So dreckig kann Internet sein: Ein Arbeiter zieht in Oberndorf bei Kuppenheim Glasfaserkabel in der Erde. Der Landkreis Rastatt wird ab diesem Jahr entlang der Murgtalbahn solche Leitungen für schnelles Internet verlegen.
So dreckig kann Internet sein: Ein Arbeiter zieht in Oberndorf bei Kuppenheim Glasfaserkabel in der Erde. Der Landkreis Rastatt wird ab diesem Jahr entlang der Murgtalbahn solche Leitungen für schnelles Internet verlegen. | Foto: Archivfoto Hans-Jürgen Collet

42 Millionen Euro

Landkreis Rastatt investiert in Breitbandausbau

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Der Landkreis Rastatt will in Sachen schnelles Internet auf die Überholspur wechseln. Der Ausschuss für Verwaltung und Finanzen des Landkreises hat in seiner jüngsten Sitzung für den Eigenbetrieb Breitbandversorgung den Wirtschaftsplan 2020 vorberaten. Der Kreis will bis 2023 für rund 42 Millionen die digitale Infrastruktur ausbauen. Die Kabel sollen entlang der AVG-Trasse verlegt werden.

Der Kreistag hat in der Sitzung vom 10. Dezember den Eigenbetrieb dazu ermächtigt, die AVG-Trasse entlang der Murgtalbahn auszuschreiben, erklärte Landrat Toni Huber.

Dabei sei die Trasse im Dezember in drei Lose aufgeteilt worden. Nach derzeitigem Stand zeichne sich ab, dass die Kabel in Los zwei (Gernsbach nach Forbach) und Los drei (Forbach nach Kirschbaumwasen) eingebaut werden.

Pacht der Kabel erweist sich in Los eins als günstigere Variante

Die Kosten für die Nutzung des Bahntroges der AVG belaufen sich auf knapp 800.000 Euro. In Los eins erweist es sich allerdings als günstiger, die Kabel zu pachten, steht in der Tischvorlage. Die Kosten für den Leerrohrkauf, Leerrohr- und Faserpacht belaufen sich auf ungefähr 2,6 Millionen Euro.

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„Die Pachtverträge sind fast alle bis zum Ende ausgehandelt“, sagte der zuständige Dezernent Mario Mohr während der jüngsten Ausschusssitzung. Man könne sagen, dass der Kreis bei den Pachtkosten nun günstiger unterwegs sei.

Insgesamt sind 25 Verträge abgeschlossen worden. „Die Kostenreduktion kommt einerseits daher, dass sich das Betriebskonzept nochmal verändert hat“, erläuterte Mohr den Grund für die Vergünstigung. Andererseits seien manche Unternehmen auch von falschen Voraussetzungen ausgegangen.

Nach Angaben von Mohr hat sich bei der Ausschreibung der AVG-Trasse in Los eins gezeigt, dass das Pachten deutlich günstiger ist. Zudem habe man sehr gut verhandelt.

Die Gesamtkosten atmen. Das ein oder andere wird sich nochmal verschieben

Landrat Toni Huber 

Die förderfähigen Gesamtkosten belaufen sich nach Abzug der Pacht auf knapp 42 Millionen Euro, so Mohr. Landrat Toni Huber betonte in diesem Zusammenhang allerdings, dass „die Gesamtkosten atmen“. In den kommenden zwei Jahren werde sich das ein oder andere nochmals verschieben.

Der Vermögensplan sieht für das Jahr 2020 einen Gesamtfinanzierungsbedarf von rund 11,7 Millionen Euro vor. Dieser Finanzierungsbedarf entstehe ausschließlich durch den Ausbau des Breitbandnetzes ab diesem Sommer.

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Landrat Huber hofft darauf, dass der Bau ab Mitte des Jahres beginnen kann. „Wesentlich ist da der Förderantrag. Das ist der Knackpunkt“, erklärte Huber.

Wenn dieser vorliege, könne mit dem Ausbau des Breitbandnetzes angefangen werden. „Da ist es uns natürlich auch recht, wenn er früher käme“, betonte er.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagte Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus (Freie Wähler). Er wollte von der Verwaltung wissen, ob die Lieferfristen auch alle eingehalten werden können oder, ob manche Dinge, die anstehen, zeitlich nach hinten verschiebbar sind.

Bauzeit von 18 Monaten soll eingehalten werden

„Wir haben alle betroffenen Kommunen informiert und die beauftragte Firma ist leistungsfähig“, antwortete Mohr auf die Frage. Der Betrieb arbeite mit drei Kolonnen und habe eine zusätzliche noch in Reserve. „Wir wollen die Bauzeit von 18 Monaten einhalten“, betonte der zuständige Dezernent.

Die Betreiberfirma werde dann auf die Kommunen eigenverantwortlich zugehen, wenn es los gehe und die notwendigen Vorkehrungen treffen.

„Was das Breitband angeht, haben wir alles im Kreistag diskutiert. Wir können alles nachvollziehen und wollen es so auf den Weg bringen“, sagte Andreas Merkel (CDU).

Manuel Hummel von den Grünen nannte es für dieses Jahr ein sportliches Ziel zehn Millionen Euro auf die Strecke zu bringen und geht davon aus, dass alles klappt.