Staubig und nass: Mit dabei waren auch die „Chi Chas Chicas“ (in Weiß) aus Durmersheim, deren Vorfahren das Rennen gegründet haben. | Foto: Krause-Dimmock

MSC Comet Durmersheim

Mofas knattern durch das Gelände

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Von Christiane Krause-Dimmock

Eine spannende und gleichermaßen staubige Angelegenheit war das Mofarennen, zu dem am Samstag ganze Menschenmassen in Richtung „Motodrom“ des MSC Comet Durmersheim strömten.

Nehmerqualitäten in puncto Staubschlucken gefragt

Hochleistungssport wurde hier geboten, der durchaus an Profisport erinnerte – vom Boxenstopp bis hin zu den Zeitnahmen. Fünf Stunden ging es Runde um Runde über allerlei Schikanen hinweg wie die Tables, welche die rasanten Maschinen regelrecht fliegen ließen, durch die „Anlieger“ und vorbei an den Mitbewerbern. Auch das erwies sich durchaus als kleines bis mittleres Handicap. Denn wer hier auf dem Kurs unterwegs war, der musste echte Nehmerqualitäten in Sachen Staubschlucken mitbringen.

Mädchen-Team „Chi Chas Chicas“ mit am Start

Ein entsprechendes Fahrzeug war auch von Nöten, eine Aspes Navaho beispielsweise, wie sie das Team „Chi Chas Chicas“ fuhr, eine Gruppe aus dem Gastgeberverein, die damit ihren Vätern Franz Haitz und Armin „Chi Cha“ Heil Ehre erweisen wollten. Denn die beiden hatten das Mofarennen ins Leben gerufen, erklärte Sofie Haitz nach dem Fahrerwechsel. Kein ganz leichtes Unterfangen, wie sie strahlend einräumte. Denn erst drei Wochen bevor es losging hat das Trio mit dem Training begonnen.

Maschine lag zerlegt in der Garage

Die Maschine, auf der sie beim Rennen antraten, war erst kurz vor Start fertig geworden. Ein ganz besonderes Gefährt übrigens. Das habe nämlich in Teile zerlegt in der elterlichen Garage gelegen. „Viele Jahre sogar und ich glaube, dass mein Vater sie so gekauft hat.“ Doch das Mädchen-Team, an diesem Tag übrigens das einzige, kämpfte tapfer, auch als ein Riss im Auspuff für eine zusätzliche Pause sorgte, bis dieser rasch geschweißt wurde. Doch davon ließen sich Lara Heil sowie Anna und Sofie Haitz nicht beirren, auch nicht, als sich zeigte, dass die Motorradstiefel von Lara mit der Schaltung kollidierten.

Mit strassbesetzten Stiefeln auf dem Mofa

Hier erwiesen sich die Mädchen als sehr kreativ und ließen Lara mit Straßenstiefeln, mit strassbesetzten, aufsteigen. Denn etwas anderes war in der Kürze der Zeit nicht zu beschaffen. Einen Frauenbonus gibt es bei dieser Sportart übrigens nicht, erinnert sich Mutter Andrea Haitz noch gut an die drei Rennen, die sie am Anfang mitgefahren ist.

Drei Klassen zeitgleich auf dem Kurs

Mit welcher Art von Mofa die Teams an den Start gehen, das bleibt ihnen übrigens weitgehend selbst überlassen. Denn drei Klassen sind gleichzeitig auf Kurs. Die Keschte Deifel etwa waren in Klasse 3 unterwegs, sprich sie durften – sofern die Maschine straßenzugelassen ist und nicht etwa einen Rennmaschinenrahmen hatte – mit genau festgelegten Modifizierungen wie Gabelumbauten dabeisein.

Fahrerisches Können ist gefragt

Die Chi-Cha Chicas waren in Klasse 2 unterwegs und hatten – wie die Regeln forderten – einen Rahmen, der ein Baujahr von vor 1980 aufwies, während Klasse 1 von den kleinsten Mofas mit Luftkühlung dominiert wurde. Die CCM Zwerge oder auch „Die drei Hibbelische“ hatten sich für diese Disziplin entschieden.
Doch ganz gleich wie die technischen Grundlagen aussahen, das fahrerische Können war gefragt. Denn der Kurs hatte es in sich. Dichte Staubwolken legten sich immer wieder über das Areal, überzogen die Zuschauer aber auch die abgestellten Fahrzeuge mit einer grauen Schicht, was die Sicht beim Rennen kaum erleichterte.

Die Ergebnisse: In der Klasse 1 starteten fünf Maschinen. Das Team CCM Zwerge kam mit 132 gefahrenen Runden auf den ersten Rang, gefolgt vom Waldklause Racing-Team (123) und dem Silzer Racing-Team (118). In der Klasse waren zwölf Mofas am Start. Auf Rang eins landete MaFa Racing (151) vor Chaos Racing Team II (130) und Scuderia Vinci (115). Die ChiChas landeten auf dem beachtlichen achten Platz (74).
In der Klasse 3 maßen sich acht Teams aneinander, von denen mit 150 gefahrenen Runden das Moped-Garage-Racing-Team siegte. Auf Rang zwei und drei kamen die Keschte Deifel (143) und High Time-Racing (132).