Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch wird an diesem Mittwoch nach Stuttgart fahren, um dort die Bewerbung der Stadt Rastatt für die Landesgartenschau abzugeben. | Foto: Collet

Mit großer Mehrheit

Gemeinderat Rastatt segnet Bewerbung zur Landesgartenschau ab

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Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch wird an diesem Mittwoch nach Stuttgart fahren, um dort die Bewerbung der Stadt Rastatt für die Landesgartenschau abzugeben. Dafür gab der Gemeinderat am Montagabend mit großer Mehrheit grünes Licht. Nur die AfD stimmte dagegen.

Die Grundsatzentscheidung über die Bewerbung hatte der Gemeinderat bereits im Mai getroffen – damals einstimmig. Jetzt ging es darum, das Konzept abzusegnen, mit dem Rastatt ins Rennen geht. Zum Auftakt der Sitzung hatte Landschaftsarchitektin Elke Ukas den Stadträten Eckpunkte der Machbarkeitsstudie präsentiert, die sie im Auftrag der Verwaltung erstellt hat.

Rastatt natürlich!

Slogan der Stadt zur Bewerbung für die Landesgartenschau

Die rund 150 Seiten sind überschrieben mit dem Slogan „Rastatt natürlich!“. Im Vorwort rührt Oberbürgermeister Pütsch kräftig die Werbetrommel: „Ganz Rastatt ist motiviert, mit der Landesgartenschau und breiter Bürgerbeteiligung Rastatts Zukunft zu gestalten.“ Die Stadt sei der richtige Ort für die Gartenschau 2032, wobei die Ausrichtung auch 2034 oder 2036 möglich sei.

Am Mittwoch trifft Pütsch den zuständigen Minister Hauk

Am Mittwoch trifft Pütsch in der Landeshauptstadt auf den zuständigen Minister Peter Hauk (CDU), um ihm die Bewerbung zu überreichen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird die Bewertungskommission voraussichtlich im Frühsommer alle Kandidatenstädte bereisen und anschließend ihre Entscheidung bekannt geben.

Rastatt versucht, unter anderem mit seinem bürgerschaftlichen Engagement zu punkten. „Rastatt packt an!“ ist einer der Hauptgedanken des Konzepts überschrieben. Allein auf 50 Seiten wird dargestellt, wie die Bewohner bereits in der Vergangenheit mit eingebunden wurden und wie sie das Großprojekt auch in Zukunft mit Leben füllen können.

Der Rastatter Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. (Archivbild von einem Redaktionsbesuch 2018) | Foto: Rake Hora

Um der Jury die Kommune näherzubringen, besteht der erste Teil der Studie aus einem Überblick über Lage, Größe, Geschichte, Wirtschaft und den Landschaftsraum der Barockstadt. Der zweite Abschnitt ist ein Blick in die Zukunft des Jahres 2032. Dort legt Ukas die Entwicklungspotenziale dar, die beispielsweise die Freiflächen im Südwesten der Stadt bieten. Dort soll auf einer Fläche von 49 Hektar das Landesgartenschau-Gelände entstehen.

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Auf die Details geht das dritte Kapitel ein, das den Titel trägt: „Die Landesgartenschau – die beste Chance für eine grüne und nachhaltige Stadtentwicklung“. Dabei geht es um Themen wie die Verfügbarkeit von Flächen, Planungsrecht und auch den Naturschutz. Wo genau Themengärten, Spielplätze, Parks und ein Aussichtsturm entstehen könnten, zeigt das vierte Kapitel der Bewerbung.

Die Landesgartenschau würde fast 90 Millionen Euro kosten

Klar ist schon jetzt, dass die Landesgartenschau kein Schnäppchen werden würde. Wie berichtet, geht eine Kostenschätzung, die ebenfalls Teil der Bewerbung ist, von einer Gesamtsumme von fast 90 Millionen Euro aus. Davon entfallen aber nur rund 30 Millionen auf Infrastruktur und Organisation der Großveranstaltung.

Der mit Abstand größere Batzen in Höhe von mehr als 58 Millionen Euro ist für flankierende Maßnahmen vorgesehen. Dabei handelt es sich um Projekte, die ohnehin auf der Hausaufgabenliste der Stadtverwaltung stehen und die nun unter dem Dach der Landesgartenschau vereinigt werden. Beispiele sind die Neugestaltung der Murgpromenanden, des Post- und des Bahnhofvorplatzes. Aus Sicht von Oberbürgermeister Pütsch eröffnet die Landesgartenschau die Möglichkeit, diese Vorhaben „auf die Überholspur zu bringen“.

Diese Einschätzung teilten alle Fraktionen bis auf die AfD, deren fünf Mitglieder wegen der Kostenschätzung gegen die Bewerbung stimmten.