Rund 400 Flüchtlinge müssen bis Ende November aus dem Hochhaus ausziehen.
Rund 400 Flüchtlinge müssen bis Ende November aus dem Hochhaus ausziehen. | Foto: Kraft

Flüchtlinge in Rastatt

Protest gegen Hochhaus-Räumung

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Mit einem von 22 Personen unterschriebenen Protestschreiben an Landrat Jürgen Bäuerle machen Ehrenamtliche ihrem Unmut über die Räumung des Rastatter Hochhauses Luft. Verstanden wird vor allem nicht die Eile, mit der die Flüchtlinge aus ihren Wohnungen ausziehen müssen. Wenn der Brandschutz der Grund für die Räumung sei, heißt es in dem Brief, dann könne man nicht nachvollziehen, warum einige Familien von einem Tag auf den anderen ausziehen müssten, während andere noch wochenlang dort lebten. Die Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagiert hatten, seien über die Räumung nicht informiert worden, man habe das aus der Zeitung erfahren.

Flüchtlinge mit Verzweiflung und Tränen

Die Ehrenamtlichen seien nun – von den Flüchtlingen auf die Räumung angesprochen – in Erklärungsnot. „Wir sehen uns oft Verzweiflung und Tränen gegenüber“, heißt es in dem von Ute Kretschmer-Risché initiierten Schreiben. Die Ehrenamtlichen, die in Begleitung und Hausaufgabenbetreuung viel Zeit, Energie und Herzblut gesteckt hätten, wüssten nun nicht, wo ihre Schützlinge landen würden – und auch nicht, ob ihre bisherige Arbeit nun sinnvoll, kontinuierlich und nachhaltig fortgesetzt werde. „Wenn wir von Politikmüdigkeit reden, dann schürt diese Vorgehensweise Ehrenamtsmüdigkeit“, so das Schreiben an den Landrat weiter.
Beklagt wird in dem Brief auch, dass sich der im Kreistag vorgetragene Sachstandsbericht zur Flüchtlingsunterbringung (siehe Beitrag oben) nur um Daten und Fakten drehe. Schließlich gehe es bei dem Thema um Menschen: „Es ist schwer verdaulich und macht betroffen, dass es in erster Linie um nackte Zahlen wie Belegquoten und Kosten gehen soll“, heißt es in dem Brief wörtlich.