Als der Tunnelbohrer im Jahr 2016 in Richtung B 3 fuhr, war der Boden vereist.
Als der Tunnelbohrer im Jahr 2016 in Richtung B 3 fuhr, war der Boden vereist. | Foto: Collet

Kälteaggregat vom Tunnel

Rastatter Maschine friert Berliner Erde ein

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Die badische Barockstadt bringt frostige Temperaturen in die Bundeshauptstadt: In diesen Tagen wird an der Spree die Erde eingefroren, damit der Tunnel für die U-Bahn-Linie 5 weitergebaut werden kann. Eine der drei Kältemaschinen kommt aus Rastatt, sie war für den teilweise verunglückten Bau des Bahntunnels eingesetzt.

Fremdaggregate zurückgegeben

Bahnsprecher Michael Breßmer bestätigt auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten, dass einige der eingesetzten Fremdaggregate zurückgegeben wurden.
Diese Kältemaschinen froren zunächst den Boden zwischen B 36 und Federbach im Jahr 2016 ein, damit die beiden Bohrer knapp unter der Oberfläche durchfahren konnten. Danach kamen die Geräte nach Niederbühl, hier führen die Röhren unter der Rheintalbahn durch – was im vergangenen Sommer gründlich schief ging, weil Wasser in den Tunnel eindrang und sich dadurch die Schienen absenkten. Fast zwei Monate war die Strecke gesperrt.

Wie geht es mit dem Tunnel weiter?

Wie Breßmer erklärt, sind unter anderem wegen des aktuellen Bohrstopps nicht mehr alle Kühlaggregate nötig. Der zweite Bohrer steht im Untergrund vor der Bahnstrecke – bis zum Frühjahr werde entschieden, wie weitergebaut wird.

 Damit die Maschine in Berlin zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor bohren kann, muss die Erde eingefroren werden.
Damit die Maschine in Berlin zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor bohren kann, muss die Erde eingefroren werden. | Foto: dpa

In der Hauptstadt kommt die Kühlmaschine nach Darstellung der Berliner Zeitung bei der Museumsinsel unter der Spree zum Einsatz. Der sumpfige Untergrund des Berliner Urstromtals werde in einen Eisblock verwandelt, zumal hier nicht nur eine Tunnelröhre, sondern eine ganze unterirdische Station entstehen soll. Vor Weihnachten wurde bereits die Station „Unter den Linden“ im Rohbau fertig. Von dort aus führt die U 5 weiter in Richtung Rotes Rathaus und Alexanderplatz. Im Endausbau, der spätestens 2022 fertig sein soll, verbindet die U 5 den Ort Hönow mit dem Hauptbahnhof. Fertig und in Betrieb ist derzeit nur der Stummel vom Hauptbahnhof über den Bundestag zum Brandenburger Tor.