Hartweg-Nachfolge
Mit nur einer Stimme Vorsprung hat sich der bisherige Rastatter Wirtschaftsförderer als neuer zweiter Dezernent der Stadt durchgesetzt. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch gratulierte mit Blumen. | Foto: Collet

Wechsel im Rastatter Rathaus

Knoth ist der neue Bürgermeister

Anzeige

Die Entscheidung für ihn war denkbar knapp: Raphael Knoth, bisher Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Citymanagement der Stadt Rastatt, wird neuer Bürgermeister in der Barockstadt.

Er übernimmt damit die Nachfolge des ausscheidenden Wolfgang Hartweg, der über 28 Jahre lang das Amt des Beigeordneten ausgeübt hatte. Knoth setzte sich im erforderlich gewordenen zweiten Wahlgang gegen seinen Mitkonkurrenten Thomas Tritsch – Leiter der Abteilung zentrale Dienste beim Ordnungs- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe – mit 23:22 Stimmen durch. Zwei Stimmzettel waren ungültig. „Ihr habt es saumäßig spannend gemacht“, wie Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch das enge Resultat kommentierte.

Ihr habt es saumäßig spannend gemacht

Der dritte Bewerber Stefan Kaufmann, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebes „Die Stadtreiniger“ in Kassel, war nach elf Stimmen, die er im ersten Wahlgang erhalten hatte, ausgeschieden. In diesem ersten Durchgang lag Knoth mit 20 Stimmen vor Tritsch, der 16 Stimmen auf sich vereinen konnte, so dass insgesamt keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten erzielt wurde. Fest steht nach dem Gemeinderatsvotum am Montagabend auch, dass Arne Pfirrmann neuer erster Beigeordneter wird.

Pfirrmann wird erster Beigeordneter

35 Ratsmitglieder votierten für ihn, sieben Gemeinderäte wollten Knoth an erster Stelle sehen, so dass er künftig die Rolle des zweiten Beigeordneten übernehmen wird. Fünf Stimmzettel waren bei dieser Wahl ungültig. „Ich danke für dieses knappe mehrheitliche Vertrauen und freue mich auf eine intensive Zusammenarbeit“, betonte Knoth. OB Pütsch hatte zuvor nachdrücklich die „sehr gute Vorstellung“ aller drei Bewerber gelobt. Die vierte Kandidatin Christiane Mazander hatte krankheitsbedingt kurz vor der Wahl ihren Rückzug erklärt.

Knoth überzeugt knapp vor Tritsch und Kaufmann

Raphael Knoth setzte in seiner Vorstellungsrede mehrere Schwerpunkte und rückte als Diplom-Geograph und Magister im Public Management seine Fachkenntnis und Erfahrung in den Mittelpunkt. Grundlegend sei für ihn Verlässlichkeit und eine gleichermaßen effiziente wie strukturierte Organisation. Der nebenberufliche Dozent an der Steinbeis-Verwaltungsschule bekräftigte sein Anliegen, Veränderungsprozesse aktiv zu kommunizieren und hob obendrein hervor, für wie wichtig er Motivation und Wertschätzung hält. Ein offener und ehrlicher Umgang zähle dazu, genauso wie ein adäquates Arbeitsumfeld. Auch Visionen und und Strategien zählt er zu zentralen Eckpfeilern seiner künftigen Arbeit Und: „Das Miteinander ist wichtig“, versicherte er.

Thomas Tritsch, ehemals Hauptamtsleiter in Iffezheim und Ortsvorsteher in Grötzingen, hatte sich in seiner Vorstellungsrede „nach 30 Berufsjahren“ als „bestens geeignet“ für das Amt des Bürgermeisters“ empfohlen.

Stefan Kaufmann, der in Rastatt aufwuchs und am LWG sein Abitur machte, hatte versprochen, dem Amt des Beigeordneten ein neues Profil geben zu wollen und ließ keinen Zweifel: „Ich habe in allen Bereichen erfolgreich gearbeitet.“