Ein steiniger Weg liegt nicht nur zwischen der Innenstadt und dem Rohrersteg. Auch zwischen Rastatts derzeitiger Innenstadt und einer wirtschaftlich erfolgreichen City liegt noch eine schwierige Strecke. CDU-Fraktion und Gewerbeverein setzen vor allem auf freies Parken.
Ein steiniger Weg liegt nicht nur zwischen der Innenstadt und dem Rohrersteg. Auch zwischen Rastatts derzeitiger Innenstadt und einer wirtschaftlich erfolgreichen City liegt noch eine schwierige Strecke. CDU-Fraktion und Gewerbeverein setzen vor allem auf freies Parken. | Foto: Collet

Rastatts Innenstadt

Rollator-Spur und Brötchentaste

Anzeige

Von Martina Holbein

„Es brennt in der Rastatter Innenstadt, schnellstmöglich müssten Lösungen her, nicht erst innerhalb des Mobilitätskonzepts, um sie für potenzielle Kunden attraktiver zu machen“. Auf diesen Nenner lassen sich Redebeiträge der Einzelhändler im Gemeinderat bringen. Bei der Sitzung am Montagabend (28.01.19) stand zur Diskussion, die Verwaltung zu beauftragen, inwieweit die Vorschläge des Gewerbevereins RA3 und der Stadt Rastatt umsetzbar seien.

Geprüft werden soll unter anderem, welche Ausfälle entstehen, wenn die ersten zwei Stunden Parken in der Tiefgararge der Badner Halle kostenlos werden. Die Rastatter CDU-Fraktion will zusätzlich eine „Willkommens- oder Brötchentaste“ einführen, durch die die erste halbe Stunde Parken kostenlos ist.

Einblick in Kosten

Eine Erweiterung des Beschlussvorschlags, der Oberbürgermeister Pütsch nicht folgen wollte, sondern seinerseits den Geschäftsordnungsantrag stellte, dass dieser Vorschlag erst im Stadtmarketing- sowie im Finanz- und Verwaltungsausschuss beraten werden muss, um einen Einblick in die entstehenden Kosten zu erhalten.

Rastatter Attraktivität auf dem Prüfstand

Diesem Vorgehen stimmten die Gemeinderäte zu. Unabhängig davon erhielt die Verwaltung das Mandat, Lösungsmöglichkeiten für Parkplätze für die Marktbeschicker und die Vorschläge, wie die Innenstadt durch bewusste Gestaltung attraktiver werden kann, auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.

Genügend Parkraum.

Erhitzt hatte sich die Diskussion wieder einmal an der, nach Einschätzung der Einzelhändler, mangelnden Anzahl von Parkplätzen in der Rastatter Innenstadt, die Kunden abhielten, diese zu besuchen. Es gebe genügend Parkraum, zeigte sich Oberbürgermeister Hans-Jürgen Pütsch überzeugt, nur würden die Parkhäuser und Tiefgaragen nicht angenommen. Dieses zu verändern, wolle die Stadt jetzt angehen und prüfen, wie, auch finanzrechtlich, realisiert werden kann, dass die ersten zwei Stunden Parken frei sind.

Altersfreundliche Wege

Außerdem soll die Zufahrt zur Tiefgarage der Badner Halle, damit verbunden auch der Weg in Richtung Rohrersteg zum Seniorenzentrum „Wasserturm“, eine bessere Ausleuchtung erhalten. Angeregt wurde auch, die Rollatorfreundlichkeit des Straßenbelags zumindest auf einem Streifen herzustellen.

Neues Bewusstsein für Mobilität

Grundsätzlich sind sich Teile des Gemeinderats und die Verwaltung einig, dass sich das Bewusstsein, wie Mobilität aussieht, ändern muss. Allerdings werde das Zeit brauchen. Einen Schritt in die Richtung ging der Gemeinderat mit der Zustimmung zum Fahrradverleihsystem KVV-nextbike, das vor allem Berufspendler anspricht. Fünf Fahrradverleihstationen mit zehn Einstellmöglichkeiten können im Stadtgebiet gebaut werden.

Stadt investiert

Die Stadt will dafür während der nächsten fünf Jahre pro Jahr 12 852 Euro ausgeben. Die Anregung, ob sich auch einzelne Hotels an diesem Angebot beteiligen werden, nahm Citymanager Johannes Flau auf. Er werde dort nachfragen. Falls sich einzelne Hoteliers an dem Aufbau einer Station beteiligen würden, geschähe dies auf eigene Kosten.