Schwer zu löschen wäre ein Feuer in der katholischen Stadtkirche Sankt Alexander. Der Brandschutz ist noch ausbaufähig. | Foto: Kastner

Weder Melder noch Sprinkler

In Sankt Alexander in Rastatt gibt es keinen Brandschutz

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Nicht so groß und nicht so alt, vielleicht nicht ganz so prächtig, auf alle Fälle aber genauso ungeschützt vor einer Feuersbrunst: Wie in der Kathedrale von Notre Dame in Paris, so gibt es auch in Rastatts katholischer Stadtkirche Sankt Alexander nach Angaben der Feuerwehr weder Brandschutzmelder noch eine Sprinkleranlage.

Zuständig für solche Sicherheitsinstallationen ist das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg. Und dort hat man die Notwendigkeit offenbar bislang nicht gesehen. Bei den Staatlichen Schlössern und Gärten hat man diese Hausaufgaben schon gemacht. „Das Rastatter Schloss ist beim vorbeugenden Brandschutz auf dem neuesten Stand“, so Martin Maier, stellvertretender Kommandant der Rastatter Feuerwehr.

Barockschloss auf neuestem Stand

Neben den installierten Meldeanlagen legt man auch großen Wert auf eine gut informierte Feuerwehr. „Wir kommen immer wieder zu Begehungen ins Schloss, damit wir im Brandfall auch ortskundig sind.“ Technisch hinkt der Brandschutz in Sankt Alexander dem Schloss also hinterher. Doch die Feuerwehr ist auch auf einen Brand der Kirche vorbereitet. „Wir waren schon mehrmals mit unseren Fahrzeugen an der katholischen Stadtkirche und haben geprobt, wo wir Drehleiter und Hubmast am besten positionieren“, verrät Maier.

Kirchenbrand schwer zu bekämpfen

Nicht nur wegen der Enge rund um Sankt Alexander, sondern vor allem auch wegen der Höhe des Gebäudes ist ein Brand dort nur schwer zu bekämpfen. Insbesondere der hölzerne Dachstuhl könnte nach Einschätzung Maiers, ähnlich wie in Paris, zum Problem werden. Eigens um der Feuerwehr die Arbeit zu erleichtern, wurde vor einiger Zeit ein Fahnenmast vor der Kirche umgesetzt. Der hätte im Notfall den Fahrzeugen die Zufahrt erschwert.

Feuer im Seniorenheim

In Paris könnten nach ersten Informationen Handwerksarbeiten für den Brand verantwortlich sein. Ähnliches passiert im vergangenen Sommer in Rastatt. Das Feuer im Seniorenheim „Brunnenhaus“ wurde bei Renovierungsarbeiten ausgelöst. „Damals ist Dämmmaterial in Brand geraten“, erinnert sich Maier. Spezielle Benachrichtigungen, wann an Rastatts historischen Gebäuden Blechner oder Dachdecker gefährliche Arbeiten ausführen, erhält die Feuerwehr nicht. „Da liegt es in der Verantwortung der Handwerker, dass die Arbeiten ohne Gefährdung ausgeführt werden.“ Klar ist hingegen, wann ein großes Feuerwerk über dem Barockschloss für eine erhöhte Brandgefahr sorgt. Das wird schon in einigen Wochen beim großen Stadtfest wieder der Fall sein. Und da sind die Brandbekämpfer schon im Vorfeld dabei – der Sicherheit wegen.