug, wobei laut Christoph Klein von der DB Netz AG möglicherweise nochmals über eine Kinderwagenspur nachgedacht werden könnte. Aus den Reihen der Bürger war dies angeregt worden, damit nicht jedes Fahrrad durch den Aufzug auf den Bahnsteig gehievt werden muss, der um die Treppenanlage herumgezogen werden soll.

Mittelbahnsteig wird verbreitert

Die Unterführung selbst soll vier Meter breit und 2,50 Meter hoch werden. Auch neue Stellplätze sollen im Bereich des Bahnhofes dann entstehen und der Bahnverkehr auf Gleis 4 verlagert werden.
Nach der zeitlichen Konzeption könnte laut Mitteilung der DB Netz-AG die Planfeststellung im Sommer nächsten Jahres eingeleitet werden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2023 vorgesehen, eine Verkehrsfreigabe könnte im Jahr 2025 erfolgen, wobei dann auch der Umbau des Bahnhofsbereiches mit den Außenanlagen abgeschlossen sein soll. Während der Bauarbeiten soll der Stadtbahnbetrieb bis auf eine kurze Ausnahme in voller Funktion erhalten bleiben. Im Bereich der neuen Mensa soll für die Schüler auch eine Brücke installiert werden, ansonsten aber die Stadtbahnhaltestelle dort in voller Funktion erhalten bleiben.

Befürchtungen der Zuhörer

Im Zuge der Erläuterungen zu den Bahnübergängen wurden im Auditorium indessen einmal mehr Befürchtungen laut, wonach das Gefahrenpotenzial in der Triftstraße sich durch den Bau der Unterführung dort gerade für die Schüler noch erhöhen könnte. Bürgermeister Augustin verwies hier auf den vor Jahren erstellten Masterplan und den Mangel an alternativen Standorten für eine Bahnunterführung. „Wenn jeder Grundstückseigentümer einen Meter von seinem Grundstück verkaufen würde, könnten wir mehr machen“ , meinte das Ortsoberhaupt. Auch eine Lösung in der Hans-Thoma-Straße wurde aus dem Kreis der Bürger wieder angeregt. Augustin erinnerte hier an die alten Planungen aus den 60er Jahren und daran, dass sie „im hinteren Bereich noch enger als die Triftstraße ist“.

Sorgen um Verkehrsbelastung

Sorgen keimten unter den Bürgern auch auf im Blick auf die zusätzlichen Verkehrsbelastungen etwa für die Bewohner der Rosenstraße und Werderstraße auf, wenn im Zuge der Bauarbeiten die bisherigen Bahnübergänge zeitgleich geschlossen werden: „Da ist ein Chaos zu befürchten“, hieß es von Bürgerseite – und Augustin räumte durchaus ein, diese Einwände ernstzunehmen.