Der Motivwagen der GroKaGe gehört zu den zentralen Bestandteilen des Rastatter Fastnachtsumzuges. | Foto: Hans-Jürgen Collet

Veranstaltung

Fastnachtsumzug Rastatt: sinkende Einnahmen wegen zu wenigen Helfern

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Am Aschermittwoch ist keineswegs alles vorbei. Wenn die Narrenschar gemeinhin erst einmal durchatmet, weil die fünfte Jahreszeit überstanden ist, blickt Jochen Fuchs schon wieder weit voraus. „Nach dem Umzug ist vor dem Umzug“ lautet seine Devise. Fuchs ist der Chef des Umzugskomitees der Großen Karnevals Gesellschaft Rastatt (GroKaGe).

Auf seinem heimischen Rechner hat er 15 Rubriken mit jeweils 90 Adressen gespeichert – durchweg potenzielle Mitwirkende beim Rastatter Fastnachtsumzug.

„Sie alle erhalten ein Standardschreiben mit Anmeldeformular. Manche sagen einen Tag später schon ihre Teilnahme zu, bei anderen dauert es ein paar Monate“, erklärt Fuchs. In seiner Datei mit den über 1.000 Namen befinden sich viele bekannte Gruppen, aber auch Neulinge, auf die man etwa bei anderen Umzügen gestoßen sei.

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93 Gruppen sind in Rastatt am Start

Für die 55. Auflage des Rastatter Narrenkorsos, die am Sonntag, 23. Februar, startet, werden 93 Gruppen erwartet – deutlich mehr als im Vorjahr. Als „Deadline“ für die Anmeldung gilt der alljährliche Filmabend der GroKaGe wenige Wochen vor dem aktuellen Umzugstermin, bei dem unter Mitwirkung vieler Beteiligter nochmals auf den Verlauf des närrischen Korsos im Vorjahr zurück geblickt wird.

Bei ihrer Zusage müssen die Mitwirkenden unter anderem erklären, ob sie eigene Musik dabei haben und wie lang die Gruppe ist – wichtige Faktoren beim Aufstellen des Zuges. Zwei Mitglieder des Umzugskomitees kümmern sich darum, ordnen die Hästräger, Guggemusikgruppen und Motivwagen so an, das möglichst viel Abwechslung und ein buntes Bild entsteht.

100 Startnummern werden bestellt

Zu den Vorgaben gehöre etwa, dass jene Teilnehmer, die Livemusik bieten entsprechend weit entfernt von den Wagen platziert werden, wo die Beschallung aus Lautsprechern ertönt. Gleich am Aschermittwoch werden im Übrigen auch schon 100 Startnummern für die nächste Auflage des närrischen Korsos bestellt – mit dem entsprechenden GroKaGe-Logo versehen.

Bewährtes Security-Team engagiert

Was die Sicherung des Umzugsweges betrifft, vertraut die GroKaGe auf Bewährtes: „Wir haben unser Standard-Security-Team, das auf der Strecke patroulliert“, sagt Fuchs und verweist auch auf die Unterstützung von THW und Feuerwehr. Probleme habe es in puncto Sicherheit zuletzt nie gegeben, sagt er.

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Geringe Zahl von Helfern bereitet Sorgen

Sorgen bereitet Fuchs fast traditionsgemäß aber die zu geringe Zahl von Helfern, die sich bereit erklären, Eintritt zu kassieren. „Wir müssten 80 bis 100 Leute haben, um alle Schlupflöcher zu stopfen“. Tatsächlich seien es aber nur etwa 60 Helfer, so dass weniger Zugänge zur Umzugsstrecke kontrolliert werden könnten – was wiederum entsprechende Einnahmeverluste bedeutet.

„Schon Mitte des Jahres werden mögliche Helfer angeschrieben und im Oktober starten die Aufrufe in der Presse“, erklärt Fuchs. Gedacht werden müsse auch an die Bestellung von 15.000 kleinen Bändchen, die jeder Besucher gleichsam als Eintrittskarte anheften soll.

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Baustellen und Gerüste im Blick

Grundlegend in der Vorbereitung sei auch eine Koordinationssitzung, die noch vor Jahresende im Blick auf den nächsten Umzugstermin stattfindet „Vertreter der Stadt, des Ordnungsamtes, von Polizei, THW, DRK, Bauhof und Feuerwehr sind mit dabei“, betont Fuchs.

Hier werde etwa die Umzugsstrecke genauer unter die Lupe genommen und geschaut, ob Baustellen oder Gerüste das Geschehen behindern könnten. Aktuell seien hier keine Beeinträchtigungen zu erwarten.

Umzugsstrecke verläuft erneut durch die Herrenstraße

Die Umzugsstrecke verläuft auch diesmal über die Kapellenstaße, Herrenstraße und Schlossstraße bis in die Kaiserstraße. Fuchs: „Wir haben für diesen Weg nur positive Signale erhalten, gerade weil hier das Schloss als Hintergrund eine schöne Kulisse bildet.“

Trotz seiner Freude über die große Teilnehmerzahl des aktuellen Narrenkorsos – Fuchs bedauert, dass die Beteiligung von Rastatter Vereinen verschwindend gering ist: „Auch der Aufruf der Stadt hat da nichts geholfen.“