Vorbild Offenburg: Eine Rastatter Delegation besuchte das Freizeitbad Stegermatt kurz nach seiner Eröffnung im Sommer 2017. Es hat innen ein Schwimmerbecken, eine Sprunganlage mit Fünf-Meter-Turm und ein Nichtschwimmerbecken. Außen gibt es ein Sportbecken und eine Vier-Personen-Rutsche.
Vorbild Offenburg: Eine Rastatter Delegation besuchte das Freizeitbad Stegermatt kurz nach seiner Eröffnung im Sommer 2017. Es hat innen ein Schwimmerbecken, eine Sprunganlage mit Fünf-Meter-Turm und ein Nichtschwimmerbecken. Außen gibt es ein Sportbecken und eine Vier-Personen-Rutsche. | Foto: Wolff

Arbeitskreis Bäder in Rastatt

Alohra hält noch durch – aber nicht mehr lange

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Dem ersten Eindruck vieler Bürger ist auch der Gutachter verfallen: „Als ich ins Alohra kam, war ich erstaunt, das Bad macht einen guten Eindruck und ist sehr gepflegt“, berichtete Thomas Duzia im Betriebsausschuss der Stadtwerke. Duzia sollte überprüfen, ob das fast 50 Jahre alte Bad noch sicher ist und ob es möglich wäre – wie einige Schwimmer fordern –, die Anlage zu renovieren. Duzias Fazit: Das Alohra hält noch durch – aber nicht mehr lange. Eine Sanierung sei nicht sinnvoll.

Mit diesem Gutachten wolle sich die Stadt absichern, dass für Badegäste keine Sicherheitsrisiken bestünden, erklärte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk ergänzte, dass man außerdem einen Prüfstatiker beauftragt habe.

Gastronomie nur für Badbesucher

Unterdessen präsentierte der Arbeitskreis Bäder seine Wünsche an das neue Bad. Vorsitzender Horst Müller von der DLRG referierte, dass der Arbeitskreis eine Gastronomie mit vollem Angebot – also nicht nur Snacks – wünsche. Im Saunabereich solle es „gehobene Gerichte“ geben. Die Gastronomie solle nur für Badbesucher geöffnet sein. Das bisherige Restaurant kann auch von außerhalb genutzt werden.

Beheiztes Außenbecken

Der Arbeitskreis unterstützt im Wesentlichen die Vorgaben, die der Gemeinderat bereits diskutiert hat. So solle es etwa ein ganzjährig beheiztes Außenbecken geben, der Spaßbereich müsse vom Schwimmbereich akustisch getrennt werden, die Sauna könne in Randlage später erweitert werden. Für das Nichtschwimmerbecken wünscht man sich einen höhenverstellbaren Boden für Kursangebote, im beheizten Außenbecken solle es drei Bahnen für Schwimmer geben. Wichtig sei ein separates Sprungbecken mit Ein- und Drei-Meter-Federbrett.

Jugend hofft auf Kletterwand

In diesem Punkt ergänzte die Jugenddelegation, aus der Simon Klein und Ulrich Fahr im Betriebsausschuss berichteten, dass ein Fünf-Meter-Sprungturm und eine Kletterwand am Sprungbecken wichtig seien. Eine Kletterwand gebe es in der Region bisher nicht.

Spielangebot im Kombibad

Darüber hinaus möchte der Arbeitskreis Bäder einen Rutschenturm sowie eine Breitrutsche im Außenbereich haben. Hinzu sollen attraktive Spielangebote innen und außen kommen. Schließlich wird ein Beachvolleyballfeld genannt, das auch von außerhalb des Bades zugänglich sein soll.

Kritik an Gastro-Konzept

Die Stadträte waren beeindruckt von den Ausarbeitungen, vor allem von den Ideen der Jugendlichen. SPD-Stadträtin Sybille Kirchner bezweifelte indes, dass ein Gastronom davon leben kann, wenn sein Restaurant nur während des Badebetriebs geöffnet ist. Mehrere Sprecher beriefen sich bei der Ausstattung des Kombibads auf das Offenburger Freizeitbad Stegermatt, das eine Delegation im Sommer 2017 kurz nach dessen Eröffnung besucht hatte. Für alle Fraktionen war klar, dass eine Sanierung des Alohra endgültig vom Tisch sei.

Sitzung in der Reithalle

OB Pütsch stellte in Aussicht, dass in der Sitzung des Gemeinderats am Montag, 25. Februar, erste Zahlen für den Neubau des Kombibades mit den gewünschten Anforderungen präsentiert würden. Die Sitzung werde wegen des zu erwartenden Interesses aus der Bevölkerung in der Reithalle sein.
Wie berichtet, sollen das im Jahr 1971 gebaute Hallenbad und das im Jahr 1938 gebaute Freibad durch ein Kombibad am Standort des derzeitigen Freibads im Schwalbenrain ersetzt werden.