Vor dem Griff zum Spaten kommt der Griff ans Mikrofon: Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch lässt auf dem Grundstück im Ötigheimer Weg die lange Geschichte des Projekts Revue passieren. | Foto: Hans-Jürgen Collet

Projekt kostet 14 Millionen

Spatenstich für den Neubau der Hans-Thoma-Schule in Rastatt

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Spatenstich für den Neubau der Hans-Thoma-Schule in Rastatt: Am Mittwoch fand der symbolische Auftakt für das Großprojekt statt. Die Kosten betragen voraussichtlich 14 Millionen Euro. Bis zu Eröffnung dauert es noch bis zum Herbst 2021. Doch das Projekt hat schon einen sehr langen Weg hinter sich.

Zehn Jahre von den ersten Gesprächen bis zur Fertigestellung: So lang zieht sich die Geschichte des Neubaus der Hans-Thoma-Grundschule. Und das auch nur, falls jetzt nichts mehr dazwischenkommt. Noch steht kein Stein auf dem anderen.

Am Mittwoch rammten die Verantwortlichen von Stadtverwaltung, Gemeinderat, Schule und Baufirmen erst einmal den Spaten für den symbolischen ersten Stich auf dem Grundstück im Ötigheimer Weg in den Boden. Die Eröffnung ist für den Beginn des übernächsten Schuljahres im September 2021 geplant.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch erinnerte die Gäste des Spatenstichs daran, dass sich Verwaltung und Gemeinderat erstmals 2011 bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Thema beschäftigt hätten. Lange diskutierten die Gremien darüber, ob eine Sanierung des Schulgebäudes möglich sei. Der Grundsatzbeschluss für einen Neubau fiel 2016.

Baukosten liegen bei 14 Millionen Euro

Bei einem Planungswettbewerb sei 2017 eine „wunderschöne Lösung“ gefunden worden. Im Mai 2018 stimmte der Gemeinderat schließlich dem endgültigen  Konzept mit Baukosten in Höhe von voraussichtlich 14 Millionen Euro zu. Ein halbes Jahr später rückten die Bagger an, um das alte Gebäude dem Erdboden gleichzumachen.

Dass es anschließend noch mehr als ein Jahr dauerte, bis die Verantwortlichen zum Spaten greifen konnten, lag an den ersten Angeboten für die Rohbauarbeiten. Diese waren so teuer, dass der Gemeinderat beschloss, die Ausschreibung aufzuheben. „Die Konjunktur hat uns eingeholt“, sagte OB Pütsch. Unterm Strich sorgte das für ein halbes Jahr Verzögerung.

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Im Januar hatten die Stadtwerke für die Entwässerungsarbeiten auf dem Grundstück gesorgt und Fernwärmeleitungen verlegt. Das neue Gebäude soll es ermöglichen, die Hans-Thoma-Schule dreizügig und mit Ganztagsangebot zu führen.

Aktuell zählt die Einrichtung nach Angaben von Rektorin Elisabeth Ströhler 220 Schüler. Sie werden seit Herbst 2018 mit einem Bus nach Wintersdorf in die dortige Schule gekarrt, die für die Bauzeit der Hans-Thoma-Schule reaktiviert wurde. „Wir sind froh, dass es endlich losgeht“, kommentierte sie den Spatenstich.

Aufgrund der Erweiterung des Einzugsgebiets der Schule und dem zwischenzeitlich fast vollständig bebauten Quartier der ehemaligen Sparkassenakademie, könnte die Schülerzahl auf 300 steigen. Berechnungen der Stadtverwaltung prognostizieren sogar einen Höchststand von 360.

Hintergrund:
Losglück für Viertklässler
Malaika Moor und Loris Cimino waren mächtig stolz. Die beiden Viertklässler durften am Mittwoch ebenfalls zum Spaten greifen und den Neubau ihrer Schule einläuten. „Das war ganz schön schwer“, sagte Malaika über den Umgang mit der Riesen-Schaufel. Ihre Mitschüler dürften sie beneidet haben, wären laut Rektorin doch gern alle Grundschüler zu demTermin gekommen. Einige von ihnen hatten auch schon Gedichte und ähnliches vorbereitet. Doch die Planung der Stadt sah anders aus. „Wir haben vereinbart, nicht die ganze Schule einzuladen“, sagte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zu Beginn des Spatenstichs. Über die Teilnahme an den Termin entschied deshalb unter allen Klassensprechern das Los – und das fiel auf Malaika und Loris. Das Richtfest soll laut Pütsch dann aber im großen Rahmen gefeiert werden. „Wir versuchen, den Termin so zu legen, dass die Kinder dabei sein können“, sagte er.