Zwei alte Rutschen müssen weg - zwei neue kommen: Die Wasserattraktionen sind im bestehenden Freibad außen aufgebaut. Im neuen Kombibad sollen zwei Rutschenröhren von innen und außen benutzbar sein. | Foto: Collet

Kombibad in Rastatt

Großer Sprungturm fällt ins Wasser

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Das neue Kombibad wird keinen Fünf-Meter-Sprungturm bekommen. Der Gemeinderat hat mehrheitlich für die kleine Variante mit Ein- und Drei-Meter-Brett gestimmt. Außerdem lehnten die Räte ein reines Bad-Bistro knapp ab – mehrere Stadträte hatten für ein vollwertiges Restaurant argumentiert. Unterdessen ermittelte ein Gutachter den Kostenrahmen für das Projekt zwischen 27 und 44 Millionen Euro.

Rat stimmt für Rutschen

Klare Mehrheiten gab es für eine Breitwellenrutsche aus Edelstahl im Nichtschwimmerbecken außen, für eine vier Meter hohe Kletterwand am Sprungbecken sowie für einen höhenverstellbaren Boden im Lehr- und Nichtschwimmerbecken innen. Schließlich soll es einen von innen und außen zugänglichen Turm mit zwei Röhrenrutschen geben, der auf drei Röhren erweiterbar ist.

Neues Konzept für Gastronomie

Die größte Diskussion gab es in der Sitzung, zu der rund 30 Zuhörer in die Reithalle gekommen waren, zum Thema Gastronomie. Deutlich positionierte sich der Fraktionschef der Freien Wähler, Herbert Köllner, für eine Vollgastronomie. Diese Position unterstützte auch SPD-Fraktionschef Joachim Fischer.

Die Grünen sahen das anders: „Ist es Aufgabe der Stadt, eine Gaststätte zu bauen?“, fragte Fraktionschef Roland Walter. Die Befürworter verwiesen auf das heute schon gute und bestens angenommene Angebot der Bad-Gaststätte.

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CDU-Fraktionschefin Brigitta Lenhard hielt das von der Verwaltung vorgeschlagene Konzept einer „Kerngastronomie“, die nur vom Bad aus genutzt werden kann, für ausreichend. Auch Simone Walker, Fraktionschefin von FuR, sah das ähnlich. In der Abstimmung stimmten nicht alle Fraktionen einheitlich, letztlich waren 19 Räte für die Kerngastronomie, 20 dagegen und drei enthielten sich.  Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch erklärte, dass nun in einer nächsten Sitzung ein neues Konzept beraten werde.

Aus für den großen Sprungturm

Umkämpft war auch der Fünf-Meter-Sprungturm, für den Mehrkosten von rund 400 000 Euro errechnet wurden. Dies hängt auch damit zusammen, dass hierfür das Dach höher und das Becken tiefer werden müsste. Die Fraktionssprecher legten sich zunächst auf Ein- und Drei-Meter-Sprungbretter fest, einzelne Fraktionsmitglieder plädierten hingegen für den großen Turm.

Martin Graf und Mathias Köppel (beide CDU) machten deutlich, dass man vieles noch nachrüsten könne, den Fünf-Meter-Turm wegen der festgelegten Deckenhöhe jedoch nicht mehr. Sie hielten diese Attraktion für wichtig. Am Ende stimmten 17 Stadträte für den Fünf-Meter-Turm, 24 waren dagegen und einer enthielt sich – und damit fiel der große Sprungturm ins Wasser.

Energieeffizientes Kombibad

Das neue Kombibad soll außerdem nach dem Willen der Stadträte den Standard des Null-Energie-Hauses erreichen – energieeffizientes Handeln stehe im Mittelpunkt. Im Vorfeld der Entscheidung über die Wasserattraktionen debattierte der Gemeinderat über die noch sehr ungenaue Kostenschätzung. SPD-Chef Fischer beharrte darauf, dass kein Kostendeckel beschlossen werden dürfe, da es dies bei keinem Projekt der vergangenen Jahre gab.

OB Pütsch ist ebenfalls gegen eine Deckelung, da man bei Kostensteigerungen nicht mitten im Bau aufhören könne. Auch CDU-Chefin Lenhard ist ebenso wie FuR-Chefin Walker gegen einen Kostendeckel. Die Kosten müsse man aber gleichwohl im Blick behalten. Grünen-Chef Walter bezog sich auf die verschiedentlich geäußerte Forderung einer Bürgerbefragung. Es sei unklar, worüber man die Bürger überhaupt abstimmen lassen solle.

Wie berichtet, soll ein Kombibad das Hallenbad und das Freibad an dessen bisherigem Standort Schwalbenrain ersetzen. Beide Bäder sind technisch marode.