Auch mit 80 Jahren schneidet der Durmersheimer Friseur Claus Heck seinen Kunden weiter die Haare. | Foto: Vetter

Claus Heck wird 80 Jahre alt

Fußball und Frisuren sind seine Leidenschaft

Anzeige

Spieler kommen und gehen, Trainer werden angeheuert und gefeuert. Er aber ist gleichsam eine Konstante seit Jahrzehnten auf vielen mittelbadischen Fußballplätzen: Ob in offizieller Mission als Vorstandsmitglied seines Heimatvereins FC Phönix Durmerheim oder einfach nur als Zuschauer und Intimkenner der Balltreterbranche – Claus Heck feiert an diesem Donnerstag (17. Januar) seinen 80. Geburtstag.

Noch fast täglich im Laden

Der weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Friseur steht auch in seinem reifen Alter fast noch täglich in seinem Geschäft, um vor allem die vielen Stammkunden weiterhin zu betreuen. „1953 habe ich angefangen, 1970 dann gemeinsam mit meiner Frau Gislind die Meisterprüfung absolviert und das Geschäft 1977 von meinem Vater Alois übernommen“, skizziert Heck seinen beruflichen Werdegang.
Wer bei ihm als Kunde ist, wird zumeist schnell in den Bann seiner Fußballleidenschaft gezogen und informiert über Hintergründe sowie Insider-Kenntnisse zum regionalen Geschehen auf dem grünen Rasen.

Ich war verrückt nach Fußball.

Dabei erinnert sich Heck noch ganz genau, wie alles anfing: „Im Alter von neun Jahren war ich bei einem Probetraining. Trainer Gustav Klenk stand in der Mitte des Platzes und warf uns Bälle zu. Wer sie stoppen konnte durfte bleiben, den anderen wurde empfohlen, zu den Turnern, zum Musik- oder Gesangverein zu gehen.“

Lungenkrankheit verhindert Comeback

Heck bestand die Prüfung, spielte einige Jahre in der ersten Mannschaft, bis der Vater sein Veto einlegte – auch aus Sorge um Verletzungen seines Sohnes. Dann aber drängte es Claus Heck („Ich war verrückt nach Fußball“) doch zurück, aber kurz vor seinem Comeback machte eine schwere Lungenkrankheit einen Strich durch die Rechnung.

Engagement für den FC Phönix

Sein Arzt riet ihm davon ab, weiter im regulären Spielbetrieb für seinen Verein um Punkte zu kämpfen. Aber Heck gab keineswegs auf, gründete die Stammtischmannschaft „Block 5“ und spielte dort 20 Jahre. Zudem hielt er dem FC Phönix weiter die Treue, organisierte aufgrund seiner Kontakte USA-Reisen des FC Phönix 1969 und 1973, übernahm später die Rolle des Spielausschussvorsitzenden und half in den 90er Jahren auch entscheidend mit, um den hoch verschuldeten Verein vor dem Ruin zu retten.

„De Friseur“ ist Ehrenpräsident

„De Friseur“, wie er allenthalben genannt wird, der als Jugendspieler sehr für den früheren Schalker Torjäger Bernie Klodt schwärmte, durchlebte alle Höhen und Tiefen des FC Phönix, von der Verbandsliga bis zur heutigen A-Klasse-Zugehörigkeit. Klar, dass Claus Heck auch Ehrenpräsident seines Vereins ist, der – wie er glaubt – kaum noch vor dem Abstieg in die B-Klasse zu retten ist. Aber: „Ich ärgere mich nicht mehr so, wenn sie verlieren, weil ich es vorher schon erwarte“, sagt Heck, wobei er sich in fernerer Zukunft durchaus eine Fusion mit dem FV Würmersheim vorstellen könnte.

Kein Alterslimit

Und wie lange will er noch Haare schneiden? „So lange es geht“, meint Heck und mag sich deshalb kein Alterslimit setzen. Wenn jemand so lange im Geschäft ist, kann er auch die Entwicklung der Frisurentrends beurteilen. „Früher wollten die Frauen immer Dauerwellen, heute fast gar nicht mehr, lieber Farben und Strähnchen.  Bei den Herren waren Locken angesagt, heute sind es Undercut und Glatzköpfe“, wie Heck und Ehefrau Gislind betonen, die zudem die Rolle von Trendsettern wie Christiano Ronaldo oder Oliver Kahn hervorheben. Die zunehmende Ausbreitung der Billigfriseure sieht Heck im Übrigen gelassen: „Am Ende wird sich immer die Qualität durchsetzen.“