Collectif Agonie du Palmier auf dem Gelände der Brauerei Franz. | Foto: Frankenreiter

Tête-à-Tête in Rastatt

Neuer Spielort bei Brauerei Franz kommt gut an

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Die Sonne knallt vom Himmel. Auf dem Gelände der Brauerei Franz sieht es aus wie in der Hinterhof-Werkstatt einer US-Kleinstadt direkt an der Route 66: Haufenweise Reifen liegen auf dem staubigen Boden, Benzinkanister reihen sich an alte Ölfässer.

Zum ersten Mal beim  tête-à-tête bespielt

„Wir stehen noch ein bisschen im Schatten bis die Vorführung beginnt“, erklärt Karin Welz, die mit ihrer Tochter Lena Spriestersbach zu „Collectif Agonie du Palmier“ gekommen ist.
Zum ersten Mal wird „Franz“ beim tête-à-tête bespielt. Die Besucher sind sich einig, dass das alte Brauereigebäude eine tolle Kulisse ist. „Ein bisschen weit außerhalb“, findet Roland Klein es dennoch. Rainer Schmidt widerspricht ihm: „Das macht doch nichts, das Festival entzerrt sich so.“ Trotzdem haben die beiden einen Verbesserungsvorschlag: Auf dem Gelände einer Brauerei gehöre kühles Bier dazu.

Voll besetzt

Einer Abkühlung wäre wahrscheinlich kaum ein Zuschauer abgeneigt. Der Großteil hat sich in den Schatten der umliegenden Häuser verzogen. Kurz vor Beginn sind die aufgestellten Bierbänke dennoch voll besetzt, obwohl sie in der prallen Sonne stehen und keine Schirme Schatten spenden. Heidi Kiesinger ist bei der Show „Be Fioul“ dabei, weil ihr das Thema Route 66 zusagt – ihr Mann fährt Harley und hat über 50 Jahre lang als KFZ-Mechaniker gearbeitet.

Mit einem solchen Mechaniker beginnt auch das Stück. Er stellt ein Schild vor seiner Werkstatt auf: „Ich bin gleich wieder da.“ Drei kuriose Charaktere treten daraufhin in Erscheinung: Der coole Westernstiefel-tragende Bobby, die suizidale, gruselig kichernde Paloma und Nikita, mit knallroten Pumps, grellgrünem Augenmakeup und dennoch irgendwie männlicher als Bobby.
Es entspinnt sich eine seltsame Liebesgeschichte zwischen Bobby und Nikita, die in einer Hochzeits-Parodie gipfelt. Währenddessen versucht Paloma sich auf verschiedene Weisen das Leben zu nehmen – und scheitert. Zuletzt stirbt doch noch jemand. Und zwar der Mechaniker, auf den sie alle sehnlichst in der brütenden Hitze gewartet haben. Aus der Pistole, mit der Paloma sich töten möchte, löst sich ein Schuss und trifft den Mann im Blaumann. Bumm.