Daimler Rastatt
Das Rastatter Bruch ist die Fläche, auf der sich Daimler am liebsten vergrößern würde. Vier weitere Fläche sollen untersucht werden. | Foto: Collet

Daimler-Werkserweiterung

Machbarkeitsstudie kann beginnen

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Einstimmig hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss das Heidelberger Büro IUS Weibel & Ness, das Landschaftsplaner, Ökologen und Umweltgutachter vereint, mit der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Mercedes-Benz-Werks in Rastatt beauftragt. Sie soll untersuchen, welche Flächen in der Nähe des aktuellen Werks als Industrieflächen ausgewiesen werden können und welche Auswirkungen dies auf die Verkehrsentwicklung haben würde. Das lässt sich die Stadt knapp 250 000 Euro kosten.

Zeitplan ist sehr straff

Wie im Herbst vergangenen Jahres bekannt wurde, sollen dabei fünf Flächen genauer unter die Lupe genommen werden. Dies sind die ursprünglich im Rastatter Kompromiss genannte Fläche im Südosten des jetzigen Werks (Kleingartenanlage), die von Daimler bevorzugte Fläche im Süden (Rastatter Bruch), das im Sommer im Bürgerdialog ins Spiel gebrachte Merzeau-Gelände am südlichen Stadteingang sowie eine Fläche zwischen Beinle und Baulandstraße/A 5 und eine Fläche westlich des Kuppenheimer Presswerks.
Wie die Verwaltung erklärte, haben im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Besprechungen der Arbeitsgruppe von städtischen Vertretern und solchen des Autobauers stattgefunden. Ebenso gab es Abstimmungstermine mit Behörden und Verbänden. Dabei sei deutlich geworden, dass „diese Machbarkeitsstudie und vor allem auch die Erarbeitung eine ganz entscheidende Rolle spielt und daher wesentlich aufwendiger und zeitintensiver wird“, so die Verwaltung. Deshalb war es nötig geworden, mit dem Heidelberger Büro Fachleute ins Boot zu holen, die auch die Natur- und Umweltschutzverbände einbinden.

Autobauer ist in vielen Arbeitsgruppen vertreten

Der offizielle Arbeitsauftakt war bereits Ende 2017: Mitte Dezember trafen sich die Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz sowie die Arbeitsgruppe Verkehr. Mitte Januar hat sich dann der Projektkreis konstituiert.
Insgesamt gestalten sechs Gruppen den Prozess: eine zehnköpfige Planungsgruppe mit Vertretern der Stadt und von Daimler; ein Projektkreis, der sich aus Fachleuten der Ministerien, des Regierungspräsidiums, des Regionalverbands, des Landkreises, der Städte Baden-Baden und Kuppenheim, der Gemeinde Iffezheim der Umwelt- und Naturschutzverbände sowie der Daimler AG zusammensetzt und die Arbeitsgruppen Umwelt und Naturschutz, Verkehr sowie Nutzer (letztere kommt im März erstmals zusammen). Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch und Werksleiter Thomas Geier bilden die Lenkungsgruppe, die die Koordination übernimmt.

Vergrößerung ist für Elektromobilität nötig

Der Stuttgarter Autobauer braucht die Freiflächen für die Umstrukturierung bereits 2021, um seine Zulieferer auszulagern und so Raum für die gemischte Produktion von Verbrenner- und Elektroautos zu schaffen. Laut Stadtverwaltung will Daimler im Juli 2020 mit dem Bau der Gebäude beginnen. Deshalb haben die Gremien einen straffen Zeitplan zu erfüllen: Sie sollen ihre Arbeit bis zu den Sommerferien 2018 getan haben. So könnte der Gemeinderat nach der Sommerpause entscheiden, welche der genannten Flächen für die Erweiterung infrage kommt.

Verkehrssituation soll angepasst werden

Damit wäre das Kapitel „Daimler-Werkserweiterung“ aber noch nicht abgeschlossen. Abgesehen davon, dass das entsprechende Gelände mit einem Bebauungsplan versehen und es freigemacht und erschlossen werden muss, sind zahlreiche Verträge und Vereinbarungen mit dem betroffenen Organen zu treffen. Dazu gehören auch ein Vertrag, der die Details mit Daimler klärt sowie eine Vereinbarung mit Land und Landkreis, damit die Anbindung der neuen Werksstrukturen nicht zu Lasten der Anwohner geht.