Hokuspokus: Auch in Iffezheim waren die Hexen mit ihren Besen unterwegs. Nicht nur die buten Masken waren ein echter Hingucker. | Foto: Krause-Dimmock

Umzug in Iffezheim

Narren-Tross macht tierisch Laune

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Der Weg, den der närrische Tross durch das Ortszentrum nimmt, ist wahrlich nicht wirklich weit. Doch die Strecke hat es in sich, wie am Sonntag wieder mitzuerleben war. Zahlreiche Gäste – teilweise aus dem Murgtal, teilweise aus dem Baden-Badener Umfeld – hatten sich zu den Iffezheimer Vereinen gesellt, die es selbst schon auf eine beachtliche Zahl an aktiven Umzugsteilnehmern brachte.

Von Christiane Krause-Dimmock

Starke Vereinslandschaft

Denn Iffezheim ist traditionell eine Gemeinde, die eine sehr starke Vereinslandschaft vorzuweisen vermag. Lumpen ließ sich auch am Sonntag kaum einer, der etwas auf sich hält. Eine Leidenschaft, die sich auch an der Beteiligung durch private Gruppierungen ablesen lässt. Mal war es eine beachtliche Schar Nannies, die ihre Schutzbefohlenen lachend durch die Hauptstraße dirigierten, andere zeigten die süßen Seiten des Schwarzwalds – kirschwassergetränktes Törtchen inklusive. Schmetterlinge, die Schergen des Sheriffs von Nottingham und andere, die einfach mit dabei sein wollten und kurzerhand auf jegliches Motto verzichteten, hier war so ziemlich alles geboten.

„Gutsele“ schießen durch die Luft

Vor allem aber Musik. Die steuerten nicht nur der örtliche Musikverein und der Fanfarenzug bei, sondern auch die Verstärkung, die aus Sandweier in Gestalt des Musikvereins sowie aus Lichtental mit den Oostalfetzern anrückte. Allein der Männergesangverein, der hatte sich auf andere Talente besonnen und setzte ganz auf die Präsentation von E-Mobilität. Ein wenig artfremd, doch nicht ungewöhnlich.
Schließlich hatte auch die Feuerwehr ausnahmsweise das Outfit gewechselt und zeigte sich als „Welt-Zirkus“. Es folgten „Gutsele“, zuweilen wurde gar abgepacktes Popcorn durch einen umfunktionierten Laubbläser verschossen.

Beachtliche Zahl an Fußgruppen

Denn eines ist gewiss – die Narretei setzt eine unglaubliche Kreativität frei, insbesondere bei den Gruppen, die jährlich in neue Kostüme schlüpfen. Ob Turnverein oder Tischtennisclub – die Iffezheimer ließen Jubiläumskultfiguren aufmarschieren und nimmersatte Raupen durch die Straßen flanieren.
Selbstredend war auch Raum für Themenwagen wie etwa der des ICC oder der Gäste des DFCV, dem Deutsch-Französischen Carnevals-Verein, die allesamt von einer beachtlichen Zahl von Fußgruppen im Häs begleitet wurden.

Gute Unterhaltung für zwei Stunden

Neben den Krottenhexen aus Lichtental, den Scherzheimer Wasenhexen, Murgdäler Schluchte Daifl, Niederbühler Meerrettichhexen, den Rieder Hexefeifel, Hexen und Grusmielhexen brauchten sich die örtlichen Fans von Häsgruppen nicht zu verstecken. Denn auch die Goldbrück’ Hirsch und die Rheinwaldhexen waren mit am Start und hielten die fastnachtliche Ehre ihrer Gemeinde farbenprächtig hoch. Und weil das Wetter mindestens so gut war wie die Laune, die der Umzug auslöste, war ein angenehmes Maß an Gemütlichkeit zu spüren, sodass am Ende der gesamte Spaß fast zwei Stunden für bärige Unterhaltung sorgte.