Buntes Völkchen: Die Gaukler führen den Zug der Vogelhändler im gleichnamigen Stück bei den Volksschauspielen an. Jetzt standen sie erstmals bei einer Probe im Kostüm auf der Bühne. | Foto: Kraft

Volksschauspiele Ötigheim

Erst das Kostüm macht die Rolle richtig spürbar

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Von Ralf Joachim Kraft

Allmählich steigt bei allen Akteuren, aber auch bei den vielen Funktionsträgern und Helfern, die hinter den Kulissen mitwirken, die Spannung und die Vorfreude auf den 112. Theatersommer auf der Ötigheimer Freilichtbühne. Langsam wird’s ernst – auch wenn’s eher lustig wird: Wenige Wochen vor der Premiere am 16. Juni hat das Ensemble die ersten Proben in Kostümen absolviert. „Und die sind immer etwas ganz Besonderes, weil man sich mit der Kleidung direkt in die Rolle hineinversetzt und sich dann auch schon ganz anders verhält“, wie einige Darsteller verrieten.

Operettenhit aus dem 19.Jahrhundert

An diesem Tag wimmelt es auf dem Tellplatz nur so von Männern mit Backenbärten in schmucken Trachten und schönen Damen in eleganten Roben, von Gendarmen in feschen Uniformen, weinseligen Wirtshausbesuchern, flotten Kellnern, rustikalen Marktfrauen und einem bunten Völkchen aus Gauklern, Akrobaten und Jongleuren samt feuerschluckendem Stelzenläufer. Für die imposanten Massenauftritte haben Kostümbildner Peter Sommerer und die Schneiderei unter der Leitung von Olga Knack auf Hochtouren an den vielen prächtigen Kostümen für Carl Zellers nostalgischen Operettenhit „Der Vogelhändler“ gearbeitet. Dieser wird in einer launig-beschwingten Inszenierung von Regisseur Manfred Straube erstmals auf der Naturbühne zu erleben sein.

Turbulente Verwicklungen sorgen für Vergnügen

Als Besucher fühlte man sich sogleich in ein rheinland-pfälzisches Idyll zu Beginn des 19. Jahrhunderts versetzt – an einen Schauplatz heiterer und recht turbulenter Verwicklungen. Da liebt ein Tiroler Vogelhändler die fesche Christel von der Post, spioniert eine als Bauernmädchen verkleidete Kurfürstin heimlich ihrem Gatten hinterher und gibt sich ein verschuldeter Graf als falscher Kurfürst aus. Die Operette „Der Vogelhändler“ verspricht allein schon aufgrund der mit Ohrwürmern gespickten, mitreißenden Musik zu einem besonderen Theatervergnügen zu werden. Rechnet man zu den 213 Sängerinnen und Sängern, den 44 VSÖ- und Profisolisten und den 100 Statisten noch die Balletttänzerinnen, das Live-Orchester und die Reiterei hinzu, bevölkern rund 400 Menschen jeden Alters die Freilichtbühne, über die unter anderem auch ein Postkutsche rauscht.

Auch der „Name der Rose“ ist wieder dabei

Viel Zeit wird jetzt noch in die Detail- und Abstimmungsarbeit mit den beiden anderen Stücken investiert. Für die Saison 2018 setzt der Volksschauspielverein wieder auf einen abwechslungsreichen „Mix aus Unterhaltung und Anspruch“, um dem Publikum ein unterhaltsames und prickelndes Theatererlebnis unter freiem Himmel bieten zu können. Außer dem „Vogelhändler“ locken in dieser Saison das Schauspiel „Der Name der Rose“ und „Dschungelbuch – Das Musical“ (Wiederaufnahmen von 2013 und 2017) sowie die Festlichen Konzerte und drei Gastspielabende auf den Tellplatz.

Eintrittskarte ist gleichzeitig Bahnticket

Künftig können die Besucher der Aufführungen aufgrund einer Kooperation mit dem Karlsruher Verkehrs-Verbund (KVV) ganz bequem, stressfrei und ohne zusätzliche Kosten mit ihrer Eintrittskarte zum Theatervergnügen anreisen. Das Ticket gilt am Veranstaltungstag als Fahrtberechtigung nach Ötigheim für eine Hin- und Rückfahrt im kompletten Verbundgebiet des KVV. Deutlich verbessern soll sich an den Aufführungstagen die Verkehrs- und Parkplatzsituation vor Ort aber nicht nur durch die Gratis-Fahrt zum Veranstaltungsort mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln des KVV, sondern auch dadurch, dass es rechtzeitig zu Beginn der Spielsaison zusätzliche Parkplätze an der K 3717/Rastatter Straße geben wird, auf denen kostenlos geparkt werden kann.