Um eine Steigerung der Attraktivität machen sich die Verantwortlichen des Rastatter Fastnachtsumzuges Gedanken. Eine Bezuschussung des Narrenkorsos in Höhe von 15 000 Euro sieht OB Pütsch indessen als nicht ausreichend begründet. | Foto: Collet

Fastnachtsumzug in Rastatt

Pütsch gegen pauschale Bezuschussung

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Auf Eintrittsgelder soll auch künftig beim Rastatter Fastnachtsumzug nicht verzichtet werden. Dies hat Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch jetzt dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Joachim Fischer mitgeteilt. Fischer hatte bei der Verabschiedung der Haushaltssatzung im März dieses Jahres den Antrag gestellt, einen Zuschuss für den Fastnachtsumzug im städtischen Haushalt einzuplanen.

Attraktivität des Umzugs soll gesteigert werden

Fischer zog dabei die Möglichkeit in Betracht, auf Eintrittsgelder zu verzichten, um den Umzug wieder attraktiver zu gestalten. Derweil sollten im Haushalt etwa 15 000 Euro eingestellt werden. Diese Summe sollte, so Fischer, nicht nur im Haushalt 2018, sondern jeweils auch für die Folgejahre berücksichtigt werden. Die Verwaltung war daraufhin mehrheitlich beauftragt worden, Gespräche mit der GroKaGe zu suchen und sich dann in den Gremien rechtzeitig damit zu befassen, um für das Haushaltsjahr 2019 Mittel benennen zu können.

Schreiben vom SPD-Fraktionsvorsitzenden

In einem Schreiben an den OB im September hatte Fischer nun nochmals an seinen Vorschlag erinnert, künftig einen jährlichen Zuschuss für den Fastnachtsumzug zu gewähren. Laut Oberbürgermeister Pütsch seien mittlerweile Gespräche mit den Verantwortlichen der GroKaGe und der Interessengemeinschaft Rastatter Narren geführt worden. Dabei habe die GroKaGe mitgeteilt, nicht auf Eintrittsgelder und Absperrungen verzichten zu wollen. Das Eintrittsgeld und die Absperrungen könnten nicht der Grund für mangelndes Zuschauerinteresse sein, betont der OB nach Rücksprache mit den Organisatoren des Umzuges.

Mehr Vielfalt der Teilnehmer wird angestrebt

Vielmehr könnten die Besucher mit den Absperrungen besser kanalisiert werden, so dass etwa bislang keine „randalierenden Gruppen“ zu verzeichnen gewesen seien. Seit Jahren verlaufe der Narrenkorso in Rastatt friedlich. Roland Stadtfeld, Vorsitzender der GroKaGe, hatte betont, dass der Umzug durch eine „größere Vielfalt der Umzugsteilnehmer, durch das Narrendorf sowie das gastronomische Angebot nach dem Umzug punkten muss.“ Um die Attraktivität zu steigern, sollen, so Pütsch, nun gezielt Rastatter Vereine angefragt werden, sich künftig am Umzug zu beteiligen. Nicht zuletzt etwas Lokalkolorit wurde beim närrischen Korso in den vergangenen Jahren vermisst.

Vorschlag: Beste Beiträge werden prämiert

Angeboten werde zudem, dass sich die GroKaGe etwa beim Wagenbau unterstützend zur Verfügung stellt. Zudem werde ein Materialkostenzuschuss sowie eine Unterstellmöglichkeit für einen künftigen Wagen in Aussicht gestellt. Gerne wolle die GroKaGe den Vorschlag aufgreifen, eine Prämierung für die besten Umzugsbeiträge vorzunehmen, wobei sich die Stadt Rastatt laut Pütsch „bei der Auslobung der Ehrenpreise gerne finanziell einbringen wird.“ Zudem werde angestrebt, dass alle Gaststätten in der Rastatter Innenstadt am Fastnachtssonntag geöffnet haben und gerade auch nach dem Umzug ein närrisches Programm geboten wird – als Alternative zum Narrendorf vor und nach dem Umzug.

Eintrittsgeld soll weiterhin bezahlt werden

Eine pauschale Bezuschussung für den Gaudiwurm in Höhe von 15 000 Euro, die Fischer angeregt hatte, hält Hans Jürgen Pütsch indessen „insbesondere wegen der fehlenden Belegung der einzelnen Maßnahmen mit realistischen Beträgen“ für nicht ausreichend begründet. Über die vorgesehene Ausfallbürgschaft der Stadt in Höhe von 10 500 Euro hinaus sei in den Haushaltplanungen für 2019 bislang kein Betrag für die Förderung des Umzuges geplant. Derzeit sehe Pütsch keinen Anlass, Konzepte zur Attraktivitätssteigerung im Gremium beschließen zu lassen: „Sie sind Geschäft der laufenden Verwaltung und bedürfen keiner Behandlung im Gremium.“