Mosquito-Bar
KLEINMOBILIAR SOWIE Holz- und Steinfiguren gab es am Wochenende in Hügelsheim zu erwerben. Der Inhaber der Mosquito-Bar trennte sich von allerlei Gegenständen – aber nicht von der gastronomischen Ausstattung. | Foto: Krause-Dimmock

Zukunft bleibt weiter ungewiss

Mosquito-Bar in Hügelsheim lud zum Ausverkauf

Von Christiane Krause-Dimmock

Hügelsheim. Charly’s Partyzone und der Hinweis auf den Brunch ist noch auf den Hinweistafeln abzulesen. Doch in Sachen Mosquito-Bar gilt gegenwärtig – anlog zum Gewässer vor deren Fenstern – die Devise „still ruht der See“.

Am Wochenende war Räumungsverkauf angesagt. „Es werden Einrichtungsgegenstände, Steinfiguren, Lampen, Holzfiguren, Dekoartikel sowie einige Artikel, welche sich zum Verschenken an Weihnachten eignen, verkauft und verramscht“, hieß es auf der Homepage des Unternehmens, über dem die sprichwörtlichen dunklen Wolken schon seit geraumer Zeit zu hängen scheinen. Denn die Mosquito-Bar befindet sich baulich gesehen im sogenannten Außenbereich und hat folglich nur eine befristete Baugenehmigung. Eine Situation, bei der sich die Katze in den Schwanz zu beißen scheint. Denn im Oktober 2015 ist überdies der bis dahin bestehende Pachtvertrag ausgelaufen. Ohne die Garantie, dass er weiterhin betreiben darf, wollte Christian Eisner eine Verlängerung um fünf Jahre nicht unterzeichnen. Denn auch das Regierungspräsidium sitzt gewissermaßen mit am Verhandlungstisch. Denn die Bar liegt im Poldergebiet und läuft – wie schon geschehen – Gefahr, im Notfall überflutet zu werden.
Eine verfahrene Kiste, die – wenn es nach der Gemeinde geht – geregelt werden müsse. Der Erländersee – mit Bar – sei schließlich eine echte Attraktion im Terrain. „Es kann sich wirklich sehen lassen, was der Pächter draus gemacht hat“, testiert Bürgermeister Reiner Dehmelt, dass Eisner auch seinen Verpflichtungen nachgekommen sei. Doch nun beginnen die Räumungsverkäufe von Deko und Co.

 Dekoartikel wechselten den Besitzer

Noch will Eisner die Hoffnung nicht ganz fahren lassen. Die gasthronomische Ausstattung, die will er einstweilen nicht verticken, notiert nur die Interessenten, um sich bis zuletzt alle Optionen offen zu lassen. Zum aktuellen Sachverhalt möchte er sich indessen nicht äußern. Denn die Ursache für die anstehende Schließung hat offenbar längst juristische Ebenen erreicht.
„Auch eine Gemeinde muss sich an Regeln halten“, erklärte Hügelsheims Bürgermeister Reiner Dehmelt gegenüber den BNN, dass diese Entscheidungen nicht in seiner Hand liegen. Hier sei das Landratsamt zuständig. Dass das Ganze Anwaltsebene erreicht habe sei jedoch richtig, bestätigte er.
Parallel gärt die Gerüchteküche und wartet mit immer neuen Varianten auf. Es sei zum Zwist zwischen Pächter und Gemeinde gekommen, wird erzählt. Auch habe man längst jemanden in petto, der die Bar künftig übernehmen solle. Beides weißt Dehmelt vehement von sich. „Das ist nichts Persönliches“, betont er ausdrücklich.
Bleibt nicht zuletzt im Interesse der Gäste zu hoffen, dass die eisigen Außentemperaturen die Gemüter abkühlen und eine für alle Beteiligten gangbare Lösung gefunden wird. Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen, auch wenn der „Räumungsverkauf“ bitter klingt. Was hier über den Ladentisch ging, das war weitestgehend nichts, was für die sofortige Wiederaufnahme des Betriebs erforderlich wäre. Vielmehr waren es primär kistenweise noch originalverpackte Dekoartikel wie Steinfiguren, bunte Holz- und Blechfigürchen sowie allerlei Kleinmobiliar.