Bitte lächeln: Mit einer Fotox-Aktion rührt die Stadtvewaltung die Werbetrommel für die Landesgartenschau auf dem Marktplatz. | Foto: pr

Bewerbung für das Jahr 2032

Jury für Landesgartenschau besucht Rastatt am 15. Juli

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Der Slogan lautet: „Rastatt natürlich“. Damit geht die Stadt ins Rennen für die Landesgartenschau 2032. Die Konkurrenz besteht aus sieben weiteren Kommunen. Ursprünglich war geplant, dass eine Kommission des Landes die Bewerber im März und April in Augenschein nimmt. Doch wegen der Corona-Pandemie fiel die Bereisung zunächst flach. Jetzt will sie das zuständige Landwirtschaftsministerium nachholen. Unser Redakteur Holger Siebnich beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wer sind die Konkurrenten?

Neben Rastatt werfen Bad Mergentheim, Crailsheim, Ludwigsburg, Nürtingen, Offenburg sowie das Bewerber-Duo Schweikheim und Winnenden ihren Hut in den Ring. Alle Städte bewerben sich nicht nur um die Landesgartenschau 2032, sondern alternativ auch für die Auflagen 2034 oder 2036. Am Ende werden also drei Kommunen zum Zug kommen. Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch hat in der Vergangenheit stets betont, dass sich Rastatt über jeden Termin freuen würde, 2032 aber das Wunschjahr wäre.

Wann erwartet Rastatt die Bewertungskommission?

Nachdem das Bewerbungsverfahren wegen der Corona-Pandemie wochenlang ruhte, steht der neue Termin mittlerweile fest: Die Jury kommt am Mittwoch, 15 Juli.

Jury-Besuch wegen Corona mit deutlich reduziertem Programm

Welches Programm ist für den Termin geplant?

Die Stadtverwaltung wollte groß auffahren, unter anderem mit einem Bürgerfrühstück auf dem Marktplatz sowie Präsentationen von Schulen und Kindergärten. Nicht nur die Verwaltung, auch Rastatts Bürger hätten zeigen können: Wir wollen die Landesgartenschau. Doch wegen Corona fällt das alles flach. Laut Pressesprecherin Heike Dießelberg gibt es nun „ein absolut reduziertes Programm, ohne Öffentlichkeit und Presse. Die Gruppe besteht insgesamt nur aus acht Personen. Die Kommission bekommt einen Film gezeigt, außerdem besucht sie die wichtigsten Orte, an denen sich die Landesgartenschau abspielen soll. Im Anschluss will OB Pütsch im Rahmen einer Pressekonferenz über den Besuch informieren. Kleiner Trost: Die Besuche finden in allen Bewerberkommunen unter den gleichen Bedingungen statt.

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Wann fällt die Entscheidung?

Ein genauer Termin ist bislang nicht bekannt. Das Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) sprach bislang von „Sommer 2020“.

Steht der Gemeinderat geschlossen hinter der Bewerbung?

Nein. Die Grundsatzentscheidung für die Bewerbung im Mai 2019 fiel noch einstimmig aus, als es Mitte Dezember um das konkrete Konzept ging, stimmte die AfD dagegen. Alle anderen Fraktionen und Gruppen segneten das Konzept aber mit breiter Geschlossenheit ab.

Dieses Ehepaar lässt sich die Lage des geplanten Landesgartenschau-Geländes erklären. | Foto: pr

Was sind die Kernpunkte der Bewerbung?

Auf einer 49 Hektar großen Freifläche im Südwesten soll das Landesgartenschaugelände entstehen. Dieses ist begrenzt von Oberwaldstraße, dem Stadtpark an der Kehler Straße, dem Stadtrand und einem Feld auf Höhe der Zufahrt zum Mercedes-Kundencenter. Eine wichtige Rolle soll auch die Schlossachse mit der Ottersdorfer Straße spielen. Auch das Murgufer soll aufgewertet werden, uum Beispiel mit Stränden.

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Welche Kosten kämen auf die Stadt zu?

Die Gesamtsumme der ersten Kostenschätzung ist enorm: fast 90 Millionen Euro. Davon entfallen allerdings rund 58 Millionen auf Infrastrukturmaßnahmen, die nicht unmittelbar mit der Landesgartenschau zusammenhängen und die ohnehin umgesetzt werden sollen. Beispiel dafür sind die Neugestaltung der Murgpromenaden, der Umbau des Bahnhofvorplatzes, Straßensanierungen oder der Bau neuer Radwege in die Rieddörfer.

Trotzdem bleiben nach dieser Schätzung rund 30 Millionen Euro Kosten für Infrastruktur und Organisation der Großveranstaltung. Kann sich die Stadt das nach der Coronakrise noch leisten?

Davon scheint die Verwaltung auszugehen. Nach der Zwangspause durch die Pandemie rührt das Rathaus auch wieder die Werbetrommel in der Öffentlichkeit, zuletzt mit einer Fotobox-Aktion auf dem Marktplatz. Auch im Gemeinderat kam es bislang nicht zu einer erneuten Grundsatzdiskussion zu dem Thema.