Gentlemanlike, aber nicht Gentleman des Jahres: Ata Icboyuns Typ kam in diesem Jahr bei der Jury nicht so gut an. | Foto: pr

Rastatter unter den Finalisten

GQ sucht den „Gentleman des Jahres“

Was ihn erwartet, weiß er noch überhaupt nicht. Fest steht nur: Ata Icboyun aus Rastatt könnte sich in dieser Woche den Titel eines „Gentleman des Jahres“ zulegen. Das Lifestyle-Magazin GQ kürt den „GQ Gentleman 2018“ an zwei Finaltagen vom 11. bis 12. Juni in Baden-Baden. Icboyun konkurriert dabei mit neun anderen Kandidaten um diese Auszeichnung. Wer gewinnt, entscheidet eine Jury, in der unter anderem Musikproduzent „Mousse T.“ und Schauspieler Tom Wlaschiha („Game of Thrones“) sitzen.

Mischung aus Stilsicherheit, Charme und Anstand ist entscheidend

Ata Icboyun stammt aus dem schwäbischen Kirchheim-Teck und ist beim Modehaus Wagener in Baden-Baden für das digitale Marketing und den Social-Media-Bereich zuständig. Er bezeichnet sich selbst als Blogger und Influencer und arbeitet auch als Model. Von einem Bekannten habe er die Empfehlung erhalten, bei dem GQ-Wettbewerb teilzunehmen „Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und mich dann entschieden mitzumachen.“

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Dabei hegt er allerdings nicht den Ehrgeiz, nun unbedingt die gesamte Konkurrenz hinter sich zu lassen. „Es ist eine Riesenehre für mich, überhaupt dabei zu sein, ich habe größte Hochachtung davor“, verrät der smarte junge Mann, der sich nach einer erfolgreich überstandenen Vorauswahl für das Finale qualifziert hat und die Zusammenarbeit mit den GQ-Verantwortlichen besonders lobt. Der Gewinner darf sich unter anderem für ein Jahr in der Rolle des Marketing-Botschafters für GQ sonnen, reist zu Fashion-Shows und wird für eine Promotionstrecke fotografiert.

26-Jähriger hat sich als Schiedsrichter bewährt

Mit dem Druck, bei der Endausscheidung nun die Jurymitglieder überzeugen zu müssen, glaubt Icboyun gut umgehen zu können. Schließlich hat er sich bereits seit seinem 13. Lebensjahr als Fußballschiedsrichter die nötige Erfahrung mit Drucksituationen angeeignet – und zwar bei Spielen bis zur Landesliga. „Vor allem Bezirksschiedsrichter-Obmann Bernhard Zerr habe ich viel zu verdanken“, betont er. Aber: „Nach dieser Saison höre ich auf“, sagt er und begründet diesen Schritt schlichtweg mit seinem starken beruflichen Engagement – obwohl er mit 26 Jahren gleichsam noch zu den Nachwuchstalenten in der Unparteiischen-Branche zählt.

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Lieber Gentleman als Mister

Stilsicherheit, das Gespür für Mode, Charme, Ausstrahlung, Anstand und Höflichkeit sind für ihn die Zutaten, die einen Gentleman ausmachen. „Es ist nicht damit getan, einer Frau die Tür aufzuhalten“, verweist er darauf, dass deutlich mehr dazu gehört, um den Ansprüchen zu genügen Und: „Es ist auch wichtig, den Humor nicht zu verlieren“. Dabei ist für Icboyun ein „Gentleman-Dasein“ von großer Bedeutung in der heutigen Gesellschaft, die oftmals doch von einer Ellenbogen-Mentalität geprägt sei.

Natürlich ist der Finalist gespannt auf die Herausforderungen, die es nun zu bewältigen gilt: „Im vergangenen Jahr ging es etwa darum, Cocktails zu mixen, es gab ein Bogenschießen und Auto-Driften.“ Icboyun rechnet auch diesmal fest mit einer „Sport-Challenge“ – wofür er sich als bislang aktiver Schiedsrichter indessen bestens gerüstet fühlt. Keinerlei Ambitionen hegt Icboyun im Übrigen, etwa an „Mister-Wahlen“ teilzunehmen: „Solch ein Titel bedeutet mir überhaupt nichts. Ich möchte vielmehr selbst kreativ sein und entscheiden, was ich tun will und was zu mir passt.“