Auch als Zuhörer gefragt: Bei seinen Hausbesuchen wird Bürgermeisterkandidat Johannes Kopp (rechts) des öfteren mit den Sorgen und Nöten der Iffezheimer konfrontiert, die sie vor ihrer Tür erleben. | Foto: Collet

Bürgermeisterwahl in Iffezheim

Hausbesuche „mit Herz und Hand“

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Die Weihnachtsbäckerei in seiner Familie gestaltete sich diesmal etwas anders als gewöhnlich. Denn: Allerlei Familienmitglieder halfen mit, um Plätzchen zu produzieren, die kleine Herzchen und Hände darstellen. Damit war gleichsam der Wahlslogan von Johannes Kopp in Gebäckform geschaffen: „Mit Herz und Hand für Iffezheim“ lautet die Aufschrift auf den kleinen Tütchen mit den Backwaren, die Johannes Kopp bei jedem seiner Hausbesuche als Präsent mitbringt.

Kandidat bringt Backwaren als Präsent mit

Seit acht Wochen ist der Kandidat für die Iffezheimer Bürgermeisterwahl in der Renngemeinde unterwegs, jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 20 Uhr von Straße zu Straße, von Haus zu Haus und von Tür zu Tür. Samstags entfällt gar die Mittagspause, „weil viele da eben auch über Mittag zu Hause sind“, wie Kopp weiß.
Das heißt auch: Immer wieder klingeln und darauf warten, ob geöffnet wird und wer hinter der Tür steht. Und seine Erfahrungen mit dieser Art von Wahlkampf sind für ihn durchaus positiv: „Es ist eher die Ausnahme, dass man nicht hereingebeten wird.“

Positive Erfahrungen mit Wahlkampf von Haus zu Haus

Falls niemand zu Hause ist, hängt Kopp einen Info-Flyer mit seiner Telefonnummer und E-Mail-Adresse an die Tür. „Es kommt schon vor, dass ich dann später angerufen werde und wir uns dann noch unterhalten“, sagt Kopp.
Freilich: Bisweilen wird der Aspirant auf die Nachfolge von Noch-Bürgermeister Peter Werler bei seinen Visiten auch gleich mit einer ganzen Palette von Problemen konfrontiert. Kummer mit der Parkmoral und den hohen Geschwindigkeiten im Ort etwa bekommt er von Edwin Haller, einem Anwohner in der Tullastraße, zu hören.

Kandidat wird mit Problemen konfrontiert

Kopp verspricht ihm, im Falle seiner Wahl einen Gemeindevollzugsbediensteten einzustellen, der im Ort den ruhenden Verkehr im Visier haben soll. Haller zeigt sich ob dieser Aussage zufrieden, wenngleich er noch einige weitere Kritikpunkte am örtlichen Geschehen äußert: Die Vandalismus-Schäden an seinem Haus durch an der Bushaltestelle wartende Schüler etwa moniert er ebenso, wie die lauten Laubbläser, mit deren Hilfe Bauhof-Mitarbeiter „im Sommer das Gras wegblasen“. Und: „Die Visionen fehlen, wie der Ort sich in den nächsten Jahren entwickeln soll“, sagt Haller. Johannes Kopp hört sich alles geduldig an – und weiß auch, dass nicht für jedwede Sorgen und Nöte der Bürger Patentlösungen zu finden sind. Aber es gibt auch andere Einschätzungen: „Ich bin zufrieden in Iffezheim, es passt alles“, klingt es aus einer anderen Wohnungstür.

Viele rechnen mit engem Wahlausgang

Im Haus von Harald Schäfer hört Kopp, was er bei seinen Besuchen des öfteren erfährt: „Es wird eng, es sind zwei gleichwertige Bewerber mit ähnlichen Profilen und es könnte einen zweiten Wahlgang geben.“ Auch dass es „auf eine Sympathiewahl hinauslaufen könnte“, sagen einige. Und noch etwas: „Ich kenne Ihren Vater gut. Und wenn der Sohn so gut ist wie der Vater, dann wähle ich Sie“, erklärt ein Mann, der schon zu den reiferen Jahrgängen zählt, als er sich nach einem kurzen Gespräch von Johannes Kopp verabschiedet. Der Bürgeremeisterkandidat allerdings vernimmt dies eigentlich gar nicht so gerne: „Ich will eben nicht auf den Sohn von Ernst Kopp reduziert werden“, betont er nachdrücklich. Nur: Gegen diesen Vergleich ist Johannes Kopp eigentlich machtlos.