Mit großem Polizeiaufgebot wurde der Kurdenmarsch in Rastatt erwartet.
Mit großem Polizeiaufgebot wurde der Kurdenmarsch in Rastatt erwartet. | Foto: Collet

Viel Polizei in Rastatt

Kurdenmarsch bleibt friedlich

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Mit lautem Getöse kam der Protestmarsch der Kurden am Mittwochabend am Rastatter Marktplatz an. 120 Demonstranten waren um 9.30 Uhr am Karlsruher Marktplatz gestartet und zogen zunächst über die ehemalige B 36 durch Durmersheim und Bietigheim mit dem Ziel Rastatt. Wie Polizeisprecher Jens Czechtizky vom einsatzleitenden Präsidium Göppingen im Gespräch mit den Badischen Neuesten Nachrichten erklärte, blieb die Demonstration diesmal friedlich.

Ausschreitungen im vergangenen Jahr

Wie berichtet, hatte es im vergangenen Jahr in Rastatt so starke Ausschreitungen gegeben, dass die Polizei den weiteren Marsch untersagte. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen wurde der Protestzug von 160 Beamten dauernd begleitet. Einschließlich der im Umfeld eingesetzten Polizisten waren es gestern insgesamt 250 Beamte, die im Einsatz waren, wie Czechtizky erklärte. Das sind umgerechnet zwei Polizisten pro demonstrierendem Kurden. Auf der Wegstrecke hätten sich immer mal wieder spontane türkische Gruppierungen gebildet, mit denen es kleinere Rempeleien gegeben habe.

Der Protestzug kommt um 15.39 Uhr in Durmersheim an.
Der Protestzug kommt um 15.30 Uhr in Durmersheim an. | Foto: Collet

Mit dem jährlichen Kurdenmarsch wird die Freilassung des 1999 inhaftierten Führers der Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, gefordert. Außerdem plädieren die Demonstranten für ein freies Kurdistan. Daran hatten sich im vergangenen Jahr massive Auseinandersetzungen mit Türken entzündet, in deren Folge eine Polizistin und mehrere Demonstranten verletzt wurden. Im Nachhinein gab es mehrere Gerichtsprozesse, bei denen Demonstranten zu Geldstrafen verurteilt wurden.

Polizei riegelt Zugang zum Marktplatz ab

Die Polizei hatte am Abend den Marktplatz an allen Zugängen abgeriegelt. Nach dem Eintreffen des Protestzuges um 18.30 Uhr gab es eine kurze Kundgebung und ein kleines Live-Konzert, bei dem rund 160 Kurden auf dem Marktplatz tanzten. Danach löste sich die Demonstration schnell auf. Die Teilnehmer übernachteten in Privatunterkünften, am Donnerstag zieht der Tross um 9 Uhr weiter nach Achern. Start ist beim Marktplatz, der Wochenmarkt werde dadurch nicht beeinträchtigt, versicherten Vertreter des Rastatter Rathauses.
Gestartet war der Protestzug am Sonntag in Mannheim, am Samstag soll er in Straßburg zu einer Abschlusskundgebung ankommen.