Die besondere Atmosphäre der Schlossweihnacht lockte im vergangenen Jahr vor allem in den Abendstunden Besucher in den Ehrenhof. Das ist für die Beschicker und die Organisatorin aber zu wenig, um zu überleben.
Die besondere Atmosphäre der Schlossweihnacht lockte im vergangenen Jahr vor allem in den Abendstunden Besucher in den Ehrenhof. Das ist für die Beschicker und die Organisatorin aber zu wenig, um zu überleben. | Foto: Collet (Archiv)

Neues Konzept im Gemeinderat

Rastatter Schlossweihnacht muss überarbeitet werden

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Nach Weihnachten ist vor Weihnachten und so wird sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. Februar mit der Zukunft der Schlossweihnacht im Rastatter Ehrenhof befassen. Drei Jahre hatte das Stadtparlament dem Experiment zugestimmt und jährlich 40 000 Euro genehmigt – nun muss neu diskutiert werden.

Wobei sich die Sozialdemokraten schon Ende Dezember klar positioniert haben: „Die Schlossweihnacht ist ein Augenschmaus und atmosphärischer Leckerbissen und letztlich ein Weihnachtsgeschenk für unsere Rastatter Bürgerinnen und Bürger sowie für die gesamte Region. Die SPD will alles dafür unternehmen, dass dieser Leuchtturm in den kommenden Jahren seine Strahlkraft noch erhöhen kann.

Beteiligte wollen Zukunft

Das sehen offenbar auch die Stadt, die Staatlichen Schlösser und Gärten sowie die Organisatorin Sabine Franzreb so, die im Januar zu einem ersten Gespräch zusammengekommen sind: „Alle Beteiligten haben deutlich gemacht: ,Wir sagen ja zu einer Fortführung‘“, erklärt die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten. Allerdings müssten die genauen Konditionen noch besprochen werden.

Die Bedingungen waren nicht optimal.

Noch im Dezember hatte Organisatorin Franzreb im BNN-Interview auf die Frage nach einer Fortsetzung geantwortet: „Ganz ehrlich: Ich kann es noch nicht sagen … Am Ende müssen die Rahmenbedingungen für alle stimmen, damit es eine Neuauflage im nächsten Jahr geben kann.“ Franzreb war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, Stadtsprecherin Dießelberg erklärt aber dazu: „Die Bedingungen waren wirtschaftlich und marketingtechnisch nicht optimal.“

Angepasstes Programm

Es gehe deshalb jetzt vor allem darum, nicht nur über die finanzielle Seite, sondern auch über die qualitativen Aspekte zu sprechen. Grundlegend müsse etwa geklärt werden, wer als Veranstalter auftritt, wie die unterschiedlichen Zielgruppen angesprochen werden können und welche Aufwertungen im Programm es geben könnte. „Auch unserer Marketingabteilung ist klar, dass die Schlossweihnacht ein Alleinstellungsmerkmal ist. Wer hat so was sonst?“, so Dießelberg.

Elf Tage reichen aus

Bereits bei der dritten Auflage hatte es Veränderungen gegeben: So lief die Schlossweihnacht ohne Unterbrechung elf Tage lang. An eine Ausdehnung auf die komplette Zeit des Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz will Sabine Franzreb aber nicht denken. Zahlreiche Beschicker seien Hobbyhandwerker, die keine vier Wochen frei nehmen könnten.

Verknüpftes Angebot

Erstmals gab es auch ein Kinderprogramm, dass mehr Besucher am Nachmittag in den Ehrenhof locken sollte. „Grundsätzlich eine gute Idee, doch es stellt sich die Frage, wie das mit dem Weihnachtsmarkt verknüpft ist“, räumt Dießelberg ein. Dort lief oft parallel in der Aktionshütte ein Angebot für Kinder.

Schlossweihnacht soll zum Renner werden

Die Stadt hofft nun auch darauf, dass sich Anbieter finden, die mit kreativen Ideen an die Verwaltung herantreten – ganz gleich, ob für den Ehrenhof oder den Marktplatz. Ob der Winterzauber, also die Eisfläche, die jetzt erstmals neben dem Schlossgarten aufgebaut war, ins Stadtzentrum rückt, die Schlossweihnacht eine eigene Bühne bekommt, zusätzlich zur Illumination mit klassischer Musik beschallt wird oder die Schlossweihnacht vielleicht sogar dem Motto „Barocker Weihnachtsmarkt“ unterstellt wird – die Stadt zeigt sich für Vorschläge völlig offen. Dießelberg: „Alles muss nun ausgelotet werden. Und die Frage dabei ist: Wie schafft man es, die Schlossweihnacht zu einem Renner zu machen?“