Die Landesstraße von Rastat nach Niederbühl wird mehrere Monate gesperrt.
Die Landesstraße von Rastat nach Niederbühl wird mehrere Monate gesperrt. | Foto: Collet

Mehrere Sperrungen

Niederbühl wird zur Verkehrsinsel

Der Rastatter Stadtteil Niederbühl wird in diesem Jahr für mehrere Monate von zwei weiteren Seiten vom Verkehr abgeschnitten. Die Deutsche Bahn teilt mit, dass die Landesstraße von Rastatt nach Niederbühl während der Unterquerung der Tunnelbohrer zweimal gesperrt wird. Auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten bestätigt wiederum das Rastatter Landratsamt, dass die ebenfalls nach Niederbühl führende Baulandstraße im gleichen Zeitraum abschnittsweise gesperrt wird.

Tunnelbohrer muss unter Straße durch

Grund für die Sperrung der Landesstraße bei der Bahnunterführung ist die topografische Situation. Die Straße liegt an dieser Stelle sehr tief, weil sie unter der bestehenden Bahnstrecke durchführt. Unter dieser tief liegenden Straße und der alten Bahnstrecke graben sich die Tunnelbohrer durch – allerdings müssen sie direkt danach ansteigen, denn bereits bei der Mehrzweckhalle sollen die Tunnelröhren aus der Erde auftauchen (siehe Grafik „Tunnelportal Süd“). Das heißt: Die Bohrer arbeiten nur knapp unter der Straßenoberfläche.
Aus diesem Grund wird die Straße mit Erde aufgeschüttet. Der erste Bohrer unterquert in diesen Tagen die Murgtalbahn und erreicht danach die Murg. Von dort aus geht es direkt zur Landesstraße, die voraussichtlich vom 27. April bis 20. Juni gesperrt wird. Der zweite Bohrer ist noch nicht so weit, er wird im Sommer an der Landesstraße erwartet – dann ist sie vom 17. Juli bis 25. August gesperrt. Die Bahn weist darauf hin, dass sich die Zeiten noch ändern können.

Baulandstraße wird ebenfalls gesperrt

Unterdessen beginnt der Landkreis Rastatt im Juni mit dem angekündigten Neubau der Baulandstraße zwischen Rauentaler Straße und Lochfeldstraße, wie Thomas Marx vom Straßenbauamt mitteilt. Die Arbeiten seien abschnittsweise vorgesehen – da die Straße jedoch komplett abgerissen und neu gebaut sowie mit einem Radweg versehen wird, geht das nur mit einer Vollsperrung.
Niederbühl wird in Kombination der Sperrungen gewissermaßen zur Verkehrsinsel: Die Zufahrt aus der Siedlung ist seit Monaten wegen der Tunnelbaustelle versperrt, direkt aus Rastatt kann man ebenfalls nicht mehr anfahren und von Rauental oder der B 462 geht es auch nicht mehr direkt über die Baulandstraße. Wie die Stadt Rastatt auf BNN-Anfrage mitteilt, führt die Umleitung während der Sperrungen über den befahrbaren Teil der Baulandstraße, dann über die Lochfeldstraße, den Berliner Ring und die Rauentaler Straße. Auch über das Beinle und die Grenzstraße wäre eine Umleitung möglich.

Längere Einsatzzeiten

Autos können zudem über das Freibad fahren. Große Fahrzeuge wie Rettungswagen passen jedoch nicht unter der Eisenbahnbrücke durch, was zu Umwegen mit längeren Einsatzzeiten führt. Diese sind nach übereinstimmender Auskunft von Kreisbrandmeister Heiko Schäfer und DRK-Rettungswachenleiter Jürgen Gräfinger nicht sehr dramatisch. Im Falle des DRK lägen die Zeiten weiter innerhalb der Hilfsfrist, die Feuerwehr hat in Niederbühl eine eigene Wache für den Ersteinsatz.