Eins der Küken in Rastatt muss Pierre Fingermann nun zuhause aufpäppeln. Das Nest der Schwäne wurde überflutet.
Eins der Küken in Rastatt muss Pierre Fingermann nun zuhause aufpäppeln. Das Nest der Schwäne wurde überflutet. | Foto: Collet

Hochwasser bedroht Küken

Pierre Fingermann rettet Schwäne aus überflutetem Nest in Rastatt

Anzeige

Der Regen der vergangenen Tage hat das Wasser in der Murg und ihren Seitenkanälen in Rastatt ansteigen lassen. Das wurde einer Schwanenfamilie nun zum Verhängnis. Das Nest der Schwäne wurde überflutet. Der Rastatter Vogelschützer Pierre Fingermann war zur Rettung vor Ort.

Bei seinem morgendlichen Spaziergang beobachtete Bernd Matthes, der nur wenige Meter entfernt in einer Seniorenwohnanlage lebt, das Nest des Schwanenpaars am Murgkanal bei der Arbeitsagentur in Rastatt. Mit anhaltendem Regen stieg auch das Wasser. „Als ich gesehen habe, dass das Nest überflutet wird, habe ich bei Pierre Fingermann angerufen“, erzählt Matthes, der vom Ufer aus die Rettungsaktion verfolgte.

Schwäne bekommen neues Nest an Land

Bis Fingermann am Kanal ankam, war das Nest bereits unter Wasser. Die Mutter mit ihren vier Küken hatte sich an Land gerettet. Gemeinsam mit seinem Team verteilte der Vogelschützer Strohballen am Ufer, damit sich die Schwäne ein neues Nest bauen können. Das mitgebrachte Brot diente den Tieren zur Stärkung. Die Feuerwehr legte später zum Schutz noch Sandsäcke aus.

Wenn der Flaum so durchnässt ist, sterben die Kleinen schnell.

Eins der vier Küken muss Fingermann nun zuhause großziehen. Es war zuvor ins Wasser gefallen und nur schwer wieder an Land gelangt. „Die Schwanenküken können zwar schwimmen. Wenn der Flaum so durchnässt ist, sterben die Kleinen aber schnell“, erklärt er. Denn die jungen Schwäne kühlen aus. Zu seiner Mutter kann das Küken nicht mehr zurück. „Sie würde es nicht mehr annehmen“, bedauert Fingermann.

Das Nest der Schwanenfamilie ist verloren, erklärt er weiter. Am selben Morgen war er bereits bei der Feuerwehr in Plittersdorf im Einsatz, um ein Schwanennest vor dem Hochwasser zu schützen. „Wenn man früh genug dran ist, kann man das Nest auf Paletten hochstellen“, sagt er. So könne es im Ernstfall schwimmen.

Hilfe aus der Nachbarschaft

An diese Methode erinnerte sich auch Tina Hassel von der Arbeitsagentur in Rastatt. Als sie von dem Einsatz hörte, boten sie und ihre Kollegen sofort Hilfe an. Denn sie hatten beobachtet, dass in der Nähe ihres Arbeitsplatzes Küken geschlüpft sind. „Wir haben einige Palletten im Keller, die wir gerne zur Verfügung gestellt hätten“, erzählt sie. Doch dazu war es bereits zu spät, betont Fingermann.