Die Kugel rollt und fünf Kandidaten hoffen auf den Hauptgewinn. Am Dienstag wählt der Kreistag den künftigen Chef der Landkreisverwaltung. Eine Entscheidung im ersten Wahlgang ist nicht ausgemacht. | Foto: Collet

Landratswahl in Rastatt

Hubers Wahl ist längst nicht sicher

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Die CDU will Toni Huber, die Grünen stehen auf Knut Bühler, die Freien Wähler wollen einen Gemeinde-Versteher und die SPD schaut mal wie’s so läuft. Vier Tage bevor der Kreistag einen neuen Landrat für den Kreis Rastatt bestimmt, betonen alle, dass es bei dieser Wahl ganz allein um Persönlichkeiten und garantiert nicht um Parteibücher geht.

Huber als Frontmann

Doch für die CDU wäre es blamabel, könnte sie nicht einen der Ihren durchsetzen. Und für alle anderen bietet sich die Chance, nach über 60 Jahren CDU-Herrschaft einen Parteilosen in den Chefsessel des Landratsamtes zu hieven. Neben dem Front-Mann der Christdemokraten im Kreistag, dem Weisenbacher Bürgermeister Toni Huber, stehen die Ersten Landesbeamte der Landkreise Rastatt und Karlsruhe, Jörg Peter (CDU) und Knut Bühler (parteilos) zur Wahl, ebenso wie die ebenfalls parteilosen Christoph Gehring (Jurist) und Heinrich Eiermann, Beamter im Regierungspräsidium Karlsruhe.

Zwei Bewerber aus der CDU

Spannend wird zunächst, wie sich die CDU-Kreisräte verhalten, angesichts von zwei Kandidaten aus der eigenen Partei. „Wir haben schon im vergangenen Jahr erklärt, dass wir Toni Huber unterstützen. Das ist unsere Position. Und ich erwarte, dass sich die Fraktion an dieses Wort erinnert.“ Diese Aussage von Hartwig Rihm, CDU-Kreisrat und ehemaliger Bürgermeister von Au am Rhein, lässt eigentlich Einigkeit erahnen. Rechnet man zu den 23 wahlberechtigten Christdemokraten noch die neun professionellen Bürgermeister aus der Fraktion der Freien Wähler, käme Bürgermeister Huber der notwendigen Stimmenzahl von 33 bereits sehr nahe. Doch selbst der unerschütterliche Rihm will sein „Häusle nicht verwetten“, dass Huber im ersten Wahlgang siegt.

Wer passt ins Beuteschema der Freien Wähler?

Dass alle, oder zumindest die Mehrheit der 14 Stimmen der Freien Wähler an Huber gehen, ist aber längst nicht ausgemacht. Die Voraussetzungen „Fachkompetenz und das Gespür für die kommunale Familie“, die Karsten Mußler, Freier Wähler und selbst Bürgermeister in Kuppenheim, formuliert, weisen sehr deutlich auf Huber hin. Auf den zweiten Blick aber passten nach Ansicht Mußlers auch Bühler und Peter ins Beuteschema der Freien Wähler.

Wir haben keine Fraktionsmeinung gebildet, aber wir sind alle der Meinung, dass wir erst mal für Bühler stimmen.

Manuel Hummel, Fraktionsvorsitzender Grüne

In Knut Bühler sehen die Grünen einen mehrheitsfähigen Kandidaten ohne schwarzes Parteibuch. „Wir haben keine Fraktionsmeinung gebildet, aber wir sind alle der Meinung, dass wir erst mal für Bühler stimmen“, verrät Manuel Hummel. Er hofft auf einen zweiten Wahlgang, in dem es dann vielleicht tatsächlich zum Showdown zwischen Huber und Bühler kommen könnte. Dass er und mit ihm die Grünen-Fraktion dann für Huber stimmen könnte, ist eher unwahrscheinlich. „Huber kennt uns genau und müsste eigentlich wissen, welche Angebote er uns machen müsste. Doch bei den Gesprächen mit ihm ist da zu wenig rübergekommen.“

SPD macht drei geeignete Kandidaten aus

In einem zweiten Wahlgang könnte sich dann womöglich auch die SPD zu einem taktischen Vorgehen hinreißen lassen. „Es gibt drei geeignete Kandidaten“, sagt SPD-Kreisrat Jonas Weber. „Wenn Toni Huber die CDU und die Bürgermeister hinter sich bekommt, dann wird er Landrat. Aber wenn es zu einem Zweikampf wird und in den zweiten Wahlgang geht, dann werden wir die Sitzung unterbrechen und uns neu beraten.“ Wen er persönlich favorisiert, will Weber nicht verraten. Doch er freue sich sehr, „dass wir auch einen geeigneten Bewerber ohne Parteibindung haben“ und meint damit Knut Bühler.

Ernst wird’s am Dienstag ab 14 Uhr. Dann konzentriert sich das gesamte Landratsamt auf die Wahl des neuen Landrats und ist für den allgemeinen Besucherverkehr deshalb geschlossen. Wer der Wahl beiwohnen will, ist jedoch im Sitzungssaal des Kreistags willkommen.

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