Er frisst zu wenig. Der kleine Schwan, vom Hochwasser bedroht, von der Mutter verstoßen und von Pierre Fingermann gerettet, ist noch längst nicht über dem Berg.
Er frisst zu wenig. Der kleine Schwan, vom Hochwasser bedroht, von der Mutter verstoßen und von Pierre Fingermann gerettet, ist noch längst nicht über dem Berg. | Foto: Collet

Nach Rettung in Rastatt

Große Sorgen um kleinen Schwan

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Er frisst zu wenig. Der kleine Schwan, vom Hochwasser bedroht, von der Mutter verstoßen und von Pierre Fingermann gerettet, ist noch längst nicht über dem Berg. „Er ist zu leicht, hat deutlich abgenommen, seit er hier bei uns lebt“, sagt Fingermann, der das inzwischen wohl sechs Tage alten Schwanenbaby am vergangenen Mittwoch aus dem Murgkanal zog.

Das Hochwasser hatte das Nest überflutet. Eltern und Geschwister konnten sich selbst vor dem Wasser retten. Doch der Kleine stürzte in den Fluss. Die Schwanenmutter wollte das durchnässte Kücken nicht mehr annehmen.

Retter sorgt sich um jungen Schwan

Seither lebt der junge Schwan in der Münchfeldsiedlung und treibt Fingermann die Sorgenfalten auf die Stirn. „Wir geben ihm Bachflohkrebse, Regenwürmer und Entenaufzuchtfutter. Aber er frisst einfach nicht genug.“

Damit es das Tier dennoch über die nächsten zum Überleben kritischen Tage schafft, spritzt Fingermann ihm eine Mischung aus Futterbrei und Vitamintropfen in den Schlund. Zumindest sitzt der kleine Tropf seit kurzem nicht mehr allein unter den Wärmelampen im Schuppen des Fingermannschen Anwesens.

Wenn Tiere allein sind, legen wir ihnen Plüschtiere in den Käfig. Da kuscheln sie sich tatsächlich ran

Zwei Schwanenfindlinge aus Iffezheim machen dem kleinen Rastatter das Überleben leichter. „Wenn Tiere allein sind, legen wir ihnen Plüschtiere in den Käfig. Da kuscheln sie sich tatsächlich ran“, verrät der Vogelexperte. Seit die etwa gleichaltrigen Iffezheimer eingezogen sind, hat das Plüschtier ausgedient und die Schwanenbabys wärmen sich gegenseitig.

 

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Wärme ist neben Nahrung das Wichtigste

Wärme ist neben der Nahrung das Wichtigste, was der kleine Schwan vom Murgkanal braucht. „In der Natur kuscheln sich die Neugeborenen bei der Mutter unter die Flügel. Das können wir hier nicht bieten. Stattdessen brennen hier Tag und Nacht die Wärmelampen.“

Retter Pierre Fingermann sorgt sich um den kleinen Schwan.
Retter Pierre Fingermann sorgt sich um den kleinen Schwan. | Foto: Collet

Dass die Aufzucht dieser flauschig-süßen Findlinge kein Zuckerschlecken ist, weiß Fingermann schon lange. Die zwei Art- und Altersgenossen des Rastatter Schwanenbabys waren ursprünglich drei Geschwister. Doch eines der Kücken lag am Freitag tot im Käfig.

„Da kann man nichts machen, zu allem, was die Tiere durchgemacht haben, kommt dann noch der Stress, hierher umzuziehen.“ Jetzt setzt er alles daran, dass es die drei neuen Freunde schaffen. Frühestens in einer Woche ist der schwierigste Teil ihres jungen Lebens geschafft.