Bald nur noch leere Schaufenster: Bis zum 29. Dezember verkauft Ernstings Family noch, dann schließen sich auch hier erst mal die Türen. Allerdings wird das Geschäft in neuem Look zum April wieder eröffnen. Wie es mit den benachbarten Räumen aussieht, ist derzeit noch offen.
Bald nur noch leere Schaufenster: Bis zum 29. Dezember verkauft Ernstings Family noch, dann schließen sich auch hier erst mal die Türen. Allerdings wird das Geschäft in neuem Look zum April wieder eröffnen. Wie es mit den benachbarten Räumen aussieht, ist derzeit noch offen. | Foto: Collet

Lage in der Innenstadt

Zum Jahresende machen einige Läden in Rastatt Schluss

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Es ist kein schönes Bild, dass sich den Fußgängern in der Poststraße derzeit bietet: Nach s.Oliver sind inzwischen auch die Fenster der Post-Apotheke zugeklebt. Und Ernstings Family verkauft am Freitag und Samstag zum letzten Mal. Weiter unten verkünden riesige pinke Schilder in den Schaufenstern der Bonita-Filiale deren Ende.

„Zumindest in Sachen Ernstings Family können wir sagen: Das ist definitiv kein Schlussstrich“, versucht Wirtschaftsförderer Jonathan Berggötz zu beruhigen. Die Filiale laufe sehr gut und solle daher lediglich umgebaut werden. „Voraussichtlich zum April 2019 öffnet Ernstings wieder.“

Eigentümer in der Pflicht

Solche Geschichten würde Berggötz gerne häufiger erzählen, doch das fällt ihm derzeit schwer. Dennoch will er die Schuld nicht alleine auf die Käufer abwälzen, die sich immer häufiger im Internet tummeln. „Wir haben auf der anderen Seite auch die Eigentümer der Immobilien, die gewisse Instandhaltungsmaßnahmen nicht machen oder extrem hohe Mieten verlangen“, berichtet der Wirtschaftsförderer. Die Möglichkeiten der Stadt seien da begrenzt.

Leerstand statt Renovierung

Das Aus der Post-Apotheke ist offenbar auf solche Umstände zurückzuführen, wie Berggötz sehr vorsichtig andeutet. Einerseits seien die Kundenzahlen nicht so gut gewesen, wie erhofft. Doch eine Renovierung des Ladengeschäfts wollte der Hauseigentümer nicht unterstützen. Nun steht die Post-Apotheke leer.

Wir müssen etwas tun.

Völlig untätig will die Verwaltung aber nicht bleiben: „Wir müssen etwas tun. Das ist völlig offensichtlich.“ Im Schulterschluss mit dem Gewerbeverein RA3 hat die Stadt an Ideen und Konzepten gearbeitet, wie die Innenstadt attraktiver werden kann. Erste Ideen sind bereits im Stadtmarketingausschuss präsentiert worden. Ende Januar soll dann der Gemeinderat informiert werden. „Einiges läuft schon, anderes kommt“, freut sich Berggötz.

Bilder als tröstender Anblick

So sei eine Agentur gerade dabei, „Schaufensterbilder“ anzufertigen: Sie sollen in die Fenster der leerstehenden Geschäfte geklebt werden und so zumindest die Optik verbessern. Gerry Weber und Klagmann am Marktplatz sind Mitte Januar die ersten Versuchsobjekte der Aktion, die unter dem Motto „Lerne deine Stadt kennen“ steht. Die Fotos zeigen Rastatt von oben und sind mit interessanten Fakten rund um die Barockstadt gespickt.

Auch Bonita sagt Dankeschön – und auf Wiedersehen: Das Modegeschäft im unteren Teil der Poststraße macht ebenfalls zu.
Auch Bonita sagt Dankeschön – und auf Wiedersehen: Das Modegeschäft im unteren Teil der Poststraße macht ebenfalls zu. | Foto: Collet

„Wir hoffen nur, dass wir nicht noch mehr dieser Folien kleben müssen“, sagt Berggötz und Ironie schwingt in seiner Stimme mit. „Denn das würde bedeuten, dass wir noch mehr Leerstand bekommen hätten.“

Potenzial deutlich machen.

Gleichzeitig hadert die Wirtschaftsförderung damit, dass die Innenstadt oft negativ wahrgenommen und dargestellt werde: „Wir müssen wieder deutlich machen, was für ein Potenzial in der Innenstadt steckt“, ist Berggötz überzeugt. Zum einen will die Stadt aktiv an Unternehmen herantreten, die man gerne in die Stadt holen würde – im Frühjahr geht ein Schreiben raus, das die Besonderheiten der Innenstadt hervorheben soll.

Vorteilhafte Kulisse

Und die wären? „Wir haben eine wunderschöne barocke Kulisse und tolle Fußwege. Außerdem funktioniert die Verbindung mit der Schlossgalerie sehr gut und wenn dann auch noch das Hatz Areal öffnet, wird das bestimmt nicht schlechter.“

Läden in Rastatt bekannt machen

Auf der anderen Seite sollen auch die Rastatter wieder zufriedener mit ihrer Innenstadt sein. „Wir wollen deshalb die einzelnen Läden mal vorstellen“, erklärt Wirtschaftsförderer Berggötz. In welcher Form wird noch erarbeitet. Erklärtes Ziel: „Die Ladies Night und die verkaufsoffenen Sonntage sind große Erfolge. Aber es muss auch unter dem Jahr laufen.“

Der Schulterschluss klappt jetzt gut.

Und damit das wirklich funktioniert, soll die Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein weiter perfektioniert werden – einen Streit, wie vor wenigen Jahren, dürfe es nicht noch einmal geben, betont Berggötz und fügt hinzu: „Der Schulterschluss klappt jetzt gut. Und wir arbeiten gemeinsam daran, dass es in der Innenstadt wieder schöner wird.“