Ernst Kopp, Landtagsabgeordneter der SPD im Wahlkreis Rastatt hatte einen schweren Herzinfarkt erlitten.
Ernst Kopp, Landtagsabgeordneter der SPD im Wahlkreis Rastatt hatte einen schweren Herzinfarkt erlitten. | Foto: Collet

Abgeordneter aus Rastatt

Ernst Kopp gibt Landtagsmandat ab

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Ernst Kopp wird ab dem 1. September kein Landtagsabgeordneter mehr sein. Kopps Büro gab den Medien seinen Briefe an die Parteimitglieder und an die Landtagspräsidentin bekannt, in denen der SPD-Politiker aus dem Wahlkreis Rastatt seinen Rücktritt ankündigt. Kopp hatte sich von seinem schweren Herzinfarkt vom vergangenen Jahr nicht mehr so erholt, wie er es sich erhofft hatte.

Brief an die Genossen

Eine Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten vom Montag, die sich auf Informationen aus der Partei bezüglich seines bevorstehenden Rücktritts bezog, hatte Kopp noch kategorisch abgewehrt. Nur drei Tage später schreibt er an seine Genossen: „Mit meiner Familie und den behandelnden Ärzten habe ich über meine politische Arbeit und die damit verbundenen Beanspruchungen gesprochen. Am Ende dieses Austauschs bin ich zu dem Schluss gekommen, mein Landtagsmandat zum Ende des Monats August niederzulegen.“

Der 36-jährige Jonas Weber wird Nachfolger im Landtag.
Der 36-jährige Jonas Weber wird Nachfolger im Landtag. | Foto: pr

Nachfolger von Ernst Kopp ist Jonas Weber, der bei der Landtagswahl als Ersatzbewerber antrat. Weber ist 36 Jahre alt, hat einen Magisterabschluss in politischer Wissenschaft, Geschichte und öffentlichem Recht und ist seit 2007 Vorsitzender des SPD-Kreisverbands sowie seit 2014 Kreistagsfraktionschef. Seit diesem Jahr ist er außerdem Stadtrat in Rastatt. Weber arbeitet im Wahlkreisbüro von Kopp sowie der Bundestagsabgeordneten Gabriele Katzmarek. Schließlich ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe.

Zäsur für die SPD

„Ich werde jetzt zweieinhalb Jahre lang Gas geben“, erklärte Weber im BNN-Gespräch. Kopps Entscheidung sei angesichts seines Gesundheitszustands nicht überraschend gewesen – er habe aber Respekt davor und auch vor dem jahrzehntelangen Engagement Kopps. Sein Rücktritt sei eine „Zäsur für die SPD in der Region“.

Themen PFC und Verkehr im Blick

Einbringen will sich Jonas Weber insbesondere beim Thema PFC, wo er die zurückhaltende Vorgehensweise der Landesregierung nicht nachvollziehen könne. Auch bei Verkehr und Infrastruktur müsse mehr möglich sein angesichts von 5,5 Milliarden Euro Überschuss im Landeshaushalt.

Kopp ist Politiker seit 1980

Der scheidende Landtagsabgeordnete Ernst Kopp begann seine politische Karriere im Jahr 1980 als Stadtrat in Rastatt. Von 1992 bis 2016 war er Bürgermeister von Bietigheim, seit 2011 ist er Mitglied des Landtags. Ernst Kopp ist 64 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne. Der naturverbundene Sozialdemokrat betreibt in seinem Herkunftsort Ottersdorf eine kleine Imkerei, ansonsten hat er seinen Lebensmittelpunkt längst nach Bietigheim verlegt.

Spitzenergebnisse für die SPD

Kopps Wahlergebnisse für die SPD lagen immer in den Spitzenpositionen seiner Partei im Land, weshalb er auch ohne den Wahlkreis Rastatt zu gewinnen in den Landtag einziehen konnte. Genau dafür muss sich nun Nachfolger Jonas Weber in einer guten halben Legislaturperiode bewähren.
Weber freut sich darauf, dass er bei den Themen, die für ihn bisher an den kommunalen Grenzen von Stadt und Landkreis Halt machen mussten, mit der Landespolitik „noch eine Schippe drauflegen kann“.