Eine gemeinsame Stimme: Die 9. Sinfonie Beethovens und Hymne Europas besangen rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Bekenntnis für die Vereinigung vor dem Balkon des Historischen Rathauses Rastatt.
Eine gemeinsame Stimme: Die 9. Sinfonie Beethovens und Hymne Europas besangen rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Bekenntnis für die Vereinigung vor dem Balkon des Historischen Rathauses Rastatt. | Foto: Collet

Landesweite Aktion Europahymne

Rastatter Kehlen schmettern für Europa

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„Freude, Freude“, stimmte Uli Kofler am Klavier die Menschentraube vor dem Historischen Rathaus zunächst ein, bevor der Chore seine gemeinsame Stimme fand. Die Worte zog er dabei besonders lang. Neben dem Spaß am Singen stand jedoch ein größeres Anliegen im Fokus: Die Stadt Rastatt beteiligte sich an der „Aktion Europahymne“, zu der das Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg aufgerufen hatte.

Rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene fanden sich am Donnerstagvormittag zu einem „Rastatter Europachor“ zusammen. Das bei der Aktion entstandene Video von „Freude schöner Götterfunken“ sendet die Stadt dem Ministerium zu, welches wiederum alle Aufnahmen des Landes zu einem gemeinschaftlichen Bekenntnis zu Europa zusammenfügt.

Der richtige Ton vor dem Rathaus

„Die Kleinen nach vorne, die Großen nach hinten“, koordinierte Heike Mast, Mitarbeiterin im Büro des Oberbürgermeisters Rastatt und Organisatorin der Aktion, die zahlreichen Sänger. Einige Schulklassen hatten sich im Voraus angemeldet, andere Bürger gesellten sich spontan zur Gruppe hinzu. Als schließlich alle positioniert waren, probte Kofler von der städtischen Musikschule zunächst Tonlage und Text – diesen verteilte Mast neben Einwilligungen hinsichtlich des Datenschutzes bei Bedarf an die Teilnehmer.

Schüler singen für Europa

Durch aufgeregte Rufe wurde jedoch schnell klar: Viele können die Liedzeilen schon auswendig. Die 25 Kinder der Kindertagesstätte Rheinau-Nord haben bereits im Vorfeld geübt, erzählte deren Begleiterin Anna Sinn. „Jetzt möchten wir hier die Atmosphäre genießen“, ergänzte sie. Daneben sangen Schüler der Freien Waldorfschule Rastatt sowie der August-Renner-Realschule. Die Salomo-Schule unterstützte die Sänger sogar mit einem kleinen Blockflöten-Ensemble – und schuf damit ein instrumentales Intro. „Wenn die Eltern es erlaubt haben, durfte jeder mitmachen, der wollte“, erklärte ein Schüler von dort.

Während am Rathausbalkon die blaue Fahne mit den zwölf goldenen Sternen wehte, erhob der Chor seine Stimme für Europa. Die „Ode an die Freude“ aus der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven war auf dem Markt davor nicht nur in Deutsch mit den Textzeilen Friedrich Schillers zu hören, sondern auch in der englischen und französischen Version.

Eigentlich ist das etwas Grandioses.

Diese Verbundenheit der Länder betonte Kofler mehrfach, als er die Anwesenden animierte. „Dass ich einfach ins Elsass fahren kann, in Wintersdorf über die Brücke, das ist für mich selbstverständlich“, sagte er. „Aber eigentlich ist das etwas Grandioses.“ Sich frei bewegen, versammeln und Musik machen zu können wie an diesem Vormittag, das sei Europa, betonte der Musiker.