Die Ortsmitte II in Ötigheim: Zur Sanierung und den Förderrichtlinien für private Modernisierungsvorhaben gab es nun eine Informationsveranstaltung. | Foto: Kraft

Ortskernsanierung in Ötigheim

Grundstücksbesitzer holen sich Infos

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Von Ralf Joachim Kraft

Bei einer Bürgerinfo zur Ortskernsanierung II hat Klaus-Peter Hildebrand, Projektleiter Stadt- und Dorferneuerung bei der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE), am Montagabend die jüngst vom Ötigheimer Gemeinderat beschlossenen Förderrichtlinien für private Erneuerungs- und Ordnungsvorhaben vorgestellt und erläutert.

Bürgerinfo im Gemeindehaus

Rund 40 Grundstückseigentümer informierten sich im Gemeindehaus Alte Schule umfassend über das Thema der Ortskernsanierung, speziell über private Modernisierungs- und Instandsetzungsvorhaben. Dabei ging es unter anderem um die Zuschüsse für Erneuerung oder Abbruch privater Gebäude, die Voraussetzungen für eine Förderung, den Ablauf einer Modernisierungsmaßnahme, die steuerliche Abschreibung, weitere Fördermöglichkeiten (etwa durch zinsgünstige Darlehen der KfW-Bank) und vieles mehr.

Ortsmitte II soll bis Ende 2029 saniert sein

Der Ötigheimer Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung das Sanierungsgebiet „Ortsmitte II“ förmlich festgelegt und die gemeindlichen Förderrichtlinien beschlossen. Die Sanierung soll bis 31. Dezember 2029 abgeschlossen sein. Gefördert werden laut Hildebrand Modernisierungsvorhaben, die den Gebrauchswert der Wohnungen und Gebäude erhöhen, die Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern und eine nachhaltige Energieeinsparung ermöglichen.

Projektleiter informiert über Förderung

Förderfähig seien auch Instandsetzungsmaßnahmen, die durch die Modernisierung bedingt sind. Nicht gefördert würden Schönheitsreparaturen und Unterhaltungsarbeiten. Es seien nur Maßnahmen förderfähig, die vor Baubeginn in einer Modernisierungsvereinbarung zwischen Eigentümer und Gemeinde oder bei Abbrucharbeiten in einem städtebaulichen Vertrag vereinbart wurden. Vorrangig gefördert würden Maßnahmen zur Energieeinsparung. Die Kosten müssten wirtschaftlich vertretbar sein und dürften nicht über den Standard des sozialen Wohnungsbaus hinausgehen. Grundsätzlich seien Gebäude umfassend zu sanieren.

Mindestinvestitionssumme liegt bei 15 000 Euro

Die Förderung beziehe sich immer auf ein Bündel von Maßnahmen. Auch die Erneuerung oder Umnutzung von Nebengebäuden zu Wohnzwecken könne nach Prüfung des Einzelfalls gefördert werden.
Die Mindestinvestitionssumme müsse 15 000 Euro betragen. Eigenleistungen dürften maximal bis zu 15 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden, wobei als Stundenlohn maximal acht Euro zulässig seien. Es gelte, alle gestalterischen und städtebaulichen Belange vor Baubeginn mit der Gemeinde und der KE abzustimmen. Die Zuschusshöhe liege bei 25 Prozent der berücksichtigungsfähigen Aufwendungen für private Gebäude, deren Modernisierung und Instandsetzung aus städtebaulicher Sicht vordringlich sei. Die Förderobergrenze betrage 25 000 Euro für private, gemischt genutzte und gewerblich genutzte Gebäude. Die Förderung sehe bei „privaten Ordnungsmaßnahmen“ eine Kostenübernahme der Abbruchkosten von bis zu 80 Prozent vor. Als Obergrenze der Kostenerstattung seien 25 000 Euro festgelegt.

Kiefer: 40 Prozent der Zuschüsse kommen von der Gemeinde

Abgerechnet würden die Kostenerstattungsbeträge auf Basis der tatsächlich entstandenen Baukosten. Hierzu und auch zu den Eigenleitungen seien geprüfte Rechnungen mit Zahlungsnachweisen vorzulegen.
„40 Prozent der Zuschüsse kommen von der Gemeinde. Wir sind froh über jeden, der das Geld abruft, um das Wohnen und Leben in diesem Bereich attraktiver zu machen. Geben Sie diese Informationen weiter, reden Sie mit Ihren Nachbarn, nutzen Sie die kostenlosen Beratungen und lassen Sie kein Geld liegen“, appellierte Bürgermeister Frank Kiefer nach der Fragerunde an die Bürger. Man brauche nichts überstürzen, solle seine Entscheidung aber auch nicht auf die lange Bank schieben, ergänzte Hildebrand.