Zum Ort des Protestes für einige Schüler wurde das Landratsamt im März bei der ersten „Fridays for Future“-Demo in Rastatt. Mit Plakaten machten sie ihre Forderungen deutlich.
Zum Ort des Protestes für einige Schüler wurde das Landratsamt im März bei der ersten „Fridays for Future“-Demo in Rastatt. Mit Plakaten machten sie ihre Forderungen deutlich. | Foto: Collet

Demo ist geplant

„Fridays for Future“ in Rastatt: Klimafreitage machen Ferien

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Weltweit gilt der Freitag für Schüler inzwischen als Tag, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Vor dem Landratsamt in Rastatt ist von jungen Aktivisten, bunten Plakaten mit provozierenden Sprüchen und dem Greta-Einfluss jedoch wenig zu sehen. Wo vor Beginn der Sommerferien noch eine einzige Kämpferin der „Fridays for Future“ saß, herrscht Leere.

„Die vergangenen Wochen war nichts los“, teilt Gisela Merklinger, Sprecherin des Landratsamtes Rastatt mit. Vor einiger Zeit jedoch hatte sich eine kleine Gruppe an Schülern vor dem Eingang versammelt – „Verkehrswende jetzt“ und „There is no Planet B“ war im März auf ihren Schildern zu lesen.

Klimaschutz im Landkreis Rastatt

Eine zweite Demonstration war kurzzeitig angekündigt, erklärt Merklinger weiter. „Das hat sich schließlich aber als Fehler entpuppt.“ Der Klimawandel zähle zu den thematischen Schwerpunkten des Landkreises sowie des Landrats Toni Huber. Solange der Betrieb nicht gestört würde, stehe man den Schülerprotesten offen gegenüber.

Globaler Streik im September

Auf der allgemeinen Internetseite der „Fridays for Future“-Bewegung ist die Rastatter Ortsgruppe neben zahlreichen weiteren aus ganz Deutschland gelistet. Streiktermine werden dort ebenfalls angekündigt. Per WhatsApp-Gruppe organisieren sich die Teilnehmenden – derzeit ist es in dieser jedoch ruhig. Erst nach den Sommerferien, am 20. September, ruft die Bewegung zum dritten globalen Klimastreik auf. Das offizielle Ziel sind die Einhaltung des Pariser Abkommens und der Protest gegen die anhaltende Klimazerstörung, heißt es auf der Website. Anlass ist die Tagung des Klimakabinetts in Berlin sowie der UN-Gipfel in New York.

Engagement für „Fridays for Future“

Dass an diesem Tag auch in Rastatt demonstriert wird, dafür will Emma sorgen. Die 19- Jährige war bereits an „Fridays for Future“ in Karlsruhe, Baden-Baden und Berlin beteiligt. In Baden-Baden hielt die Sprecherin der Grünen Jugend Rastatt/Baden-Baden sogar eine Rede – besonders im Mittelpunkt standen dabei klimapolitische Maßnahmen auf europäischer Ebene.

Ich habe bereits einige Freunde und Mitstreiter gefunden.

Soziale Medien wie WhatsApp, Instagram und Facebook sollen ihr Vorhaben öffentlich machen und weitere junge Leute rekrutieren. „Unter dem Motto #AllefürsKlima sind nicht nur die Schüler, sondern auch Eltern, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Opas und Omas aufgerufen zu streiken“, erklärt sie. In der generationenübergreifenden Demo sehe sie großes Potenzial, in Rastatt mehr Zulauf als bisher zu generieren. „Ich habe bereits einige Freunde und Mitstreiter gefunden“, erzählt Emma. Die Jugendzeitung Ravolution und die Grüne Jugend Rastatt/Baden-Baden haben etwa bereits zugesichert, den Protest zu unterstützen. „Mich motiviert eine lebenswerte Zukunft für meine und alle kommenden Generationen“, sagt Emma.

Gemeinsames Vorhaben

Es sei ein Privileg, auf diesem Planeten leben zu dürfen. Das wiederum wolle sie möglichst vielen Menschen ermöglichen. „Das funktioniert natürlich nur gemeinsam“, ergänzt sie. „Die ,Fridays für Future‘-Bewegung gibt mir das Gefühl, mit meinem Vorhaben nicht alleine zu sein.“ Rastatt sei nicht das einfachste Pflaster, um Leute für Klimaschutz zu mobilisieren, vermutet Emma. Es gebe jedoch immer mehr Signale in die richtige Richtung. „Einige Jugendliche aus dem Landkreis Rastatt waren bereits auf Demos in Baden-Baden oder Karlsruhe“, erinnert sie sich. „Die Gründung des Rastatter Klimabündnisses, die Petition der Jugendzeitung Ravolution zum Klimanotstand und Privatpersonen, die langsam umdenken, stehen für ein aufkommendes Engagement und Klimabewusstsein.“

Die Ferien sollten sogar Anlass und Raum geben, darüber nachzudenken.

In den Ferien sei es mitunter schwierig, gerade Schüler zu erreichen. „Aber uns ist bewusst, dass der Klimawandel keine Sommerferien hat“, stellt sie klar. „Die Ferien sollten sogar Anlass und Raum geben, darüber nachzudenken, ob eine Kreuzfahrt oder weite Flugreisen mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren sind.“