Engagiert in vielen Bereichen: Die 24-jährige Studentin Laura Bader hofft auch bei den nächsten Kommunalwahlen auf einen Sitz im Kreistag, Gemeinderat und im Plittersdorfer Ortschaftsrat. | Foto: Collet

Kommunalwahl

Laura Bader: Pendeln zwischen Vorlesung und Ratssitzung

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Politisches Interesse hatte sie schon in ganz jungen Jahren. 2011 startete sie dann ihre Karriere als Mitglied bei den Jusos. Kurze Zeit später feierte Laura Bader dann gleich einen Dreifacherfolg: Bei den Kommunalwahlen 2014 zog sie als jüngstes Mitglied für die SPD in den Rastatter Gemeinderat ein, eroberte sich einen Platz im Kreistag und im Plittersdorfer Ortschaftsrat.

In drei Gremien vertreten

Offenkundig hat sie mit ihrem Einsatz in diesen Gremien ihre Parteifreunde überzeugt, denn Bader wurde jüngst von der SPD in Plittersdorf zur Spitzenkandidatin für die bevorstehenden Kommunalwahlen am 26. Mai nominiert. „Die Arbeit macht mir viel Spaß“, sagt sie. Und dennoch: Laura Bader muss oft abwägen, was ihr wichtiger ist. Schließlich ist sie als Studentin der Wirtschaftspädagogik in Mannheim ebenfalls ziemlich gefordert – und da gelte es, auch den Stundenplan zu berücksichtigen, gerade weil die Fehlzeiten in Seminaren nur eng begrenzt sein dürfen.

Studium der Wirtschaftspädagogik

Zudem absolvierte sie zuletzt ein Auslandssemester in Schweden. „Ich bin dort viel gereist und habe auch einen Schwedisch-Kurs absolviert“, sagt die Plittersdorferin, wobei sie ihren studienbedingten Abstecher in den Norden Europas mit ihrer Fraktion abgesprochen habe. Bader hat noch keine klaren Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft, könnte sich aber einen Job in der freien Wirtschaft, etwa im Bereich des Personalmanagements, gut vorstellen – nicht aber in der großen Politik.

Vorbereitung für Ratssitzungen

Und wie viel Zeit investiert sie in die Vorbereitung auf die Ratssitzungen? „Sechs bis sieben Stunden pro Woche können es schon sein, aber es kommt natürlich darauf an, was auf der Tagesordnung steht.“ Oft müsse man sich intensiv mit den Verwaltungsvorlagen auseinandersetzen, um sie überhaupt zu verstehen. Und: „Über Weihnachten habe ich mich zum Beispiel mit dem Rastatter Haushalt befasst. Die meiste Zeit zum „Einlesen“ verwende sie für die Kreistagsthemen, während ihr Plittersdorf naturgemäß am nächsten liege: „Vor Ort hat man doch den besten Überblick.“

Agenda für die nächste Legislatur

Dabei nennt Bader für die nächste Legislaturperiode beispielsweise den Neubau des Feuerwehrhauses als eine vordringliche Aufgabe, genauso wie den Bau eines neuen Kindergartens oder auch die Temporeduzierung im Ort. Auffällig für Laura Bader: „Die Straßen mit dem vielen Flickwerk bei uns sind deutlich schlechter als in Schweden“. Dass die Rheinpromenade aufgewertet werden muss mit Toiletten, Strom- und Wasseranschluss oder einem Areal für Wohnmobilplätze hält sie ebenfalls für wünschenswert.

Sozialer Wohnungsbau als Herzensangelegenheit

Besonders am Herzen liege ihr der soziale Wohnungsbau und ein Bündnis für Wohnen. Dass in Rastatt viele Geschäftsräume leer stehen und die Innenstadt ausblute bereitet ihr große Sorge. Auch „Umwelt und Nachhaltigkeit“ sieht sie als Schwerpunkt ihres kommunalpolitischen Engagements. Nachhaltige Einkaufstaschen oder Kaffeebecher nennt Bader als Beispiele und verweist darauf, dass sie sich auch in ihrem Studium mit diesem breiten Themenkomplex intensiv auseinandersetzt. So engagiert sich die Studentin für „Infinity Mannheim“ – eine Studierendeninitiative der Universität Mannheim, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales zu stärken.

24-Jährige gibt sich selbstbewusst

Und worin liegen ihrer Meinung nach die Gründe für die Krise der SPD? „Es ist oft die Art und Weise, wie man die Themen verkauft. Hinzu kommt, dass in der Großen Koalition alles, was negativ ist, der SPD angelastet wird“, meint Bader, die zudem die fehlende Glaubwürdigkeit bei den großen Parteien als Problem sieht.
Ein Ziel für die nächste Legislaturperiode nimmt die 24-Jährige, die darauf hofft, ein ähnlich gutes Stimmenergebnis wie bei der letzten Wahl zu erreichen, fest ins Visier: „Es hat einige Zeit gedauert, bis ich in den Themen richtig drin war, aber in Zukunft will ich mich dazu auch noch mehr äußern, denn ich spreche nur zu Dingen, über die ich etwas weiß.“

Freizeit könnte knapper ausfallen

Klar ist für Bader aber auch, dass sie ihre Hobbys „Joggen und Freundschaften pflegen“ wohl bei entsprechendem Wählervotum weiterhin einschränken muss – wenn die Wochenenden eben oft mit Sitzungsvorbereitungen ausgefüllt sind und daher die Freizeit etwas knapper werden könnte.