Demonstrieren wie Thunberg: Die Geschwister Gottwald (vorne links) wollen die Protestaktion „Fridays for Future“ mit Hilfe ihrer Mitschüler auch in Rastatt etablieren.
Demonstrieren wie Thunberg: Die Geschwister Gottwald (vorne links) wollen die Protestaktion „Fridays for Future“ mit Hilfe ihrer Mitschüler auch in Rastatt etablieren. | Foto: Collet

Schülerstreik für Klimaschutz

„Fridays for Future“ erreicht Rastatt

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Unter dem Motto „Fridays for Future“ haben Schüler weltweit beschlossen, ihre Freitagvormittage regelmäßig nicht in der Schule sondern bei Demonstrationen für den Klimaschutz zu verbringen. Als Vorbild dieser Bewegung gilt die 16-jährige, zugleich umstrittene und gefeierte Greta Thunberg aus Schweden. Zum ersten Mal eiferten ihr nun auch rund 20 Jugendliche vor dem Landratsamt in Rastatt nach. Plakate mit Aufschriften wie „Lieber Fehlstunden statt Klimawandel“ oder „Verkehrswende jetzt“ verdeutlichten das Anliegen des Protests.

Von unserer Mitarbeiterin Luisa Reith

„Die Politiker müssen jetzt etwas für den Klimaschutz tun und nicht später“, erklärt Theresa Gottwald. Aus diesem Grund organisierte die Schülerin der Anne-Frank-Schule das Treffen in Rastatt am vergangenen Freitag und meldete die Demo beim Ordnungsamt an.

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Zuvor bestreikte Theresa alleine den Unterricht. Beim zweiten Mal bekam die 17-Jährige Unterstützung von ihrem vier Jahre jüngeren Bruder Patrick vom Tulla-Gymnasium, berichtet sie. Für den dritten Versuch trommelten die Geschwister einige Mitschüler zusammen – die schließlich auch kamen.

Regionale Wirkung

Die Wirkung der Aktion sei größer, wenn nicht nur in den Großstädten gestreikt wird, sondern an vielen Orten gleichzeitig, glaubt Theresa. Anstatt etwa zur großen Demo nach Karlsruhe zu fahren, wolle sie in ihrer Heimatstadt aktiv sein.

Wir durften uns für die Demo beurlauben lassen.

Der Unterrichtsstreik fand bei manchen Lehrern jedoch wenig Anklang. „Wir haben Plakate in der Schule aufgehängt, welche nach wenigen Minuten wieder abgerissen wurden“, erzählt Theresa. „Unsere Klassenlehrerin hat uns aber unterstützt. Wir durften uns für die Demo beurlauben lassen.“

Sanktionen drohen

Aufgrund des fehlenden Streikrechts für Schüler drohen manchen Teilnehmern Sanktionen, erklärt ihre Klassenkameradin Jacqueline Schneider. Patrick und seinen Mitschülern sei es verboten gewesen, die Schule zu verlassen – sie müssen mit Nachsitzen rechnen. Der Versuch, die Klassen des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums zu mobilisieren, scheiterte an möglichen Strafen, vermutet Organisatorin Theresa.

Klimaschutz in der Schule

Den 12-jährigen Justus Graf vom Tulla-Gymnasium hielt das nicht auf – für ihn ist Initiatorin Thunberg ein Vorbild: „Sie hat sich sogar alleine gegen die Politik gestellt, also kann ich das auch.“ Jacquelines Zugang ist ein anderer: „Ich bin eine motivierte Leserin von Wissenschaftszeitungen.“ Themen wie der Verlust von Lebensraum bei Tieren sind ihr bekannt. Die 16-Jährige wünscht sich, dass Klimaschutz im Unterrichteine größere Rolle spielt. „Ich kann mich nicht daran erinnern, viel zu dem Thema in der Schule gehört zu haben.“

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