Im Kinoforum in Rastatt wurde der Film "Verklickt" während der Anti-Cybermobbing-Kinotage gezeigt. Die Schüler diskutierten nach dem Film mit Susanne Wagner und Wolfgang Schmalbach. | Foto: Collet

Kinotage: Anti-Cybermobbing

Film „Verklickt“ klärt Jugendliche in Rastatt auf

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Das Internet besteht nicht nur aus Smileys und Katzenvideos. Nur wenige Klicks entfernt zeigt das Netz auch seine dunklen Seiten. Die Anti-Cybermobbing-Kinotage im Forum-Kino in Rastatt sensibilisieren Jugendliche dafür.

Die fünften Anti-Cybermobbing-Kinotage

Das Medienzentrum Mittelbaden veranstaltet bereits zum fünften Mal diese Kinotage. Den Schülern aus den Klassenstufen sieben bis acht wurde dieses Mal der Film „Verklickt“ vorgeführt. Der Film von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes stellt nicht nur verschiedene Arten des Cybermobbings dar. Auch die Themen wie unter anderem Passwortsicherheit, Persönlichkeits- und Urheberrecht sowie illegale Downloads spielen eine Rolle.

„Es ist wichtig den Jugendlichen den Nutzen der Digitalisierung unter einem kritischen Standpunkt zu zeigen“, sagte Alexander Fischer, Leiter des Medienzentrums Mittelbaden.

Der Film kam authentisch rüber

Im Anschluss an die Vorführung leiteten Susanne Wagner vom Landesmedienzentrum und Wolfgang Schmalbach, Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Rastatt ein Filmgespräch. „Der Film kam authentisch rüber“, bestätigten die Schüler.

Cybermobbing
Der Begriff bedeutet, dass eine Person beleidigt, gehänselt oder lächerlich gemacht wird, indem beispielsweise intime oder peinliche Fotos oder Videos über soziale Netzwerke verbreitet werden. Diese sind von hunderttausenden Usern überall auf der Welt einsehbar. Das perfide an Cybermobbing ist: Das Opfer kann nicht entkommen.
Der derzeit bekannteste Mobbingfall ist der des Schülers Keaton Jones aus Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee. Er schildert seiner Mutter die Attacken seiner Klassenkameraden im Schulalltag. Seine Mutter veröffentlichte das Video mit Keatons Schilderungen auf seinen Wunsch. Hollywood-Stars sprechen dem Jungen nun öffentlich Mut zu.

 

Schmalbach erklärte den Unterschied zwischen Cybermobbing und traditionellem Mobbing. Einige Schüler meldeten sich und erzählten ihre Erfahrungen mit Mobbing. „Ich habe schon viele Jahre des Mobbings hinter mir“, sagte ein Schüler. Dabei lachten einige im Kinosaal, was Schmalbach sofort unterband: „Ich weiß nicht, was daran so lustig ist.“

Rolle der Protagonistin Anne

Im weiteren Verlauf des Gesprächs arbeiteten einige der knapp 250 anwesenden Schüler die Rolle der Protagonistin Anne heraus. „Sie ist die Drahtzieherin des Cybermobbings und hat kein Mitgefühl“, sagte eine Schülerin. Ein anderer ergänzte, dass Anne die Tragweite ihrer Handlungen nicht verstehe.

Kein spezieller Paragraf im Gesetzbuch

Schmalbach klärte die Jugendlichen darüber auf, dass es beim Cybermobbing keinen speziellen Paragrafen im Strafgesetzbuch gebe, aber einige Tatbestände wie zum Beispiel üble Nachrede durchaus zur Anzeige gebracht werden können. Das Alter sei bei so was auch eher zweitrangig. „Zivilrechtlich ist man schon ab sieben Jahren polizeipflichtig“, erläuterte Schmalbach. Strenge ein Geschädigter ein Zivilverfahren gegen einen Mobber an, könne Schmerzensgeld oder Schadenersatz bis zu 2 000 Euro fällig werden.

An diesem Dienstag ist in Baden-Baden der zweite Kinotag. Dort zeigt das Kino für Zehntklässler den Film „Homevideo“.