Zankapfel Bad-Gastronomie: Derzeit kann das Restaurant sowohl vom Schwimmbad aus, als auch von außerhalb besucht werden. Im neuen Kombibad muss ein internes Bistro reichen.
Zankapfel Bad-Gastronomie: Derzeit kann das Restaurant sowohl vom Schwimmbad aus, als auch von außerhalb besucht werden. Im neuen Kombibad muss ein internes Bistro reichen. | Foto: Collet

Entscheidung steht fest

Gemeinderat Rastatt will Fünf-Meter-Turm im Kombibad

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Fünf Meter tief springen, sechs Meter hoch klettern und auf zwei Bahnen rutschen: So sieht Rastatts künftiges Kombibad nun aus. Mit großer Mehrheit entschied sich der Gemeinderat für ein Schwimmbad in Premium-Ausstattung. Eigentlich hatte man sich schon für ein Drei-Meter-Brett als höchste Sprunggelegenheit entschieden.

Doch Unklarheiten in der Formulierung, ob man nun ein federndes Sprungbrett oder eine betonierte Plattform gemeint hatte, machten eine zweite Abstimmung notwendig. Kostentreiber in dieser Sache ist nicht die pure Höhe des Sprungturms, sondern die Höhe, die die Badegäste beim Springen erreichen können. Und die ist von einem federnden Sprungbrett eben deutlich höher als von einer starren Betonplattform.

Kosten steigen

Für schlappe 100.000 Euro mehr sprachen sich die Räte jetzt dafür aus, zum bereits beschlossenen Drei-Meter-Brett eine Betonplattform in fünf Metern Höhe bauen zu lassen. In diesen Kosten ist enthalten, dass das Dach über dem Sprungturm deutlich höher sein muss als ursprünglich geplant.

Gebäude ohne Knick im Dach

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch hatte aber bereits vor der Diskussion betont, dass sein ästhetisches Empfinden ein Gebäude mit einem Knick im Dach nicht erlauben würde. Will man aber die gesamte Schwimmhalle in einer Höhe überdachen, die dem Sprungturm angemessen ist, so entstehen nach Aussage von Kurt Pelzer von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen aber zusätzliche Kosten, deren Höhe bislang noch nicht berechnet ist.

Zwei Rutschbahnen reichen

Auch bei der Kletterwand setzte sich die teuerste Lösung durch, so soll man im Kombibad bald bis in eine Höhe von sechs Metern über der Wasseroberfläche kraxeln können. Einzig bei den Rutschen ging man nicht bis zum Äußersten. Hier sollen zwei Bahnen reichen. Die Alternativen, eine Rutsche mit der Option um eine zu erweitern, sowie zwei Rutschen plus Erweiterungsoption, fanden keine Mehrheit.

Grüne wollten sparsamer sein

SPD und Freie Wähler setzten sich in der Abstimmung mit ihren Vorstellungen vollständig durch. Joachim Fischer (SPD) sagte, seine Partei könne auf die Option, irgendwann einmal eine dritte Spaßrutsche einbauen zu können, gerne verzichten, wenn man damit über 200.000 Euro einsparen könne. Noch sparsamer wären die Grünen gerne gewesen. Ihnen würde nach Angaben ihres Sprechers Roland Walter eine Drei-Meter-Plattform für die Springer und eine Rutsche für die Plantscher reichen. Und auch bei der Kletterwand wollten die Grünen nur fünf, statt sechs Meter hoch hinaus. Die FDP wollte bei den Springern sparen und bei den Rutschern klotzen. Für sie erklärte Erich Wölfle, man wolle lediglich eine Drei-Meter-Betonplattform, dafür aber zwei Rutschen und die Chance auf mehr.

Aber wir wollen ein Bad, das Spaß macht.

Das volle Programm für alle Sparten wollten in seltener Einigkeit die Fraktionen von „Für unser Rastatt“ und CDU. Sie favorisierten die Möglichkeit, sich den Weg zu einer dritten Rutschbahn nicht zu verbauen. Das wäre ihnen auch 225 000 zusätzliche Euro wert gewesen. „Wir wollen zwar auch kein Spaßbad“, hatte CDU-Sprecherin Brigitta Lenhard betont. „Aber wir wollen ein Bad, das Spaß macht.“

Gastronomie nicht für außen

Wer kräftig badet, soll auch kräftig essen können. Damit das so ist, genehmigte der Gemeinderat, das Kombibad mit einem Bistro auszustatten. Eine eigenständige von außen erreichbare Gastronomie erhielt jedoch eine Absage. Damit folgten die Räte dem Vorschlag von Oberbürgermeister Pütsch, auch wenn SPD und Freie Wähler ihn eine einseitige Darstellung der Optionen unterstellten.

Das ist kein Wohlfühlort.

Walter (Grüne) zeihte die Befürworter eines eigenständigen und auch für externe Gäste erreichbaren Restaurants der Nostalgie und Realitätsferne. „Wir haben es künftig mit einem Hallenbad zu tun, mit all dem Lärm und den Chlorgerüchen. Das wird kein Wohlfühlort.“ Letztlich ließ sich der Rat von den aufgezeigten finanziellen Risiken schrecken und stimmte für die kleine gastronomische Lösung.