DER RETTUNGSDIENST WIRD WEITER ROLLEN, wirtschaftlich wird er aber zum Kreisverband Bühl gehören. | Foto: Collet

DRK Rastatt und Bühl-Achern

Grünes Licht für Abgabe des Rettungsdienstes

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Die große Fusion der DRK-Kreisverbände Rastatt und Bühl-Achern ist zwar gescheitert, doch die Übernahme des Rastatter Rettungsdiensts durch den Kreisverband Bühl wenigstens in trockenen Tüchern. Wie Aufsichtsratschef Michael Pfeiffer und Vorstand Felix Brenneisen jetzt erklärten, hat der Landesverband auf einer Präsidiumssitzung am Montagabend grünes Licht für die Übernahmepläne gegeben. „Das ist nicht nur ein kleiner Stein, der mir vom Herzen fällt, das ist mehr als das: Die Perspektiven waren sehr schlecht“, so Pfeiffer erleichtert.

Aufatmen beim DRK

Bis zum 31. Dezember soll der Übergang des Rettungsdienstes in der Verantwortung des Kreisverbands Bühl-Achern stehen. Managen wird dies noch Felix Brenneisen, der derzeit beide Verbände führt und – wäre die große Fusion geglückt – Geschäftsführer des neuen Kreisverbands geworden wäre. Sein Vertrag, der eigentlich im Herbst ausgelaufen wäre, wurde nun bis zum Jahresende verlängert.

Übergang soll bis Jahresende stehen

Für die Zeit danach braucht der Kreisverband Rastatt einen neuen Geschäftsführer: Michael Haug war Mitte des Jahres in den Ortenaukreis gewechselt und Brenneisen übernimmt zum Jahreswechsel wieder die alleinige Führung des Bühler Kreisverbands. „Durch die Herauslösung des Rettungsdienstes wird sich das Aufgabenfeld aber deutlich verringern“, erklärt Aufsichtsratschef Pfeiffer.

Das ist nicht nur ein kleiner Stein, der mir vom Herzen fällt, das ist mehr als das: Die Perspektiven waren sehr schlecht

Aufsichtsratschef Michael Pfeiffer

Rettungsdienst in Rastatt seit Jahren in den Miesen

Der Rettungsdienst in Rastatt war eine große finanzielle Last für den Kreisverband: Seit Jahren ist er höchst defizitär und macht gleichzeitig 80 Prozent des Jahresumsatzes aus. Da der Kreisverband Bühl-Achern breiter aufgestellt sei als der hiesige, könnten dort Schwankungen besser ausgeglichen werden, so Vorstand Brenneisen.

Rastatter Hauptamtliche bleiben an ihren Einsatzorten

Für die Rastatter Mitarbeiter des Rettungsdienstes ändert sich indes nichts: Die 120 Hauptamtlichen bleiben an ihren derzeitigen Einsatzorten. „Es gibt keine Pendelei oder neue Tarifverträge.“ Lediglich die Koordination des Rettungsdienstes liege nach der Übernahme in einer Hand und zwar in Bühl. Brenneisen: „Damit haben wir einen Ansprechpartner, einen Betrieb und können einfacher wirtschaften.“ Auch für die Bevölkerung ändert sich nichts: „Die Notfallrettung bleibt sichergestellt.“

Kreisverband Rastatt schrumpft deutlich

Der Rastatter Kreisverband schrumpft mit der Abgabe des Rettungsdienstes allerdings deutlich zusammen: Es bleiben 25 überwiegend in Teilzeit beschäftigte Hauptamtliche, die im Bereich der Sozialen Dienste arbeiten – also für Essen auf Rädern, den Hausnotruf, die Tagespflege und das betreute Wohnen zuständig sind. Auch die Servicestelle Ehrenamt bleibt erhalten, eine Stärkung sei allerdings laut Pfeiffer „kein Thema mehr“. Die ehrenamtlichen Strukturen sind von der Herauslösung des Rettungsdienstes nicht betroffen: „Sie bleiben, wie sie waren.“

DRK sucht einen neuen Geschäftsführer

Hauptaufgabenfeld für den neuen Geschäftsführer wird die Konsolidierung des Kreisverbandes Rastatt sein. Pfeiffer und Brenneisen sind optimistisch, dass durch diesen Schritt die Zukunft des Verbands gesichert bleibt, mittelfristig sogar neue Bereiche erschlossen werden könnten. „Unser erstes Ziel wird sein, die bestehenden Angebote aufzuweiten“, so der Aufsichtsratschef. Beide, Pfeiffer wie auch Brenneisen, wollen die Abgabe des Rettungsdienstes nicht als ersten Schritt einer heimlichen Fusion sehen. Dass die beiden Verbände nicht doch einmal zusammengehen, schließen sie aber auch nicht aus.