Gefällte Platanen
Die zwölf Platanen zwischen Sankt Alexander und Kapellenstraße sind Geschichte. Sie müssen der Umgestaltung der oberen Kaiserstraße weichen. | Foto: Collet

Rastatt: Obere Kaiserstraße

Gefällte Platanen sorgen für Wirbel im Netz

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„Wahnsinn! Wie viele solcher leeren Plätze braucht Rastatt eigentlich noch? Schade ist‘s um die schönen Bäume…aber hey, wer braucht schon Bäume?“ Kommentare wie diese fliegen der Stadt derzeit auf Facebook um die Ohren, nachdem am Montag und Dienstag die zwölf Platanen auf der oberen Kaiserstraße gefällt worden sind, damit im Mai der erste Bauabschnitt zur Umgestaltung dieses Stadteingangs beginnen kann. Doch mehr noch als die Platanen haben es die Parkplätze den Facebookern angetan: Sie fürchten einen Wegfall von 60 bis 80 Plätzen, die das „Rückgrat der Geschäfte“ seien und damit einen Niedergang des Rastatter Einzelhandels.

Umgestaltung bringe keine Verschlechterungen

Da hält die Stadt entschieden gegen. Es gehe nicht darum, dem Einzelhandel zu schaden, ganz im Gegenteil: „Es ist immer wieder moniert worden, wie gruselig dieser Platz sei und dass er eben keine Visitenkarte ist, gerade für den Einzelhandel“, erklärt die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten. Die Umgestaltung der oberen Kaiserstraße werde keine Verschlechterungen bringen – weiterhin wird es Parkplätze geben, Autoverkehr möglich sein und auch Busse fahren –, doch es entstehen auch neue Möglichkeiten: „Man wird sich hier aufhalten können, es gibt Wasser, Kinder können spielen“, betont Dießelberg.

Fällung war frühzeitig angekündigt

Die Trauer um die gefällten Platanen könne sie nachvollziehen, den Ton der Diskussion im Internet dagegen weniger: „Wir haben die Fällung der Bäume frühzeitig angekündigt und erklärt, warum das bereits jetzt nötig ist, obwohl die Bauarbeiten erst im Mai beginnen.“ Grund ist, dass ab 1. März offiziell die Vegetationsphase beginnt und Bäume dann nicht mehr gefällt werden dürfen. Ohne Bäume bleibt die obere Kapellenstraße nun allerdings für mehrere Jahre: Nach derzeitigem Stand soll die Umgestaltung des Platzes bis September 2019 fertig sein – dann mit mehr Bäumen als vorher: „Es wird doppelt so viele geben wie jetzt und definitiv auch wieder Platanen, weil die zum Innenstadtbild gehören“, so Dießelberg.

Weniger Parkplätze während und nach dem Bau

Bei den Parkplätzen sieht es anders aus – hier fallen tatsächlich Stellflächen weg, allerdings deutlich weniger als von einigen Facebook-Nutzern befürchtet: Derzeit gibt es 96 Parkplätze zwischen Sankt Alexander und Kaiserstraße, nach der Neugestaltung werden es 76 sein, davon vier Behindertenparkplätze und acht Längsparkplätze. „Das liegt übrigens auch daran, dass die derzeitigen Stellplätze nicht mehr zeitgemäß sind“, so die städtische Pressesprecherin. Die neuen Parkflächen werden, modernen Autos entsprechend, breiter ausfallen. Bis Mai stehen den Autofahrern übrigens alle 96 Parkplätze zur Verfügung. Wie viele Plätze während der Bauphase bestehen bleiben, ist noch unklar. „Die Stadt wird aber für Ersatzflächen in dem Bereich sorgen“, heißt es.

Infoveranstaltung geplant

Citymanager Johannes Flau wird den Umbau der oberen Kaiserstraße als Baustellenbeauftragter begleiten. Er und die konkreten Bauabläufe sollen bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung Ende März allen Interessierten vorgestellt werden. Wie Dießelberg betont, sind die Anlieger, Einzelhändler und Eigentümer, bereits über die Maßnahme informiert worden – ohne dass die Stadt verärgerte Rückmeldungen erreicht hätten. Und wie schreibt ein Bürger auf Facebook: „Es gibt Tiefgaragen und andere Parkmöglichkeiten im direkten Umkreis zur Stadtmitte.“