Auf in neue Gewässer: Wärmere Temperaturen und Sonnenschein motivieren Mensch und Tier zum Neustart. Den Frühling, wie dieser Schwan, draußen zu genießen, füllt den Erinnerungsschatz für triste Tage.
Auf in neue Gewässer: Wärmere Temperaturen und Sonnenschein motivieren Mensch und Tier zum Neustart. Den Frühling, wie dieser Schwan, draußen zu genießen, füllt den Erinnerungsschatz für triste Tage. | Foto: Collet

Neue Jahreszeit

Frühling in der Region weckt Tatendrang und Primeln

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Der Winter ist offiziell beendet, der Frühling beginnt mit dem 20. März im Kalender. An die Jahreszeit sind meist große Erwartungen geknüpft – von aufblühenden Pflanzen, wärmenden Sonnentagen und jeder Menge Glücksgefühle. Natur und Mensch reagieren, oftmals mit neuer Energie und Lust auf Veränderungen.

Von Janina Keller und Luisa Reith

Frühlingsgefühle

„Der Frühling beeinflusst uns durch mehr Licht und wärmere Temperaturen“, erklärt Susanne Kölmel, Psychologin aus Elchesheim-Illingen. Die Veränderung sei hormonell gesteuert: Das Glückshormon Serotonin wird ausgeschüttet, das Schlafhormon Melatonin gesenkt. „Wir haben dadurch mehr Energie und positive Gedanken“, erläutert Kölmel. Die Natur versprühe einen Optimismus, der die Menschen ansteckt: „Die Vögel fliegen zum Beispiel wieder umher und singen.“

Wir können uns die Jahreszeit ins Bewusstsein holen.

Doch auch im Frühling gibt es Tage, die eher grau und trist, statt hell und sonnig sind. „Wir können uns die Jahreszeit ins Bewusstsein holen“, sagt die Psychologin. Dabei setzt sie auf die aktive Vorstellungskraft und Erinnerungen. „Deshalb ist es umso wichtiger, sich an den schönen Tagen einen Schubs zu geben und aktiv den Frühling zu erleben.“ Zudem steige die Bereitschaft zu Neuem und damit auch die Lust am Leben – nicht nur beim Thema Liebe und Partnerschaft. „Viele machen sich schließlich an die Arbeit, ihre Ziele für das Jahr umzusetzen und etwas zu verändern“, ergänzt sie.

Frühjahrsmüdigkeit

Doch der Tatendrang wird nicht selten durch Abgeschlagenheit und erhöhten Schlafbedarf gebremst. Mit der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit reagieren viele Menschen auf die Umstellung des Körpers auf zunehmende Wärme und längere Tage, erklärt Kathrin Haag, Allgemeinmedizinerin aus Rastatt. Blutdruckschwankungen und ein erhöhter Melatoninspiegel sind Ursachen dafür. „Nach den dunklen Wintertagen ist die Konzentration von Melatonin im Blut erhöht“, sagt Haag.

Gegenmaßnahmen zur Frühjahrsmüdigkeit ergeben sich fast von selbst.

Das ist wiederum für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich und wird aus Serotonin produziert. „Diese Umwandlung wird durch Tageslicht gebremst“, erklärt die Ärztin. „So ergeben sich die Gegenmaßnahmen zur Frühjahrsmüdigkeit schon fast von selbst“, sagt Haag. Bewegung an der frischen Luft und bei Tageslicht für 20 bis 30 Minuten und eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse: Das helfe Betroffenen – auch bei Wetterfühligkeit durch schnelle Umschwünge.

Frühjahrsputz

Während sich einige von den Strapazen der neuen Jahreszeit zu Hause ausruhen, packt andere dort die Lust auf Ordnung. „Wir sind evolutionär mit der Tierwelt verwandt“, erklärt Psychologin Kölmel. Während Tiere im Frühling beginnen Nester zu bauen, räumen Menschen plötzlich auf und putzen. „Wir wollen uns bereit fühlen für das Leben, das der Sommer in wenigen Monaten bringt.“ Mit Schnittblumen oder einer farbig gestrichenen Wand kann man sich den Frühling ins Haus holen, rät Marco Rosenhahn, Landschaftsgärtner aus Rastatt und Inhaber des Unternehmens Freiraumgestaltung.

Frühlingspflanzen

Auf den Wiesen und in den Gärten blüht die Natur langsam auf. Primeln und Stiefmütterchen im März, Windröschen und Waldveilchen im April, Maiglöckchen und Vergissmeinnicht im Mai: „Ein Beet mit unterschiedlich hohen Stauden sowie integrierten Blumenzwiebeln und Zwergsträuchern ist über das ganze Frühjahr bis in den Sommer hinaus ein Hingucker“, erklärt Rosenhahn. Man sollte aber auf den Wetterbericht achten, die Pflanzen bei Wärme aus- und bei Frost einpacken, rät er. „Die ersten Sonnenstrahlen wecken die Lust nach draußen zu gehen, den Grill anzuwerfen und im Freien zu sitzen.“