Jubel und Applaus brandeten in der gut gefüllten Iffezheimer Festhalle auf, als der Wahlleiter und scheidende Bürgermeister Peter Werler die Ergebnisse bekanntgab. | Foto: Collet

Stimmen zur Wahl in Iffezheim

Peter Werler ist von Christian Schmids Qualitäten überzeugt

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„Ich weiß nicht, woran es lag und denke noch darüber nach, welche Fehler ich gemacht haben könnte. Vielleicht konnte ich doch nicht genügend Leute für mich mobilisieren.“ Aus seiner Enttäuschung machte der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Johannes Kopp am Wahlabend in Iffezheim keinen Hehl.

Werler lobt fairen Wahlkampf und hohe Wahlbeteiligung

Ein Trost für den Hauptamtsleiter von Bad Herrenalb nach der klaren Niederlage: „Meine Mitarbeiter dort freuen sich, dass ich ihnen jetzt weiter erhalten bleibe. Somit falle ich weich.“ Noch-Bürgermeister Peter Werler betonte vor allem den fairen Verlauf des Wahlkampfes und die hohe Wahlbeteiligung: „Sie gibt einem das Gefühl, dass die Iffezheimer sehr an der Entwicklung ihrer Gemeinde interessiert sind.“

Christian Schmid gewinnt Wahl mit 58,47 Prozent

Am vergangenen Sonntag hat Kopp die Wahl relativ deutlich verloren. Der Hauptamtsleiter kam auf 40,9 Prozent, während sein Konkurrent, der Iffezheimer Hauptamtsleiter Christian Schmid, bei 58,47 Prozent landete. Friedhild Anni Miller blieb mit 0,52 Prozent – dies entspricht 15 abgegebenen Stimmen – chancenlos. Schmid löst damit Werler ab, der seit 2002 im Amt war und nicht mehr antrat. Zum 1. April übernimmt dann der neue Bürgermeister den Chefsessel im Rathaus.

Er ist bodenständig und wir haben bislang immer sehr gut mit ihm zusammen gearbeitet.

Von den Qualitäten seines Nachfolgers Christian Schmid gibt sich Werler überzeugt: „Ich habe vier Jahre lang mit ihm im Rathaus zusammen gearbeitet, und er hat dort sehr gute Arbeit geleistet.“ Die Iffezheimer Bürgermeister-Stellvertreterin Andrea Winkler meinte: „Ich habe befürchtet, dass es enger wird.“ Sie zeigt sich von der deutlichen Entscheidung für Christian Schmid entsprechend angetan: „Er ist bodenständig und wir haben bislang immer sehr gut mit ihm zusammen gearbeitet.“

Gemeinderat Brenner: Gute Grundlage für künftige Entwicklung von Iffezheim

Nach Einschätzung von FWG-Gemeinderat Klaus Brenner haben die Iffezheimer mit der Wahl von Schmid eine „gute Grundlage“ für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde geschaffen – insbesondere deshalb, weil die begonnen Projekte im Ort mit ihm entsprechend weitergeführt werden könnten: „Das ist für uns im Gemeinderat auch wichtig.“

Lob für „zwei tolle Kandidaten“

Toni Huber, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, äußerte derweil sein Lob für „zwei tolle Kandidaten“ bei dieser Entscheidung in Iffezheim. Ähnlich sah es Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer: „Es ist schön, dass es hier zwei herausragende Bewerber gab. Das ist eine luxuriöse Ausgangsposition, die keineswegs selbstverständlich ist.“ Muggensturms Ortsoberhaupt Dietmar Späth pflichtete dieser Einschätzung ebenfalls bei: „In der Deutlichkeit war der Wahlausgang sicher nicht zu erwarten. Es waren zwei sehr starke Bewerber und die Iffezheimer haben nun gesagt, wie sie aufgestellt sein wollen.“ Schmids „Heimvorteil“ sei dabei wohl möglicherweise auch ausschlaggebend gewesen.

Kommentar von Redaktionsleiter Michael Janke: Solide
Diesmal hat es der Hauptamtsleiter geschafft: Die Iffezheimer haben sich für den Kandidaten entschieden, den sie kannten. Das war noch vor 16 Jahren anders, als Peter Werler von außen kam und den Hauptamtsleiter aus dem Feld schlug. Christian Schmid ist nun direkt durchmarschiert und kann in den nächsten acht Jahren auf eine satte Mehrheit bauen.
In seinem Wahlkampf setzte er darauf, dass die Bürger mit ihm keine Experimente zu befürchten brauchen und dass er sich in die Gemeinde nicht erst einarbeiten muss. Ein Konzept, das aufging – das Renndorf wird einen soliden Bürgermeister bekommen, der mit seinen jungen 31 Jahren einiges stemmen kann.
Letztlich hatten die Iffezheimer die Wahl zwischen zwei gleich gut qualifizierten Bewerbern – beide haben das ähnliche Alter, beide haben miteinander studiert, beide sind derzeit Hauptamtsleiter. Johannes Kopp muss sich mit seinen fast 41 Prozent keineswegs verstecken, er führte einen engagierten Wahlkampf und versammelte ebenfalls so etwas wie eine Fangemeinde hinter sich.
Der neue Bürgermeister übernimmt eine blühende Gemeinde, durch die mit der Rennbahn immer wieder der Duft der weiten Welt weht. Genau hier ist ihm viel Erfolg zu wünschen, wenn sich die Besitzverhältnisse neu ordnen, dass dieser Duft nicht verfliegt. Auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung kann er allemal setzen.